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Marché de Sankariaré_Ouagadougou

Januar 30, 2019

Märkte zu besuchen gehört zu den Höhepunkten eines Besuchs in Ouagadougou, einer an architektonisch interessanten Bauten, Straßenzügen oder Plätzen extrem armen Stadt. So war für mich ein wesentliches Argument, für meine zwei Nächte Downtown Ouaga Ende Dezember mit dem Pavillon Vert ein Hotel auszuwählen, das direkt gegenüber eines großen Marktes liegt. Das Viertel Dapoya liegt etwas abseits der üblichen Routen, aber nicht weit entfernt von der Innenstadt: Man gehe vom Rondpoint des Nations Unis ein paar hundert Meter weiter nach Norden, dabei den Bahnhof links liegen lassend, und biege dann linkerhand ab.

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Das durch zwei Querstraßen geteilte Geviert überdachter Marktgassen mit über 2000 Läden ist ein guter Ort, das Leben der Menschen hier kennen zu lernen, wenn man sich eine oder anderthalb Stunden Zeit nimmt. Leider kann ich kein Café empfehlen, in dem man sich ausruhen und in ruhe beobachten kann. Bestimmt gibt es aber irgendwo zumindest einen mobilen Anbieter von starkem Nescafé.

Ich bin durch den Nordeingang hinein und entdeckte schnell einen Bereich, in dem eine Dominanz von Friseur- bzw. Frisurenbedarf auffällig war, vielleicht von Bedeutung für die Gesamtstadt.

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Abgesehen von dieser Spezialisierung auf Perlen und andere Schmuckgegenstände, die für Frisuren benötigt werden, gab es alles für den täglichen Bedarf zu kaufen: Von Gewürzen über Lebensmittel bis hin zu einem Bereich mit Metzgern. Plötzlich öffnete sich eine Fläche unter freiem Himmel mit Bäumen. Da der Markt ansonsten streng schachbrettartig aufgebaut ist, nehme ich an, dass hier die Keimzelle des Marktes war.

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Und dann war ich nach einem strikt vorsichtigem Gang „Immer Geradeaus“ schon am Südausgang, konnte mich gut orientieren, entdeckte einen Fischladen und bin zurück ins Getümmel.

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Da ich gemerkt hatte, dass sie Leute nicht unbedingt fotografiert werden wollten, interessierten mich jetzt die Sonnen- und Staubschutztücher, die fast alle Gassen nach oben hin abdecken:

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Am Ausgang fiel mir wieder auf, wie dominant hier die Motorräder sind.

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Es heißt, der Name des Marktes, der auch Sankaré Yaar genannt wird (Yaar ist das Mossi-Wort für Markt), stamme vom Nachnamen „Sankara“ des ersten (und offenbar bekannten) Händlers vor Ort. Ihm zu Ehren sei der – nach einer Untersuchung von Harang/ Kafando – etwa zwischen 1938 und 1966 entstandene Markt benannt worden. Mit dem in den 1980er-Jahren herrschenden, legendären Revolutionär Thomas Sankara hat der Name wohl nichts zu tun.

Er war ursprünglich ein Quartiersmarkt, als aber 2003 der Hauptmarkt der Stadt, der Grand Marché, nach einem Brand für sechs Jahre geschlossen wurde, zogen viele Händler hierher um. Wahrscheinlich auch deswegen, weil er ähnlich nah am Bahnhof liegt – und somit dort, wo die Wege kurz waren, Importwaren herbei zu schaffen. In einer Zeit, als ein Lieferwagen in Ouagadougou noch Aufsehen erweckt hätte. Vor einem Jahrzehnt war er der zweitgrößte Markt der Stadt.

Auf was genau der Markt heute über den Alltagsbedarf hinaus spezialisiert ist, habe ich in der kurzen Zeit nicht herausfinden können. Ein Reisender, Bobi Bobster aus Manchester, betont kunsthandwerkliche Produkte, warnt bei trip advisor aber auch davor, sich von gewieften Händlern zum Kauf von Dingen überreden zu lassen, die man nicht wirklich gesucht hat:

„Lots of stalls offering all sorts of local crafts / artwork / jewellry / clothes – there are some very talented people. Just beware that by going into one stall you will be pressured into trying to buy something and in going into next door’s stall – being nice and commenting how talented people are is positive but ultimately the locals want your cash, so if you don’t want it say it.“

Letztlich wurde ich auch ein Opfer eines Mannes, der mich geschickt „begleitete“ und immer wieder plötzlich neben mir stand: Aber im Kontakt mit ihm gelang es, zweien meiner Söhne als Mitbringsel Trikots der Nationalmannschaft von Burkina Faso zu einem halbwegs korrekten Preis zu erstehen: eine Größe für 5jährige und eine für 21jährige.

Empfehlen kann ich die sehr guten Fotos von Grete Howard auf Flickr, die vor allem Gemüsehändlerinnen ins Visier genommen hat.

Adresse: Avenue de la Liberté (Nordeingang) bzw. Rue Diedier Tiendrebeogho (Südeingang), Dapoya, Ouagadougou, Burkina Faso

Verwendete Quelle: Harang, Maude/ Kafando, Yamba : Les marches, in: Fournet, Florence/ Meunier-Nikiema, Aude und Salem, Gérard (Hrsg.): Ouagadougou (1850-2004). Une urbanisation differenciée, Montrouge 2008, S. 121

Marché de Sankariaré_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

From → Märkte, Ouagadougou

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