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Saarbrücker Kaugummigesichter

Mai 15, 2019

Mit Kaugummiflecken beschäftige ich mich seit einem halben Dutzend Jahren: Warum gibt es stellenweise Ballungen? Und anderswo fast keine? In Luxemburg habe ich während der mittagspauslichen Gänge schon intensive Recherchen durchgeführt, noch ergebnislos. An meinem Wohnort Saarbrücken stieß mich erst eine Kolumne von Jörg Wingertszahn vor zwei Wochen in der Saarbrücker Zeitung auf das Thema: Er hatte in der Bahnhofstraße schön bunt bemalte Kaugummiflecken entdeckt und fragte sich, welches Geheimnis dahinter steckt: Sie schienen willkürlich verteilt, vielleicht wollte jemand auf die Verschmutzung der Stadt aufmerksam machen?

Er erwähnt in seinem Text, der darauf abzielt, dass sich der „unbekannte Picasso“ bitte melden solle, auch den Briten Ben Wilson, der es als Kaugummi-Künstler weit gebracht habe. Aus Unerwünschtem wolle dieser etwas Wertvolles schaffen. Vorgestern bin ich jedenfalls die Bahnhofsgegend abgelaufen und fand zwei Dutzende Gesichter in der Reichsstraße. Hier eine Doku:

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Zunächst dachte ich, der/ die Künstler*in hätte sich auf die vom Hauptbahnhof zur Bahnhofstraße führenden Reichsstraße beschränkt. Die Platten der Bahnhofstraße verweigerte er jedenfalls. Er hat jedoch, wie ich heute feststellte, auch vier rote Gesichter in der zweigeteilten Futterstraße am Buchladen Bock&Seip auf Kaugummiflecken gemalt. Sie sind noch einmal ganz speziell im Gesichtsausdruck:

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Das hier wird also wieder ein Work in progess, zumal Jörg Wingertszahn nicht nur – wie ich – gelb und rot grundierte Flecken fand, sondern auch blau und grün grundierte. Eine echte Herausforderung also – weil ich halt irgendwie ein Vollständigkeitsfreak bin.

1./ 2. Nachtrag vom 18./ 20. Mai: Heute früh entdeckte ich zwei neue Gesichter in einem ganz anderen Stil. Mit Mintgrün als neuer Farbe. Oder hat da jemand alte Gesichter übermalt? Jörg Wingertszahn hat offenbar (Artikel vom 20. Mai) auch Exemplare am St. Johanner Markt und dem Saarufer entdeckt. Ich bleibe also dran.

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

3. Nachtrag: Am 30. Mai habe ich in der Reichsstraße (diesmal linkerhand) lauter neue Gesichter entdeckt, vor allem umrandete – also eine stilistische Weiterentwicklung – und plötzlich auch mehrere in Reihen unmittelbar nebeneinander.

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Dazu auch eine Reihe mit einer neuen Farbe: blau.

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Und welche, auf die – ohne farbige Grundierung – einfach in rot ein Gesicht aufgemalt wurde. Der/die Künstler*in entwickelt sich also weiter, variiert…

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

Und was soll das Ganze? Ich empfinde die Idee als geniale Intervention im öffentlichen Raum: eine Spielerei, aber eine, die den Effekt hat, dass die Passanten etwas gewahr werden, das sie sonst nicht sehen. Es ist sehr aufwändig und teuer, Kaugummiflecken zu entfernen.

Ende Mai konnte Jörg Wingertszahn in der Saarbrücker Zeitung endlich Vollzug melden: Der Künstler hatte sich gemeldet bzw. geoutet. Er heisst Justin Backflipp, jedenfalls ist das der Künstlername eines 38jährigen Schlossers, der in Kaiserslautern geboren wurde und im Februar mit seinen Malereien begann. Er bestätigt, dass er auf Umweltverschmutzung aufmerksam machen wolle. Er benutzt teure Acrylfarbstifte, hat nach eigenen Angaben schon über 2500 Kaugummiflecken bemalt und unterscheidet zwischen guten und schlechten Kaugummis, je nachdem, ob sie in der Sonne weich werden oder nicht. Letztere kann man gut bemalen.

OK. Damit ist klar, dass ich hier nichts vollständig dokumentieren kann.

Verwendete Quelle: Wingertszahn, Jörg: Kolumne: So kann’s gehen. Lieber unbekannter Picasso, bitte melde dich, in: Saarbrücker Zeitung, 02.05.2019; derselbe: Er hat es schon wieder getan, Saarbrücker Zeitung, 20.05.2019; derselbe: Es gibt gute und schlechte Kaugummis, Saarbrücker Zeitung, 31.05.2019

Saarbrücker Kaugummigesichter © Ekkehart Schmidt

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