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Ein Jahrzehnt Grenzpendelei

Heute vor 10 Jahren hatte ich meinen ersten Termin eines neuen Jobs in Luxemburg: Eine Sitzung des Verwaltungsrats des Vereins etika – Initiativ fir Alternativ Finanzéierung. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, es länger als ein Jahr auszuhalten, morgens in Saarbrücken den einzigen Bus um 7.15 Uhr erwischen zu müssen. Und 17.15 Uhr zurück.

Heute gibt es täglich nicht mehr nur vier, sondern 13 Expressbus-Verbindungen zwischen meinem Wohn- und dem 90 km entfernten Arbeitsort, die eine Stunde 15 Minuten brauchen, falls es keinen Stau gibt (es gibt immer Stau auf der Rückfahrt). Aber ich darf seit ein paar Jahren den Bus um 8.25 Uhr nehmen und den um 16.15 Uhr zurück.

Das bedeutet eine jahrelang durchgetaktete, immer gleiche Routine jeden Morgen. Mit manchen Zwanghaftigkeiten, die sich eingespielt haben:

7.25 Erstes Weckerklingeln

7.30 Erstes Erinnerungsklingeln

7.35 Zweites Erinnerungsklingeln: Smartphonewecker ausstellen und aufstehen

7.36 Espressokanne zubereiten und auf den Herd stellen

7.37 Auf die Toilette und unter die Dusche (seit einem Jahr ohne Shampoo)

7.40 Aus der Dusche, abtrocknen, anziehen

7.42 Uhr Espressokanne vom Herd, Herd ausstellen, Zucker in die Tasse löffeln, Espresso drüber gießen

7.43 Brot, Brotmesser, normales Messer, Brotbrett, Apfelsaftflasche, Glas, Marmelade plus noch einen Aufstrich auf den Tisch stellen, Deckel von der Butterschale abheben  und mit der Espressotasse auf den Balkon

7.45 Zigarette anzünden, Espresso nippen, entspannen

7.50 Erstes Brot schmieren und zu essen beginnen, dazu ein erster Schluck Apfelsaft, Apfelsaftflasche und zuerst benutztes Aufstrichglas (Orangenmarmelade) zurück in den Kühlschrank

7.54 Zweites Brot schmieren und zu essen beginnen, wieder am Espresso nippen, Deckel zurück auf die Butterschale

7.58 Ein Stück Obst und anderen letzten Kram in den Rucksack

8.00 Mich fertig anziehen

8.02 Tisch abräumen, Glas und Brotbrett abspülen, einmal mit dem Lappen überall drüber wischen

8.03 Zähne putzen und aufs Klo

8.05 Schuhe anziehen

8.07 Frühstückstisch wischen, Apfelsaftglas spülen

8.08 Rucksack startklar machen und runter ins Treppenhaus

8.09 Rad aus dem Flur und Saarbrücker Zeitung aus dem Briefkasten holen, in den Rucksack stecken, Zigarette anzünden, losradeln

8.19 Ankunft am Bahnhof, Rad abschließen, zum Bus laufen

8.20 Am Bus noch eine Zigarette anzünden, mich auf die Bank setzen und Zeitungslektüre beginnen

8.23 In den Bus, Ticket vorzeigen, Platz suchen, Zeitungslektüre fortsetzen

ca. 9.00 Check, ob die Wolken über dem AKW Cattenom ein Foto wert sind

9.35 Ankunft in Luxemburg, Zigarette anzünden, L’essentiel aus der Zeitungsbox holen, in die Avenue de la liberté gehen

9.40 Ankunft im Büro, „Bonjour“ und Computer hochfahren

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© Ekkehart Schmidt

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16.05 Computer runterfahren, Rucksack packen

16.08 Losgehen, Zigarette anzünden

16.15 Zigarette in den Mülleimer an der Haltestelle, Monatskarte vorzeigen, Platz vorne links, Abfahrt des Busses, Beginn der Presseschau, die ich als Arbeitszeit abrechnen kann

ca. 16.50 erneuter Check der Wolkengebilde von Cattenom für ein etwaiges Photo

17.35 (plus Stauverspätung), Ausstieg, Zigarette anzünden, zum Rad und nach Hause

17.50 Zuhause

Diese auf die Spitze getrieben wirkende Effizienz ist nötig, will ich mir ausserhalb von „Metro – Boulot – Metro – Dodo“, wie die Pariser dazu sagen,  Freizeit erhalten. Ich bin werktäglich neuneinhalb (in den ersten Jahren 12) Stunden unterwegs. Komme müde zurück, seit über 3000 Tagen. Das ist genug jetzt. Ich möchte diese Art Leben verändern.

