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Café Am Trëmel_Useldingen

September 19, 2019

Dreimal bin ich in den letzten sechs Jahren hier um die Kurve geradelt. Das Café „Am Trëmel“ kam für uns aber als Stopp nicht in Frage. Zwei Mal, zuletzt vor drei Wochen, machte unsere Velotour-Gruppe Rast im Café Um Wier. Hier fehlte halt eine Außenterrasse und das Lokal an dieser relativ stark befahrenen Kreuzung im Dorfkern von Useldingen/ Useldange schien auch sonst nicht einladend. Wenn auch daneben ein historischer Brunnen mit Blumen stand. Attraktiver ist aber die Terrasse am Stauwehr der Attert.

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Es muss aber eine spannende Geschichte als unkonventionelles Dorfcafé mit gelegentlichen Lifekonzerten gehabt haben. Vielleicht sehr alt, jedenfalls wirkt das Schild an der Rückwand so.

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Das letzte Lebenszeichen gab es mit einem Konzert im August 2018 von sich: Das Video „Sweet Home Alabama – Performed by Ed King & Artimus Pyle“ von 2005. Ein paar Monate zuvor gab es hier am 6. Mai ein Live-Konzert mit der Paul Benjaman Band aus Oklahoma. Vielleicht war das hier also ein Refugium für Menschen, die in den 1970er-Jahren musikalisch sozialisiert wurden. Also heute 60-jährigen.

Ende August gab es nur noch mit Zeitungen von 2018 zugeklebte Fenster, aber keinerlei Zeichen einer im Gange befindlichen Sanierung. Das Café – das wohl eher ein Pub sein wollte – ist also definitiv in die ewigen Jagdgründe gegangen. Oder in den Himmel. Wie es in dem Song so schön heißt: „Lord, I’m coming back to you“. Oh je, da kriegt man echt den Blues…

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Seit November 2018 ist das Haus jedenfalls zu vermieten. Aber ich sehe da eher schwarz. Hier, an der Hauptkreuzung von Useldange finden sich vier Lokale, von denen zwei geschlossen haben. Dazu etwas weiter weg das Um Wier, das ich 2016 und jetzt wieder besucht habe. Ziemlich viel für ein Dorf von kaum 1900 Einwohnern, trotz ein wenig – wegen der überdimensioniert großen Burg – Durchgangstourismus im Tal der Attert.

Was aber bedeutet das Wort „Trëmel“? Kann mir da jemand helfen? Ich habe es noch nicht sicher herausfinden können. Es scheint ein alter Begriff zu sein, der eventuell Bezug nimmt auf das „Treideln“, also das Ziehen von Booten von einem Uferweg aus. Vielleicht war hier am Wehr das Ende der Route an der Attert? Gegenüber hat man jedenfalls ein Schild befestigt, in dem das Wort mit dem Begriff Dorfzentrum verknüpft wurde. Das war dieses Café sicherlich. Jetzt gibt es an der zentralen Kreuzung nur noch ein chinesisches Restaurant und ein eher edel und auf Ausflügler ausgerichtetes Lokal.

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Neben diesem toten Lokal gibt es auf der anderen Seite der Kreuzung noch ein zweites: Das „Café G. Loesch“.

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

Die alte Rolle von Trëmel und Loesch hat wohl das eingangs erwähnte, ausgebaute Lokal „Um Wier“ übernommen. Jedenfalls dessen vorderer Bereich mit Theke und vielleicht die Terrasse, nicht aber der Restaurantrakt.

Als Relikt: Die noch bestehende Facebook-Seite des Lokals.

Café Am Trëmel_Useldingen © Ekkehart Schmidt

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