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Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou

März 14, 2019

Ich liebe Säfte, wenn sie handgemacht sind oder in Bioqualität hergestellt wurden. Handgemacht? Kennen wir das hier in Deutschland eigentlich noch? Ein einziges Mal bin ich mit einer Freundin durch Ottweiler Streuobstwiesen gelaufen und habe Äpfel gesammelt, die wir dann in einem Entsafter zu Saft gemacht haben, der allerdings nur ein paar Tage haltbar war. Holundersirup hab ich in den letzten Jahren aber ein paar Mal selbst gemacht. Das war’s aber schon. So etwas Essentielles ist in unserem modernen Leben also völlig verloren gegangen. Nur in wenigen Lokalen mit ökologischem Anspruch, wie dem Zing oder der Pause Traiteur, wird so etwas noch angeboten.

Ganz anders zum Beispiel in Burkina Faso. Meine Gastgeberin bei zwei Besuchen im Sommer 2018 und Winter 2018/19 hat, nachdem sie ein Theaterengagement gekündigt hat, zum Lebensunterhalt begonnen, Säfte herzustellen und zu verkaufen. Aus Hibiskusblüten, die ich von Tees aus Ägypten kenne, und Tamarindenfrüchten macht sie Säfte. Andere im Land produzieren Mango- und Ingwersaft, der zum Beispiel im Café Resto Tonus verkauft wird, abgefüllt in Mineralwasserflaschen:

Café Restau Tonus_Bobo Dioulasso  © Ekkehart Schmidt

Die Zutaten dazu werden überall im Land geerntet und getrocknet, wie hier Hibiskusblüten im Dorf Koumi bei Bobo Dioulasso:

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Man kann die getrockneten Blüten überall auf Märkten kaufen, hier ein Stand mit Hibiskusblüten und Ingwerknollen am Grand Marché in Bobo-Dioulasso:

Grand Marché_Bobo Dioulasso  © Ekkehart Schmidt

Sie kochte Hibiskusblüten mit 10 Liter Wasser in einem Eimer ab, nahm dann ein Sieb und schüttete die Flüssigkeit in einen zweiten Eimer, dabei die Blütenmasse gut durchknetend, alles an Essenz herausquetschend, siebte das Ergebnis dann nochmal sauber durch und füllte einen Teil in gebrauchte Plastikflaschen (Cola etc.) damit ab, ohne die Ursprungsetiketten zu entfernen. ein zweiter Teil wurde in kleineren Portionen mittels eines Geräts in Plastiktüten eingeschweißt. Es heißt, Hibiskussaft würde oft auch mit Sauerampfer ergänzt.

Hier die Produktion von Tamarindensaft, die ähnlich verläuft. Tamarinden bekommt man gelegentlich auch in Cafés zum Kaffee hingestellt, als Angebot zum knabbern:

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Dem Saft fügte sie dann Zucker und Aromastoffe zu („Ananas“ von Dr. Oetker…):

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Sie bringt das Ergebnis dann sehr früh am Morgen zu einem Mann von einer Boutique, der sie an seine Kunden zu je etwa 100 Franc CFA verkauft. Als Reingewinn für 1 – 2 Stunden Arbeit und zwei Fahrten per Motorrad (noch 1 Stunde) beträgt etwa 1000 bis 2000 Franc CFA (= 1,70 – 3,40 Euro).

In Cafés bekommt man gelegentlich auch industriell gefertigte Tamarindensäfte in der Flasche oder Dose, die dann etwa 300 – 500 Franc CFA kosten und bei weitem nicht so gut schmecken. Dafür aber vielleicht den Nachteil der selbstgemachten Säfte ausgleichen, nicht mit Leitungswasser hergestellt zu sein, was für Ausländer manche gesundheitlichen Risiken mit sich  bringt. Meine Anregungen, ihre Säfte bei bestimmten Lokalen mit ausländischer Kundschaft als etwas wirklich besonderes anzubieten, verhallten. Schade.

Jardin Noces de Caanan_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Bissap und Jus Tamarin_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

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