Vielleicht auch, weil ich in der Mittagspause jetzt alle Lokale der Umgebung dokumentiert habe (von den portugiesischen Lokalen Le RelaxSede do FC Porto und der Boulangerie Beatriz bis zu Beim Änder oder der Casa Fabiana – um nur ein paar zu nennen) und selbst diese Dreiviertelstunde zunehmend öde wird.

Vom stillen Sterben der Pariser Bistros

Die Pariser Bistros wollen UNESCO-Kulturerbe werden. Sie seien bedroht und müssten deshalb geschützt werden, so die Begründung einer Interessenvertretung aus Gastronomen, von der die dpa am Montag aus Paris berichtete. Die Meldung machte die Runde und regt auch mich an, meinen Senf dazu zu geben.

Eine Gruppe von Bistro-Inhabern (frz.: Bistrot) rund um Alain Fontaine sowie bekannter Schauspieler – darunter Pierre Arditi („Der Graf von Monte Christo“) und Yolande Moreau („Die fabelhafte Welt der Amélie“) teilte mit, bei der UN-Organisation um die Aufnahme dieses Lokaltyps in das Weltkulturerbe zu werben. Die seit gut 150 Jahren bestehenden „bistrots parigots“ und ihre Terrassen seien „familiäre Orte und stehen für eine echte Volkskultur“, heißt es in dem Antrag, der dem französischen Kulturministerium übergeben werden soll. Die drastisch steigenden Immobilienpreise würden der Bistrot-Kultur in der Hauptstadt immer mehr zusetzen und lokale Eigentümer vertreiben.

Vom stillen Sterben der Pariser Bistros © Ekkehart Schmidt

Die französischen Bistros sind kleine Lokale, die den ganzen Tag geöffnet haben und oft einfache, hausgemachte Küche anbieten. Sie gelten als beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Touristen, die hier morgens ihren Kaffee genießen, mittags dazu etwas Kleines essen und abends ein Glas Wein trinken – und sich vor allem begegnen und vielleicht auch im Gespräch austauschen. Für viele eine Art zweites Wohnzimmer, Teil des Lebens. „Savoir-vivre“, Genuss und Müßiggang, aber auch ein Schuss Nostalgie sind die Gefühle, die man spontan mit diesem so typischen französischen Lokal verbindet – vielleicht in diesem Sinne mit der ebenfalls stark bedrohten deutschen „Eckkneipe“ vergleichbar. Nur dass man sich in dieser drinnen hinter Milchglas verschanzt, während man im Bistro vor allem draußen auf der Terrasse sitzt, auch wenn es dort teurer ist, als an der Theke.

Manche haben eine glorreiche Vergangenheit als Treffpunkte für Künstler und Literaten (als sie noch nicht berühmt und wohlhabend waren). Jedenfalls prägen sie mit ihren runden Tischen und geflochtenen Stühlen auf dem Bürgersteig das Pariser Stadtbild an jeder zweiten Straßenecke.

Morgens trinken die Pariser hier ihren Kaffee, abends einen Wein. Hier trifft man sich, Freunde und Unbekannte, Mann und Frau, besprechen den Tag und das Leben, und es scheint unvorstellbar, dass dieser halböffentliche Begegbungsraum verschwinden könnte. Aber Alain Fontaine war deutlich, wenn auch nicht alarmistisch: „Unsere Bistros sind bedroht und müssen entsprechend geschützt werden“. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo twitterte in einer ersten schnellen Reaktion, die Lokale seien „ein wesentlicher Bestandteil des Charmes und der Identität von Paris“. Sie wird das Vorhaben wohl unterstützen.

