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Es wird warm

September 13, 2019

Es wird warm. So warm, dass es bald, in nicht mehr so ferner Zukunft, so sehr warm, ja heiß wird, das wir überhitzen. Auch hier in meiner Stadt. Und dann?

Ja, das macht Angst. Verdrängen wollen wir das nicht, aber lieber nicht genau hingucken. Und 2030, wenn alles kippen könnte, ist ja noch weit, denken einige. Oder bricht alles schon 2020 zusammen?

So pupsen die Kühe weiter Methan in die Luft und wir pusten ebenso ungebremst alle möglichen Abgase in die Atmosphäre. Direkt und indirekt, zum Beispiel, indem wir weiter billiges Gemüse aus Italien oder Spanien per Lkw zu unserem Discounter fahren lassen. Es kostet einen Bruchteil der wahren Herstellungskosten, weil die externen Kosten (Lohnsklaven und Umweltverschmutzung) nicht eingepreist sind. Anders als bei Bio-Gemüse, das vergleichsweise teuer erscheint. Jaja. Wir können aber doch nicht plötzlich alles anders machen. Außerdem ist das ja alles nicht wirklich bewiesen. Die Politik und die Konzerne sollen endlich hingucken. Und was tun!

Oder könnten wir das auch? Mehr als brav den gelben Sack füllen, ein bisschen weniger Fleisch essen und ab und zu den Bus nehmen? Ja, wir können mehr machen! Vor allem sollten wir weniger Angst haben und mehr tun, um aus der Angststarre heraus zu kommen, finden einige Menschen, die sich in der „Transition-Bewegung“ zusammen gefunden haben. Zum Beispiel in Saarbrücken. Der englische Begriff „Transition“ lässt sich mit „Wandel“ oder „Übergang“ übersetzen. Es geht darum, vor allem in Städten und Gemeinden eine Zeit ohne fossile Energien wie Erdöl und Erdgas vorzubereiten. Unsere Kommune nachhaltiger machen.

Menschen von Transition Town probieren aus, auf einen Konsum zu Lasten des
Klimas zu verzichten. Und nachhaltige Alternativen aufzuzeigen, zum Beispiel durch
Landwirtschaft in der Stadt. An der Saar engagieren sich die unterschiedlichsten Menschen: Abiturienten mit Spaß am Gärtnern, ein Student, der sich ausschließlich von Lebensmitteln ernährt, die er aus Containern von Supermärkten „rettet“, ein Mann, der vor 36 Jahren entschieden hat, kein Auto zu fahren, ein überzeugter Barfußgänger und andere eigentlich ganz normale Leute. Sie organisieren Verschenkbörsen für Bücher und Gebrauchsgegenstände, pflegen einen Gemeinschaftsgarten und zeigen Filme.

Die meisten sind froh, ihren Frust und die Wut über die fehlende Änderungsbereitschaft anderer kanalisieren zu können. Sie befreien sich aus der Lähmung, indem sie konkret etwas tun. Etwas Kleines, aber gemeinsam. Im Wissen, dass es ähnliche Gruppen auch in Trier, Stuttgart oder Luxemburg gibt. Es macht Spaß, mit anderen Menschen etwas auszuprobieren. Da wird ihnen ganz anders warm. So wohlig, dass sich auch die Ängste auflösen. Im aktiven Tun. Zusammen.

Der Text entstand für die SDG-Kampagne von RENN „Ziele brauchen Taten“ und wurde für eine Zeitung, die im Herbst breit verteilt werden soll  – deren Bedürfnissen entsprechend – verändert. Die „SDG“ sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN.

Hier mehr zur Kampagne

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