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Unser Beet am Staden_Saarbrücken

Juli 5, 2019

WORK IN PROGRESS

Unsere dritte Saison des Gemeinschaftsgartens begann energiegeladen, dann kam ein langer Durchhänger, jetzt sind wir aber wieder drin. Zum Auftakt trafen wir (Johanna, Jonas, Niklas und ich) uns bei mir, sähten Kürbisse, Gurken, Tomaten etc. in Eierschalenpappbehälter – womit ich dann ein paar Wochen zu tun hatte. Wir lernten auch etwas über die drei indianischen Schwestern.

Ende März holten wir den Löwenzahn aus dem Beet, weil er so wuchert. Und fragten uns, ob wir den Boden Umgraben oder Auflockern sollen? Wo umgegraben worden war, wuchs es letztes Jahr besser. Also Umgraben. Als wunderbare Überraschung gab es ein neues Schild von Leonie, damit Passanten wissen, wer hier was macht (es stand seit November in der Behindertentoilette und wartete auf diesen Augeblick). Und Jonas steuerte ein paar Kräuter bei, gerettet aus einem REWE-Container.

Am 2. April waren wir wieder zu viert, Niklas grub unverdrossen fleißig den Rest des Beetes um, während Florence, ihre kleine Schwester Melissa und ich überlegten, wie wir die Wege anlegen. Wir entschieden uns für gewundene Zugänge, an Yin und Yang erinnernd, jedenfalls bloß nicht quadratisch-eckig. Dann säten wir ins Freiland aus: Spinat, Möhren und Radieschen, Ringelblumen und Soja. Es kamen wieder mehrere Passanten vorbei, denen wir erklärten, was wir machen, darunter auch Julia und ihr Freund, die beim Stadtbauernhof im Almet arbeitet und Lust hat, uns gärtnerisch zu beraten, denn: Das war der letzte Semesterferientag von Florence, sie kehrt jetzt bis zum Sommer nach Dresden zurück und wir werden ihre Expertise missen…

Zwischendurch gab es zwei externe Interventionen in unser Beet: zunächst eine Pflanzen einpflanzende Unbekannte, dann Ratten, die freudig auf Maiskörner und anderes von mir nach einem Besuch des Gemeischaftsgartens n Esch/ Alzette im Ying- und Yang-Zentrum aufgetürmten Komposthaufen reagierten und alles durchwühlten. Einmal sah ich eine ins Gebüsch huschen. OK, verstanden: Hier können nur Unkräuter, Blätter und Kaffeesatz aufgehäuft werden. Letzteren trug ich von Zuhause und dem Büro bei und erbat ihn mir ab Anfang Juli regelmäßig beim Ulanen-Pavillon, die ihn bislang immer in den Restmüll gegeben haben.

Am 19. Mai konnte ich die ersten Radieschen ernten:

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Dann pflanzten wir die anderen Setzlinge aus: Gurken, Zucchini, Kürbisse, Bohnen, Erbsen, Tomaten und Sonnenblumen. Manche gingen gut an, andere kümmerten lange vor sich hin. Lernerfahrungen…

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Am 17. Juni kam ich mal wieder alleine giessen. Es gab nicht nur die zweite prachtvolle Erdbeere (die erste hatte ich nicht fotografiert und jemand hat sie zwischenzeitlich gepflückt >> schon okay), sondern noch andere Überraschungen.

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Neben den ausgepflanzten Tomatensetzlingen zeigten sich versteckt gut zwei Dutzend Pflänzlein, die sich 2018 selbst ausgesäht haten. Dazu eine Ringelblume… Passend dazu fand ich eine schöne Besprechung des Buchs „Der antiautoritäre Garten“ von Simone Kern. Die Bloggerin Ulrike Sokul fasst die Essenz genau so schön zusammen, wie wir sie hier erleben:

„Wenn man versamende Pflanzen im Garten hat und aufmerksam hinschaut, kann man erkennen, daß sich viele Pflanzen von alleine an dem für sie optimalen Standort ansiedeln und an unpassenden Stellen ent- weder verkümmern oder garnicht aufkeimen. Darf eine Pflanze standortgerecht wachsen, bedarf sie deutlich weniger Pflege und muß meist auch keine oder kaum Gießnachhilfe bekommen. Angesichts des Klimawandels sind natürliche, wilde Pflanzenarten unkomplizierte, widerstandsfähige und pflegeleichte Gartengenossen, die mit Trockenheitsphasen besser zurechtkommen und uns auch noch den Gefallen tun, sich selbständig zu vermehren.“