Aber worum geht es genau? Ich habe 1981 als Schüler im Vorort Saint Germain-en-Laye erstmals diesen Charme erlebt, habe es genossen, in der Mittagspause in einem Bistro nahe des Lycée einen Kaffee und ein Croque Monsieur essen und die Leute beobachten zu können: Arbeiter, Angestellte, Unternehmer und Schüler oder Studenten – eben nicht nach sozialen Schichten getrennt. 30 Jahre später habe ich hier dann begonnen, mittlerweile fast zwei Dutzend ähnlicher Lokale zu porträtieren, ohne mir genauer Gedanken über den Unterschied zwischen Café, Kaffeehaus, Brasserie oder Bistro zu machen – und die jüngsten Umwandlungen durch moderne Konzepte. Größere Gastronomieketten und andere Betreiber kauften Bistros auf und wandelten sie in Schnellrestaurants oder Imbisse um – diese Entwicklung nannte Alain Fontaine als einen Grund für den konstatierten Rückgang von 2400 im Jahr 1998 auf heute 1200. Während sie vor 30 Jahren 50 % der Pariser Gaststätten ausmachten, sind es heute nur noch 14 Prozent. Die umgewandelten Bistrots haben mich nie interessiert, weil ich nach verbliebenen authentischen Häusern suchte. Aber die Analyse scheint richtig zu sein.

Vom stillen Sterben der Pariser Bistros © Ekkehart Schmidt

Dennoch: Was genau ist gemeint? Nicht die berühmten Künstler-Kaffeehäuser der Belle Epoque an der Metro Vavin, La Rotonde, dem Le Select oder auch dem Francois Coppée am Boulevard Montparnasse, den ebenso legendären und mittlerweile von Touristen überrannten Lokalen im Quartier Latin oder dem Café de la Paix an der Oper, in denen heutige Besucher einen Abklatsch der Zeiten von Picasso und  Hemingway  oder Sartre und de Beauvoir erleben wollen – und dafür teuer bezahlen.

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Eher schon Brasserien wie Au Chien qui fume, Aux Rigolos, L’Ermitage (Fotos unten) oder du Croissant (das allerdings schon eher zum Restaurant geworden ist). Diese haben sich ihr edles Flair bewahren können, während das Bistro La Divette de Clichy, oder Le tabac de la Sorbonne, Café aux ours nur überleben konnten, weil sie einen genialen Standort hatten, eine treue Stammkundschaft haben oder sich im Stil an eine neue angepasst haben. Und dann gibt es noch die Beispiele moderner Konzepte wie bei Les 2 au coin und Umwandlungen in Migrantenvierteln wie zum Beispiel bei der Café Bar Dishy oder dem Le Titanic.

Café Ermitage_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Ermitage_Paris © Ekkehart Schmidt

Jedenfalls habe ich gelernt: Wenn es auch überall außerhalb der französischen Hauptstadt Lokale namens „Café de Paris“ gibt, so gibt es doch in Paris selbst keine Cafés. Jedenfalls nicht nach der mitteleuropäischen Vorstellung eines Cafés als Ort mit einem Angebot an Kaffee und Kaltgetränken sowie Frühstück und Kuchen sowie  höchstens einem Sandwich zum Essen. In Paris gibt es nur Bistrots, in denen es nie Kuchen, dafür immer – neben einem Frühstück – auch mehrere wirklich satt machende  Speisen im Angebot gibt.

Eine gewisse Tragik wohnt der Frage des UNESCO-Weltkulturerbe-Antrags inne: Auch die Bouquinisten an der Seine sind bedroht, kaum noch jemand kauft dort aus den grünen Kisten mit den hochklappbaren Deckeln antiquarische Bücher: die Touristen interessieren sich nur für Postkarten und Fotodrucken von Paris. Und auch sie sollen als Weltkulturerbe anerkannt werden. Beide zusammen werden es aber – bei allem Charme – nicht zum Weltkulturerbe schaffen.

