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Versuch über die Spanische Treppe_Rom

August 8, 2019

Das Touristen nicht nur ein Segen, sondern – falls in Horden auftretend und alles städtische Leben dominierend – auch ein Fluch sein können, haben wir diesen Sommer gelernt. Städte wie Barcelona, Paris, Venedig oder auch Rom beginnen sich jetzt aber zu wehren. Was in Venedig die Kreuzfahrtschiffe sind, scheinen in der italienischen Hauptstadt die Rucksacktouristen zu sein.

Ich habe in den 1980er-Jahren auch auch mancherorts „wild“ im Schlafsack übernachtet, wenn der nächste Campingplatz zu weit weg war oder ich spät ankam bzw. früh los musste. So im Hafen von Piräus, an der Friedhofsmauer von Ravenna, in einem abgestellten Zug im Bahnhof von Ljubljana, unter den zum WC führenden Treppen von Autobahnraststätten, auf der Wiese an der griechisch-mazedonischen Grenze oder unter einem Gerüst mit Bienenkörben an der Autoput im ehemaligen Jugoslawien. Aber nie wirklich in einer Innenstadt. Das wäre mir zu gefährlich gewesen.

In Rom scheint es viele nicht abzuschrecken, dass sie nachts beklaut oder beraubt werden könnten. Immer wieder beschwerten sich Einwohner über campierende Leute auf den Stufen der „Spanischen Treppe„, einer der berühmtesten Freitreppen der Welt. Dann verabschiedete der Stadtrat kürzlich einen Erlass, der seit gestern nicht nur das Übernachten, sondern gleich komplett das Sitzen auf Monumenten untersagt. Selbst wenn man sich – wie wir 2014 – nur im Schatten ausruhen möchte. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen von bis zu 400 Euro.

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Wir hatten Pech: Nicht nur die Fontana di Trevi, auch die sich oberhalb der Treppe erhebende Kirche Santa Trinità dei Monti, zu der die Treppe von der Piazza di Spagna hinaufführt, wurden gerade saniert. Hier der Blick vom berühmten Café Greco, das ich bei diesen Umständen deutlich attraktiver fand. Auch zum Sitzen.

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Gestern vertrieben dann tatsächlich Polizisten mit Trillerpfeifen Besucher, die auf den berühmten Marmorstufen sassen, um sich auszuruhen. Was wohl die alten Römer dazu gesagt hätten? Sie hatten ja Erfahrung mit Barbaren und Invasoren. Wir sind jedenfalls die Treppe hoch, wo wir auf einen trafen, der sich mit Coffee to go und Zigarette auf einem auch heute erlaubtem Grund ausruhte: einer Mauerbrüstung.

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

Spanische Treppe_Rom © Ekkehart Schmidt

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