Aber ach: die Radieschen sind im Juni geschossen, blühen und beginnen, Samen zu bilden… Sind als Frucht aber hölzern geworden und nicht mehr geniessbar. So ließen wir sie weiter wachsen. Ich hätte mehr ernten sollen, die anderen waren zu zurückhaltend. Aber so erleben wir erstmals, wie schön die rosa und weißen Blüten der Pflanze sind!

Unser Beet am Staden_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Nach diesem Erlebnis alleine trafen wir uns am 18. Juni erstmals in einer richtig großen Gruppe am Beet, etwa acht Leute. Julie und Didi waren wieder da. Ganz neu dabei waren Eric von Transition Trier und Jeremias vom Unverpackt-Laden. Letzterer hatte die Idee, den Komposthaufen mit Stöcken einzuhegen. Und erstmals fühlte es sich wieder wie 2018 an.

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Die Samenbombe ist aufgegangen! Und die Erdbeere produziert Ableger: Faszinierend!

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Am 5. Juli habe ich einige der Blumen und Blüten fotografiert, die endlich ein paar Farbtupfer ins Beet bringen: Von uns ausgesähte Sonnenblumen, die Zucchini, wie auch sich 2018 selbst versamende und jetzt schön blühende Kapuzinerkresse, Kornblumen, sowie viele Überraschungen aus diversen „Bienenweide“-Samenmischungen:

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Unser Beet am Staden_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Eine erste Bilanz der Saison: Wir haben mickernde Erbsen und Kohlrabi, eine riesige Kornblume, ein paar Ringelblumen, Liebstöckl, Sauerampfer, eine Erdbeere und Kürbis-, zwei Zucchini- und 2 – 3 Schnittlauchpflanzen sowie ein paar Bohnen. Dazu in großer Menge Tomaten und Radieschen, die schon blühen und deren Früchte allerdings schon hölzern geworden sind und zwischen denen Möhren kümmern, dazu zwei Dutzend Topinambur, sehr viel Spinat, ein halbes dutzend Sojapflanzen, drei fette Sträucher Zitronenmelisse, ein halbes Dutzend Sonnenblumen und viele weitere einzelne Blumen, je 3 – 4 Kapuzinerkresse-, Rosmarin- und Lavendelpflanzen, Gurken und halbwegs gut anwachsender Rotkohl im Beet. Neben anderem unbekanntem, aber blühendem und „Unkraut“, das wir ebenfalls gewähren lassen, weil es Blüten für Insekten produziert.

Vor ein paar Wochen und am 6. Juli wieder, kam Lutz Kuhberger, ein weltweit aktiver Saarbrücker Fotograf an unser Beet und gab Tipps zur Bewässerung („Ihr müßt die Pflanzen großzügig wässern, weit drumherum, damit die Wurzeln einen Anreiz haben, sich auszudehnen“) hat auf seinen Reisen Tomatensamen mitgebracht und eine faszinierende Sammlung von fast 300 zuhause selbst gezogenen Tomaten erzeugt, die er fotografisch in einem Poster dokumentiert hat.

Zwischendurch haben wir bei unseren wöchentlichen Treffen, auch über die Frage nachgedacht, ob wir uns nicht als Verein gründen sollten. Um im positiven Sinne mehr Struktur und Verpflichtungsgefühl in unsere Aktivitäten Gemeinschaftsgarten, Verschenkbörse, Bücherbürse und Filmveranstaltungen zu bringen. Und haben uns dafür entschieden. Am 6. Juli gab es dazu einen ersten Info-Abend, zu dem sehr viele Leute kamen. Am Dienstag, 9. Juli fand dann unsere Gründungsveranstaltung statt.

Unser Beet am Staden_Saarbücken © Ekkehart Schmidt

Aber natürlich ging es dann auch am Beet weiter. Im Juli und August wuchsen vor allem unsere Tomaten sehr stark, dazu Gurken und ein Kürbis. Hier einige Eindrücke vom 24. und 27. August:

Unser Beet am Staden_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

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