Verwendete Quellen: Longin, Christine: Das bedrohte Wohnzimmer der Pariser, Saarbrücker Zeitung, 13. Juni 2018;  Pariser Bistrot soll Weltkulturerbe werden, Spiegel Online 12. Juni 2018;

Vom stillen Sterben der Pariser Bistros © Ekkehart Schmidt

 

Hoppe’s Theke_Witten

Das war wohl mal eine echte Ruhrpott-Kneipe. Dann wurde saniert und jetzt heißt das Lokal „hoppe’s sinn.esslust“. Das auffällig rot gestrichene Haus an der S-Bahn in Witten-Annen  ist auch ein Hotel, in dem es Einzelzimmer ab 54,50 und Doppelzimmer ab 79,50 Euro die Nacht inklusive Frühstück gibt. Ob auch das neu ist, weiß ich nicht. Mit meinem Kollegen trank ich hier einen Absacker nach der vierstündigen Anreise zum GLS-Bank-Geldgipfel Mitte April: Ein Fiege Pils (0,3 für 3,00) und einen Merlot (0,25 für 6,20 EUR). Unerwartet stattliche Preise für einen nicht unbedingt hippen Ort. Wir wollten auch noch ‚was Kleines essen: Ich probierte eine Rinderbrühe mit großer Maultasche für 5,20, mein Kollege eine Pasta Walnuss-Spinat für 10,30 EUR.

Hoppe's Theke_Witten © Ekkehart Schmidt

Satt wurden wir nicht. Aber OK. Wir hatten eine nette Zeit, draußen, vor allem durch ein gutes Gespräch mit der Kellnerin Sofia Ferreira über den sicher nicht ganz einfachen Kontext eines vom Strukturwandel stark betroffenen Ortes. Die Frau portugiesischer Herkunft erwähnte, dass das hier mit vielen Migranten fast schon ein „sozialer Brennpunkt“ sei, sagte zur Frage, ob das hier „AfD-Land“ geworden sei, aber nur: „Oh, wie komme ich da jetzt aus dieser Nummer raus“.

Wenn auch der Großteil des Lokals in dem Sinne kaputtsaniert wurde, als so gut wie nichts aus den alten Zeiten erhalten blieb, so hat man doch das Regal hinter der Theke mit einem wunderbaren Spruch nicht angetastet.

Hoppe's Theke_Witten © Ekkehart Schmidt

Hoppe's Theke_Witten © Ekkehart Schmidt

Gut. Es sind neue Zeiten und der Inhaber muss schauen, wie er mit anderen Kund*innen auf seinen Umsatz kommt. Wer auch immer Hoppe war. Jetzt muss geschaut werden, wie der Laden brummt: „Seien Sie Gast auf Ihrer eigenen Veranstaltung“ ist ein schönes Motto für ein ergänzendes Catering-Angebot für Familienfeiern oder Firmenjubiläen.

Ich kehre bestimmt wieder, wenn 2020 der nächste Geldgipfel an der Uni Witten-Herdecke ansteht.

Adresse: Stockumerstrasse 6, 58453 Witten, Tel.: 02302-60307, info@hotelhoppe.com, Homepage

Hoppe’s Theke_Witten © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris

Vorletzte Woche kam ich abends von der Gare de l’Est kommend an der Station „Place de Clichy“ aus der Metro hoch, um auf dem Weg zum Hotel de Nantes noch ein bisschen zu stöbern, ob es in der Avenue de Clichy nicht interessante Funde zu entdecken gibt: Abgewrackte Ecken, Billighotels und andere Idyllen. Vor allem einen würdigen Ort für meinen ersten Espresso in Paris seit zwei Jahren. Man kommt ja meist so an, dass es sofort runter in die Metro geht und ein paar Kilometer weiter per Treppe wieder hoch: Vom internationalen Bahnhof mitten hinein in ein lokales Quartier.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Ich bin von der Place de Clichy die Avenue de Clichy hoch gelaufen, auf der Suche nach Spuren der legendären Zeiten der Belle Epoque und ihrer Künstler, die sich auch hier, unterhalb des Hügels von Montmartre über Gemälde von Henri de Toulouse-Lautrec und Romanen von Henry Miller verorten lassen. Der erste Fund gleich an der dritten Ecke rechterhand war dann auch der richtige: Die Bar-Brasserie „La Divette de Clichy“, deren stark abgenutzte Raucherkabinette vor der Tür mich faszinierten. Der Name dieser heutigen Tabac- und Wettkneipe stammt von den „Diven“ ab, die hier früher gesungen haben, wie mir der Kellner mit fernöstlichen Wurzeln erklärte.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, mich interessierte eher ein räumliches Phänomen: In der Pariser Kaffeehauskultur gibt es einen Zwischenraum zwischen Innen und Außen, den man in Deutschland so nicht kennt. Hierzulande sitzt man entweder im öffentlichen Raum vor dem Café auf einer Terrasse auf der Straße oder im halbprivaten Raum drinnen. In Paris hat man einen überdachten Raum zwischen die Terrasse auf dem Bürgersteig  und dem von außen kaum einsehbaren Innenraum geschaltet: Man sitzt da zwar noch im Café, ist aber völlig auf den Bürgersteig und die Passanten ausgerichtet. Die Leute im Inneren interessieren die Besucher nicht, die sich hier hinsetzen. Sie wollen das Leben der Straße erleben. Diese bietet ihnen mehr Abwechslung als die Szenerie innen.

