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Kairoer Hotels und Herbergen

August 29, 2011

… oh je, von Flohklitschen für Backpacker über ehrwürdig-stilvolle, aber doch runtergewohnten 3-Sterne-Klassikern bis zu fast schon obszön luxuriös-ausladenden TUI-Frühstücksbüffethotels war schon fast alles dabei in 23 Jahren Kairo. Die 5-Sterne-Hotels auch, aber nur wegen der aktuellen Zeitschriften, dem Pool oder der Aussicht. Sie sollen hier in persönlich subjektiver Weise und als „work in progress“ kategorisiert werden. Ziel ist,  typische originelle Hotels unterschiedlicher Kategorien zu beschreiben.

Meine persönliche Entwicklung der Übernachtungsvorlieben in zeitlicher Reihenfolge ab 1988 (was immer diese aussagt) sah so aus: Beausite Hotel, Golden Hotel, Amin Hotel, DAAD Guesthouse, Grand Hotel, President Hotel, Flamenco Hotel, Windsor Hotel (Foto oben: Speisesaal), Carlton Hotel, Ismailia House Hotel, Dina’s Hostel, Brothers Hostel, Pension Roma, …

Aus anderen Beweggründen unbedingt erwähnenswert und oft besucht sind ferner: Ramsis Hilton, The Nile (Nile Hilton), Marriott Hotel, Odeon Hotel, Everest Hotel (sie alle verfügen über frei zugängliche Dachterrassen mit interessantem Fernblick)  und natürlich die in ihrer vergangenen Pracht noch sehenswerten, aber längst umgenutzten ehemaligen Großhotels wie das Eden Palace Hotel oder das Continental Savoy

Was die Lage angeht, so gruppierten sich – mit Ausnahme des Mena House Oberoi an den Pyramiden – die ersten Großhotels der Zeit um 1900 halbkreisförmig nordwestlich um den Ezbekiya-Park. Seit dem Bau des Nile Hilton am Md. Tahrir, Anfang der 1960er-Jahre, wurden zunehmend Standorte am Nil bevorzugt: zunächst am Tahrir, Mitte der 1970er-Jahre auch auf der Insel Roda, an der Südspitze der Insel Gezira und in Doqqi. In den 1980er-Jahren kamen Großhotels in Mohandessin und Zamalek, nahe der Pyramiden sowie im Raum zwischen Heliopolis und Flughafen dazu. Viele davon werden vor allem von reichen arabischen Touristen frequentiert. Bis heute gibt es jedoch, bis auf eine Handvoll billiger Pensionen, keine Hotels in der Altstadt. Dem typischen Reisenden mit geringerem Budget bleiben daher vor allem Hotels und Pensionen niedrigerer Preisklasse in der Innenstadt. Die meisten Hotels des 19. Jahrhunderts sind verschwunden. Eine der wenigen Ausnahmen ist das schon erwähnte Windsor Hotel. Als Symbol und Herz des Europäerviertels wurde v.a. das „Hotel Shepheards“ gerühmt. Es entstand nach einem Brand 1952 am Nilufer südwestlich des Md. Tahrir neu. Auf dem Nachbargrundstück wurde das alte Semiramis-Hotel durch einen Luxushotelneubau mit 1680 Betten ersetzt.

Es gibt in Kairo eine große Auswahl an Hotels der billigsten Kategorie, allerdings nicht in allen Stadtteilen. Unterschieden werden können die sehr preiswerten Herbergen für Ägypter auf Besuch in der Hauptstadt (von denen es einige rund um den Hauptbahnhof und in Basarnähe gibt) sowie Hostels für Rucksackreisende, die sich in der Neustadt und hier spezifisch rund um den Midan Talaat Harb ballen (zum Beispiel die Swiss Pension). In beiden ist es eher üblich, aus Kostengründen in Mehrbettzimmern mit Fremden zusammen zu übernachten, wenngleich es auch Einzel- und Doppelzimmer gibt. Nicht erwarten sollte man hier frisch bezogene Betten, eine tägliche Reinigung und eine Dusche mit kontinuierlich sprudelndem heißem Wasser. Dafür zahlt man aber auch nur zwischen 5 und 10 Euro. Es bleibt bei ständig wechselnden Gästen eher anonym.

Legt man nicht unbedingt Wert auf den Kontakt zu 20-jährigen Australiern, Japanerinnen und Bielefeldern, sondern möchte abends auch zur Ruhe kommen und einen Rückzugsraum haben, können eine wenige preiswerte Hotels mit Tradition oder Neugründungen empfohlen werden, die für das Einzelzimmer zwischen 12 und 20 Euro verlangen. Hier bleiben die Gäste meist mindestens eine Woche, sind in der Regel aus beruflichen Gründen hier, man lernt sich kennen und kann sich zu Hause fühlen:

Jungen Berufstätigen und Romantikern, die mit einem größeren Budget ausgestattet sind, können einige der altehrwürdigen Hotels der Neustadt sehr empfohlen werden. Zu nennen sind vor allem die britisch kolonial (zuweilen auch französisch) geprägten Hotels mit viel Charme, der locker gewisse Komfortmängel ausgleicht:

In ihnen zahlt man etwa zwischen 20 und 40 Euro pro Nacht, fühlt sich wohl, hat saubere Bettwäsche und eine funktionierende Dusche. Aber man hat (außer im Cosmopolitain) kein abwechslungsreiches Frühstücksbüffet, sondern einen täglich kaum wechselnden Standard, den man zu akzeptieren hat, es sei denn, man zahlt extra.

Wenn das Frühstücksbüffet doch etwas abwechslungsreicher sein soll sind einige Touristenhotels der 70er- bis 80er-Jahre, insbesondere in Zamalek, zu empfehlen. Man zahlt dann zwischen 40 und 70 Euro die Nacht, bleibt aber auch unter Mittelstandstouristen. Zu empfehlen sind:

Es folgen einige Fotos von bislang noch nicht gesondert porträtierten Hotels:

Amin Hotel:

Interessant sind auch die verstaubten kleinen, unauffälligen, heruntergekommenen (oder gar nicht mehr existierenden) Hotels, wie dieses hier an der Ecke von Sh. Sarwat und Sh. Mohammed Farid:

Oder dieser Palastbau gegenüber vom Hauptbahnhof:

Verwendete Quellen: Schamp, Heinz (Hg.): Ägypten, Tübingen 1977, S. 649; Schmidt, Ekkehart: Kairo: Struktur und Dynamik einer wachsenden Metropole der „Dritten Welt“. Eine wirtschaftsgeographische Analyse, Diplomarbeit, Köln 1991, S. 101f; Synge, 1978, S. 108

Copyright Fotos: Ekkehart Schmidt-Fink

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