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Zur Burgschänke_Frauenberg

April 2, 2020

Das sah erstmal gar nicht viel versprechend aus: eine ziemlich verbaute Landschaft.

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Aber die Mutter meiner Jüngsten wusste, warum sie vor zwei Wochen einen Ausflug nach Frauenberg an der Nahe, vor allem aber zur dort hinter der Schnellstraße versteckten Frauenburg vorgeschlagen hatte. Wir blieben in der ersten Corona-Krisen-Woche die einzigen, die den Reichenbach hoch wanderten, die Burg erklommen und uns an vermoosten Wegen und Bächen erfreuten.

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Dann kamen die zwei markanten, ungewöhnlich eng beieinander stehenden Türme der Anfang des 14. Jahrhunderts erbauten Frauenburg in Sicht. Ihre Geschichte ist ungewöhnlich und hat viel mit einer starken Frauenpersönlichkeit zu tun: Gräfin Loretta von Sponheim-Starkenburg.

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Die Wege sind gut mit Erklärungsschildern ausgestattet worden. Wir lernten, dass unterhalb der Burg ab 1330 ein Ort namens Tal Frauenberg bestand, der durch ein Hochwasser 1761 zerstört und nie wieder aufgebaut wurde. Und lasen erstaunt, neben der Erklärung des Konflikts von Loretta mit Kaiser und Papst, es gäbe die Vermutung, der kleinere der Türme könnte mit dem Märchen von Rapunzel in Verbindung gebracht werden. Hmm? Das wird noch von manch anderem Turm behauptet.

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Am 30. August 2015 wurde die Burgruine nach zweijährigen Renovierungsarbeiten  mit einem kleinen Fest wieder eröffnet. Eine Weile wirkte der Bau etwas künstlich, aber die Natur tut ihr Werk, ihn wieder zu integrieren. Nur diese Schnellstraßenbrücken… – es sind zwei!

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Jenseits der Brücke, unter der die Kinder lange am Bach spielten, stand ein altes Lokal, das ich kurz inspizierte: die Gaststätte „Zur Burgschänke“. Sie wirkte intakt, als wäre nichts. Zu gerne hätten wir hier jetzt – durchgefroren – zwei Kakao, einen Tee und einen Espresso bestellt.

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Ausgerechnet in der Zeit der vollendeten Sanierung der Burg und damit der Hoffnung auf viele Wanderer und also auch Gäste, hatten die Wirts- und Eheleute Burkard Bausch und Susanne Kullmann-Bausch ihr Lokal Ende Juni 2015 zu schließen bzw. mit der Burgschänke umzuziehen, wie die Nahe-Zeitung schrieb. Wohin genau, konnte ich nicht herausfinden. Seitdem scheint sie nur noch von einem Chor genutzt zu werden.

Ein letztes Lebenszeichen erreichte mich virtuell vom April 2015, als eine Petra O. unter dem schönen Titel „Der Wirt ist das Ziel“ auf gastroguide.de wohlwollend einen Besuch beschrieb und dabei die freundliche Wirtin hervorhob. Schade – genau jetzt wäre sie nicht nur als Dorf- und Ausflugsgaststätte, sondern auch als Etappenstation eine Bereicherung für Wanderer gewesen. Jetzt bleibt hier nur noch die Gaststätte „Sonnenberg“ im gleichnamigen Dorf, oben auf der anderen Seite des Flusses.

Aber die Burgschänke lebt wohl zumindest gelegentlich wieder auf, wenn hier gesungen wird. Gezapft wird dann kein Kirner Pils mehr. Aber wahrscheinlich wird der Kühlschrank immer neu angeschlossen und mit Flaschen bestückt, während sich der Chorleiter an seine E-Orgel setzt und zwei Dutzend Handwerker zu singen beginnt.

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

Der Handwerker-Chor Kreis Birkenfeld e.V. ist wohl tatsächlich eine Besonderheit in der Chorlandschaft von Rheinland-Pfalz. Er rekrutiert sich nahezu ausnahmslos aus Handwerksmeistern, die sich aus Freude am Gesang zusammen gefunden haben. Er besteht etwa seit 2000 und wird von Friedel Schmidt geleitet. Auf der Facebook-Seite dieser Gemeinschaft singender Handwerker fand ich ein Foto eines Auftritts von 2016:

Handwerker-Chor Kreis Birkenfeld

Adresse: Bahnhofstr. 1, 55776 Frauenberg

Verwendete Quellen: burgen.de: Frauenburg; Wikipedia-Artikel „Burg Frauenburg (Frauenberg, Nahe)

Zur Burgschänke_Frauenberg © Ekkehart Schmidt

From → Gaststätten

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