In den großen Kaffeehäusern am Boulevard Montparnasse oder den  Champs Elysées ist dieser Zwischenraum Teil des Innenraums. Wer draußen sitzt, ist wirklich draußen.  In der Avenue de Clichy erlebte ich letzte Woche eine mir bis dahin nicht aufgefallene Variante eines Cafés, deren überdachter Zwischenraum nur zur Straße hin offen ist, ohne dass es noch Stühle auf dem Bürgersteig gibt. Das ist etwas Besonderes.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Spielen soll man hier auch, wie Monsieur, der minutenlang, auf sein Smartphone starrend,  in  meinem Blickfeld ausharrte. Aber ehe ich mich nach außen wandte, erkundete ich erstmal die Details eines dieser beiden kleinen Voräume, dem kleineren mit einer Größe von vier Quadratmetern, der bei schlechter Witterung auch verschließbar ist.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Ich war zur Bestellung meines Espresso kurz in das Innere eingetreten, das von außen noch deutlich düsterer wirkte. Ob da eine Bühne war, vielleicht eine uralte, längst umfunktionierte, vergaß ich zu schauen. Wie immer muß ich als noch einmal zurück kommen, um den Ort wirklich und tief zu erfassen.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Dann schaute ich, wer hier so vorbei kommt. Leider hatte ich mir gesagt, jetzt doch eher schnell zu meinem Hotel und dann ins äthiopische Restaurant „Menelik“ zu wollen, sonst wäre die Ausbeute dieser leicht voyeuristischen Beobachtungen sicher interessanter geworden.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Was aber hat es nun mit den „Divettes“ auf sich? Eine Ausstellung „Divettes de la Belle Époque 1880 – 1914“ widmete sich 2016 im Vorort Chelles diesen Sängerinnen der Variété-Theater und Revuen, Music-Halls, Cabarets oder auch  Bars wie dieser, in denen sie „Café-concerts“ gaben. Sie sangen wohl vor allem Operetten, wobei sie neben ihren schönen Stimmen auch ihren Körper zur Geltung brachten, wie es in der Zeitschrift „Forum Opera“ schön auf den Punkt gebracht wurde:

„… ces reines de l’opérette dont une plastique irréprochable rendait encore plus appréciable le joli brin de voix.“

Divettes de la Belle Epoque_540

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Der Ausdruck „Belle Epoque“ könnte auch mit ihnen zu tun haben, gab es doch offenbar vorher weibliche Schönheit kaum öffentlich zu sehen, wenn man einmal von den Huren absieht. Offenbar wurde ihre Gesangskunst nicht immer ganz Ernst genommen, ist „divette“ durch die Nutzung des Suffixes „-ette“ doch eine Verkleinerungsform des Grandeur bezeichnenden Begriffs „Diva“, der der Oper vorenthalten war. So ganz nahm man diesen Teil ihrer Darbietungen wohl nicht ernst, nehme ich an. Es finden sich aber kaum Quellen zum Thema. Offenbar wurden sie aber auch obszön angegangen, als wären sie „leichte Mädchen“. Und die noch heute bestehenden Lokale „La Divette du Moulin“ in der rue du moulin sowie „La Divette de Montmartre“ in der rue Marcadet scheinen darauf  zu spekulieren, ein entsprechend motiviertes männliches Publikum anzuziehen.

