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Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou

Januar 26, 2019

„Tourbillon“ – das ist auf Deutsch ein Wirbelwind. Hier heißt das natürlich immer Staub-Wirbelwind. Wann sie auftreten, weiß ich nicht, sah nur ein imposantes Video eines Wirbelwinds in Ouaga. Jedenfalls entdeckte ich am Neujahrstag bei einem Spaziergang zu einem verkümmerten Vorortmarkt und von dort an die Agrarflächen an den „Barrages“ ein kleines Lokal, das sich „Maquis“ nannte und damit also behauptete, ein preiswertes Lokal zum Essen, Musik hören und Tanzen unter freiem Himmel zu sein. Es trug diesen Namen.

Aber das war nicht das, was mich unmittelbar faszinierte. Die Innenwand der etwa zehn Meter langen Terrasse war ebenso wie die Außenwand mit Bildern und klugen Sinnsprüchen bemalt, die mich beeindruckten.

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Innen keine Tische und Stühle. War das überhaupt noch geöffnet oder nur am Neujahrstag (nach eventuell wilder Party) geschlossen?

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Ich ging nach diesen Fotos hinter dem Lokal in die Gasse, hatte eine schöne Zeit im Grünen der Landwirtschaft am Stausee und kam dann nach einer Stunde zurück: Das Lokal immer noch tot, aber linkerhand war ein Tor in einen Hof geöffnet und da die meisten Maquis in Innenhöfen servieren, dort auch ein Dutzend Männer saßen, bin ich hinein.

Ich geriet in eine private Feier unter Freunden, die mich auf eine Fanta einluden: Ich hatte bestellen wollen, in der Illusion, im Maquis zu sein. Und sie erfüllten mir meinen Wunsch, noch ehe sie mein Missverständnis aufklärten. Im Kreis der Männer sitzend, spendierte mir später die Dame des Hauses noch einen teller Essen: Hirse mit Bohnen und roter Soße, dazu sehr trockene Hähnchenschenkel. Aber ich fühlte mich sehr wohl, während die Männer Whisky-Cola tranken und Späße machten, sich zum Beispiel in Bezug auf die Qualität ihrer Schuhe foppten.

Der 1. Januar ist in Burkina Faso auch ein Fest- und Feiertag, die meisten Geschäfte sind geschlossen. Feiertag heißt aber nicht, seinen Kater ausschlafen und sich erholen, sondern sich unter Freunden treffen. Wirklich privat feiern, nachdem der Neujahrsabend für die Christen hier vor allem bedeutete, eine vierstündige Messe zu erleben bzw. durchzustehen.

Ob das Lokal noch geöffnet ist, konnte ich nicht herausfinden. Aber diese Runde unter Männern im feinsten Sonntagsstaat werde ich nicht vergessen. Merci!

Maquis Resto Le Tourbillon_Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

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