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Gasthaus Stephan_Walhausen

April 12, 2019

Zunächst war das heute für mich nur ein weiteres „totes Café“ im ländlichen Raum. Es wirkte, als wäre es seit ein paar Jahren geschlossen. Dann trafen wir eine Frau, die sich hier im nördlichen Saarland engagiert, eine Gemeinschaft aufzubauen. Die Planungen sind schon weit fortgeschritten und neben einem Neubaugebiet an der  seit 1997 bestehenden Waldorfschule gehört dieses Haus mit dazu: Das Lokal wurde ihr zufolge vor etwa 20 Jahren geschlossen (der die Planungen begleitende Bau-Ingenieur Achim Klemm sprach bei einer Info-Veranstaltung am 10. Mai von 5-8 Jahren).

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Zum Lokal gehörte ein Saal-Anbau und eine Schlachterei mit Metzgerei. Der Inhaber hat zuletzt noch Lyoner, Hartwurst und Frikadellen verkauft, hat Achim Klemm recherchiert. Dort fanden die Leute von ProWal noch verweste Fleischreste. So kann es gehen. So schnell. Alles war noch so, als wäre der Inhaber überraschend in ein Krankenhaus eingeliefert worden und nie wieder zurück gekommen (und auch keine Erben). Als wäre Stephan (oder wer immer) nur gerade kurz weg… Im Prospekt von ProWal sind Fotos von Innen abgedruckt:

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Im 620-Einwohner-Dorf Walhausen gibt es seit vielen Jahren keinen Laden und kein Lokal mehr mehr – bis auf den improvisierten Bioladen auf dem Demeter-Hofgut an der Waldorfschule, mitten auf dem Feld, in dem man während der Saison in Selbstbedienung einkaufen kann, was gerade geerntet wurde. Ebenfalls  in der Straße unterhalb des Bahnhofs fanden wir auf dem Rückweg noch ein Tanzlokal, das auch gestorben ist. Auch online fand ich keine Spur, bis auf ein gleichnamiges Lokal im nahen Nohfelden. Ein Nachbar wusste auch nur, dass hier vorher ein Lieferservice war. Ein paar Jahre ist es woh schon geschlossen.

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

Falls wir ernsthaft überlegen sollten, uns dieser Gemeinschaft namens „proWAL“ anzuschließen, kommen wir sicher bald noch einmal vorbei. Vielleicht können wir sogar im Gasthaus wohnen. Egal wie: Vorher könnte ich vielleicht den inneren Zustand dokumentieren!

Die Gemeinde erwarb das Gasthaus Stephan und wollte es abreissen, um keinen „Schandfleck“ im Ortsbild zu haben. Da aber im Haushalt die dafür nötigen 20.000 Euro kurzfristig nicht mehr vorhanden waren, unterliess man es vorerst. Der Verein „proWAL“ kann das Haus nun zum gleichen Betrag kaufen und plant, die Kneipe als Begegnungszentrum wieder aufleben zu lassen, die Metzgerei zu einem Lagerraum zu machen (der die bekannten, alle 5 Jahre stattfindenden Köhlertage – zuletzt im August/ September 2018 – organisierende Verein nutzt sie bereits entsprechend) und oben zwei Wohnungen mit 80 und 50 m“ einzurichten.

Nachtrag vom August 2019: Der Verein „proWal“ hat unter dem Motto „Die Zukunft ins Dorf holen“ eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um das Gasthaus Stephan zu erwerben: A better place.

Gasthaus Stephan_Walhausen © Ekkehart Schmidt

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