Leider habe ich keinerlei Hinweis auf die Aussage des Kellners bezüglich dieses Lokals gefunden. Aber genau gegenüber entdeckte ich ein Mosaik eines früheren, 1830 gegründeten Geschäfts für Malerartikel, das ich als Relikt der Geschichte des Quartiers und ihrer Künstler aus aller Welt interpretiere.

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Adresse: 18 avenue de Clichy, 75017 Paris/ Frankreich, Tel.: +33 9 60 44 38 19

Verwendete Quellen: Rizoud, Christophe: Divettes en goguette à Chelles, forumopera.com, 16.09.2016; Quelle des Ausstellungsfotos: Phonofolies & Phonographies

La Divette de Clichy_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris

Trotz dreier wunderbarer Äthiopien-Reisen 2011-12 ist mein Verhältnis zu Injera, diesen säuerlichen Teigfladen aus Tef, etwas getrübt. Nicht aber zu den unglaublich geschmacksintensiven Saucen, mit denen man diese Nationalspeise isst. Zuletzt hatte ich im Januar 2017 in der „Bar Mereb“ in Frankfurt/ Main das Vergnügen, wobei für mich eher die Stimmung dieses Migrantenlokals im Vordergrund des Erlebnisses stand. An diesem Abend Mitte Mai in Paris war das anders. Dort hatte ich das „Menelik“ beim Vorabcheck auf Google Earth entdeckt, als ich mich fragte, wo ich hier an der Avenue de Clichy im „Hotel de Nantes“ eigentlich übernachten würde und ob sich in der Umgebung Lokale für Besuche anbieten. Der Stil des Arrangements von Fotos und Gemälden an den Wänden, die ich auf den Fotos sah und das sofortige Aufkommen von Erinnerungen zogen mich stark an.

Gegen 20 Uhr kam ich dort an der Einmündung der rue Sauffroy erstmals vorbei, checkte ein paar Hundert Meter weiter nördlich ein und kam gegen 22 Uhr zurück.

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Gut, dass ich mich nicht von der etwas sehr touristisch wirkenden Leuchtreklame hab abschrecken lassen. Und auch nicht von Flugzeugen von Ethiopian Air auf dem Tresen und auch sonst manche versteckte Reisebüro-Werbung. Ok, der Inhaber muss auch gucken, wo er bleibt. Oder er dient seiner Heimat, indem er Franzosen auf die Idee bringt, Äthiopien zu bereisen. Jedenfalls war das Interieur trotz einer Überladung mit Bildern durchaus authentisch eingerichtet. Es drückt eine Sehnsucht nach vergangenen Zeiten aus, einer unschuldigen Idylle urtümlich lebender Menschen, die man allerdings auch heute noch am „Horn von Afrika“ findet.

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Bei der Bestellung kamen schöne Erinnerungen hoch. Ich nahm Injera mit vegetarischen Sossen (Menu Végétarien) und wartete in froher Erwartung – die sogar noch übertroffen wurde. Die auf dem Teigfladen platzierten Sossen waren sehr aromatisch, dazu auch eingelegter Weißkohl, Rote Bete und Salat.

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Dem äthiopische Kaiser Menelik II (1844-1913) wird eine innere Modernisierung zugeschrieben, er war aber vor allem derjenige, der das Reich nach außen auf seine heutige Größe erweiterte und Addis Abeba zur neuen Hauptstadt erkor. Auf der Homepage des Lokals werden Meneliks Verdienste gewürdigt. Der aus Addis Abeba stammende Chef erzählte mir, dass er das Restaurant 1996 aufgebaut habe. Ich hätte ihn fragen sollen, aus welchem der drei möglichen Gründe er das Lokal so benannte. Ursprünglich war er wohl auch der alleinige Küchenchef, jetzt hat er ein Küchenteam, lässt es sich aber nicht nehmen, selber die Bestellung aufzunehmen.

Natürlich darf hier am Wochenende die Folklore nicht zu kurz kommen: Freitags und samstags Abends ab 22.45 Uhr kann man hier die berühmte äthiopische Kaffeezeremonie erleben – die erstmals zu erleben schon für sich alleine den Besuch wert ist. Wenn man um die Uhrzeit noch Kaffee verträgt. Aber die Nacht beginnt um die Uhrzeit hier im Viertel unterhalb von Montmartre ja gerade erst.

