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Ahwa in Al-Qarafa_Kairo

Mai 23, 2019

Ende April war ich mal wieder in der gut 500 Jahre alten Nördlichen Totenstadt al-Qarafa , östlich der Altstadt von Kairo, um deren Besiedlung sich so viele Mythen ranken. Erstmals seit fünf Jahren. Und natürlich auf dem Minarett des Mausoleums von Qait Bey, von wo aus man südwärts über den Friedhof bis zur Zitadelle schauen kann.

Ahwa in Al-Qarafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qarafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Nordwärts blickend hatte ich das starke Gefühl, dass der Friedhof immer stärker mit Wohngebäuden bebaut wird. Aber vielleicht täuscht mich meine Erinnerung. Ich war hier mit einer Exkursionsgruppe und wir sind anschließend in ein Café. Das mir gut bekannte direkt unten hatte geschlossen, so sind wir die Gasse etwa 80 m nordwärts gelaufen, hinter den den Blick dieses Fotos versperrenden ersten Hochhauses und fanden ein uraltes Kaffeehaus, von dem aus man zurück zu unserem Minarett schauen konnte.

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Die netten beiden Kellner fragte ich nach dem Namen des Cafés: Es gibt keinen. Die Frage irritierte sie ein wenig. Aber OK. Muss ja nicht. Wir setzten uns und bestellten eine Teerunde. Alle beeindruckt von der Tiefe der Historie, die hier spürbar war. Am meisten faszinierten mich hier die Wände und was darauf appliziert war.

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Letzteres ist eine Art „Deckel“ oder ein Tableau für ein Spielergebnis? Ich hatte so etwas schon einmal gesehen: Im Café Slovenija in Darb el-Ahmar. Der Kontrast der alten Wände zu den zeitgenössischen Plastikstühlen war befremdend, aber – eben – authentisch.

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in al-Qarafa_Kairo (c) Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa in Al-Qaafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

Bei Betrachtung dieser Ecke mit dem ins Mauerwerk integrierten kleinen Schrank, frage ich mich, wie alt das Café ist. Es wirkt, als könnte es schon vor vielen Jahrzehnten entstanden sein, als hier noch keine Wohngebäude standen. Wie so oft sage ich mir, dass ich hier noch einmal hin muß. Zum etwa zehnten Mal seit 1988. Damals habe ich leider noch nicht bewusst solche Lokale fotografiert.

Ich war damals noch stark beeinflusst von den völlig überzogenen Schätzungen der Zahl der Menschen, die hier leben: Hunderttausende bis eine Million, wie ein britischer Journalist 1978 den Bürgermeister zitierte, der nicht wirklich wußte, wovon er sprach. De facto waren es vor enigen Jahren rund 13.000, von denen die Hälfte als Grabwächter eine klar dem Ort zugeordnete Funktion hatten. Von wegen „Die Wohnungskrise in Kairo ist so schlimm, dass die Menschen sogar auf dem Friedhof leben müssen“ – wie es dann in westlichen Medien immer wieder hieß.

Ahwa in Al-Qarafa_Kairo © Ekkehart Schmidt

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