Viele Gäste bestellen ein Gruppenmenü und bedienen sich reihum von der großen Platte. Wenn hier auch öfters äthiopische Gäste zu kommen scheinen, so ist das hier doch am ehesten ein Lokal für interessierte Franzosen, jedenfalls kein Migrantenlokal. Religiöse Symbole aus dem multireligiösen und multiethnischen Land sah ich – bis auf vier Kreuz-Symbole – keine. So gibt es natürlich gleichzeitig Fleisch, das „halal“ geschlachtet wurde, wie eine größere Weinkarte und andere Alkoholika.

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Wenn es – was wohl oft der Fall zu sein scheint – sehr voll wird, müssen manche Gäste in den etwas muffigen Keller neben den Toiletten ausweichen (also ins „Sousterrain“, was besser klingt). Diese leichte Museumsatmosphäre gibt dem Lokal aber seinen besonderen Charme. Es wirkt vielleicht etwas angestaubt, ist aber sehr sauber. Ich kann es – wie Hunderte andere Besucher*innen in den sozialen Netzwerken auch, nur empfehlen, zumal es nicht nur sehr gut, sondern – für Pariser Verhältnisse – auch ausgesprochen preiswert ist.

Adresse: 4, rue Sauffroy, 75017 Paris (direkt an der Metro „Brochant“), Tel.: 01 46 27 00 82, Handy : 06 15 46 34 42, menelik@wanadoo.fr, Homepage

Restaurant Menelik_Paris © Ekkehart Schmidt

Brasserie „Aux Rigolos“_Paris

9 Uhr: Ich darf ausschlafen und im Café neben dem Hotel de Nantes frühstücken. Noch ahne ich nichts von den Konsequenzen der Nacht, freue mich auf einen Arbeitstag in Paris, der genug Zeit zwischendurch bietet, Neues zu entdecken und es mir nach der späten Anreise letzte Woche Dienstag ein wenig gut gehen zu lassen.

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Ich nahm das Peit Déjeuner Parisien, also Café ou Chocolat, Jus d’Orange pressée, Tartine beurre et confiture et Crosissant für 5,50 Euro (am Boulevard Montparnasse kostet das Gleiche zum Beispiel im Café „Au chien qui fume“ 8,50 Euro). Hier, in der Avenue de Clichy gibt es eine andere Kundschaft, zwar auch Touristen, aber es dominiert eher eine Arbeiterbevölkerung mit hohem Migrantenanteil. Neben „Le Parisien“ kann man oft auch „Le Londonien“ bestellen: Das ist dann das gleiche Frühstück, nur mit einem Spiegelei oder Omelette dazu).

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Der Kellner lieferte es zügig. Er war einer der sehr trockenen Sorte, ein hagerer, ernst wirkender und sich streng kleidender Mann. Nicht wirklich zum Namen des Lokals passend. „Aux Rigolos“ könnte man mit „Bei den Lustigen“ übersetzen. Oder „Bei den Lächerlichen“? Das wurde mir nicht ganz klar. Er musterte mich gleichwohl etwas skeptisch, als ahnte er, dass ich, sowie er den Rücken wandte, beginnen würde, das Intérieur zu fotografieren.

Aber das Café im Norden der Avenue de Clichy, Ecke Rue Boulay besteht wohl schon seit einem Jahrhundert und der Name könnte an die 1930er-Jahre erinnern, als hier – rund um den Hügel von Montmartre – viele einschlägige Etablissements und Amüsierlokale bestanden. Oder es verhält sich genau umgekehrt und der zweite Name, „Café de l’Avenir“, oben über den Markisen angebracht, ist der ursprüngliche Name, und der groß in den Vordergrund gestellte soll Kundschaft anziehen.

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Brasserie "Aux Rigolos"_Paris © Ekkehart Schmidt

Dafür spricht, dass unterhalb der Theke in einem nicht mehr ganz aktuellen Stil „Aux Rigolos“ steht – über Fliesen, die so wirken, als habe man das Lokal in den vergangenen Jahren oder in den 1990ern  grundsaniert. In Erfahrung bringen konnte ich nur, dass das Lokal seit Juli 2011 einen neuen Inhaber hat. Die Wand linkerhand und im hinteren Bereich, mit ihren kleinen Kacheln und der Aufschrift „Vin au verre“ und „Welcome“ wirkt wiederum etwas älter und stammt vielleicht aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Jedenfalls sah das Lokal sicher anders aus, als hier Henry Miller 1933 oft vorbei kam, auf dem Weg von seiner WG (500 m nördlich, jenseits der Porte de Clichy in der Avenue Anatole France 4), zur deutlich entfernteren Place de Clichy im Süden, wo er Frauen aufgabelte und die Begegnungen mit ihnen in einem damals skandalös wirkenden pornografischem Stil beschrieb („Stille Tage in Clichy“).

Der Titel des erst 1956 erschienenen Werkes ist aber nicht deshalb „completely misleading“, wie der Autor laut Wikipedia selber sagte, sondern weil es auch die Geschichte zweier ums Überleben kämpfenden Schriftsteller schildert. Insofern ist es witzig, dass es sich mit dem Namen des Cafés ganz ähnlich verhält. Weniger witzig war, dass es bei mir zu jucken begann: Ich hatte mir Bettwanzen eingefangen. Das kannten die zwei sicher auch, wenn es auch offenbar nicht literaturwürdig war. Sie hatten eher Angst, sich schon wieder einen Tripper oder die Syphilis einzufangen.Jedenfalls bis zur Hälfte des Buches, das ich jetzt endlich mal vollständig lesen werde.

Adresse: 180 Avenue de Clichy, 75017 Paris, Tel.: +

Brasserie „Aux Rigolos“_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris

Als ich im August 2014 diesen stillen Platz in einem toten Winkel der Stadt hinter meinem Hotel d’Orléans entdeckte, fehlte ihm noch das entscheidende Extra.

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Ab April 2016 war es da: Ein Café-Restaurant an der Ecke, das den Platz vor der Kirche belebt. Nicht eins der typischen Sorte, sondern etwas, das zunächst wie ein Blumengeschäft aussieht. Und sich auch als solches entpuppte, nachdem ich mich dem Lokal fotografisch über Dutzende liebevoll an Straßenbegrenzungsposten angebrachten Blumentöpfe (was in Deutschland sicher verboten worden wäre) annäherte.

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Ja, tatsächlich: Es ist ein in ein Blumengeschäft integriertes Lokal bzw. ein überbordend florales Arrangement, das in ein Restaurant integriert ist oder besser gesagt dessen sehr spezielle Deko ist – was passt, weil es sich um hauptsächlich um Pflanzen für die Inneneinrichtung handelt, es gibt aber auch Kräuter zu kaufen. Ein „Café fleuriste“ also. Oder „Café fleuristerie“? Jedenfalls eine überraschend einfache Idee, Essen in einer pflanzlichen Umgebung anzubieten, perfekt von zwei Männern umgesetzt, aber noch schöner in einem Video einer Frau beschrieben: Alice in Paris.

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Überraschend, dass es Männer sind. „Die 2 an der Ecke“, Christophe und Victor,  könnten wie ein schwules Päarchen wirken, aber das war letzte Woche Mittwoch um 20.30 Uhr nur mein sehr vages intuitives Gefühl. Sie würden gleich schließen, sagte mir der eine, eher hagere Mann Mtte 40. Also um 21 Uhr, stellte sich heraus: Zeit genug für Tortellinis mit Jambon, die mir der andere, kräftigere Mann mit Bart zubereitete, während der Hagere weiter machte mit dem aufwändigen Gießen und Einsammeln der draußen stehenden Pflanzen. Er ist tatsächlich vom Fach: Ein ausgebildeter Gärtner.

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt

Dieser neu belebte „tote Winkel“ liegt auf einem Hügel nahe der Porte Saint Denis, der im 10. Jahrhundert eine Schutt- und Abfallhalde der Stadt war, als diese hier an der ehemaligen Stadtmauer endete, deren Verlauf heute von dem großen Boulevard nachgezeichnet wird. Seit dem 12. Jahrhundert ist das Gelände bebaut worden.

Adresse: 7 rue Notre Dame de Bonne Nouvelle/ Angle rue de la Lune, 75002 Paris, Tel.: 01 77 12 63 41, contact@les2aucoin.fr, Homepage

Les 2 au coin_Paris © Ekkehart Schmidt