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Die Freiheitsstatue von Ouagadougou

Januar 12, 2019

Beidseits der modernen Avenue Kwameh N’Kruma, die vor Jahrzehnten vom Geschäftszentrum von Ouagadougou zum Flughafen geführt worden ist, befanden sich bis Anfang der Nullerjahre noch weite Flächen des alten „Bancoville“, also der Stadt aus Lehmhäusern, die sich hier seit den Kolonialzeiten  erstreckte. Nicht angemessen für die Hauptstadt des unabhängigen, stolzen Staates Burkina Faso. So wurde das Projekt „ZACA“ initiiert, das die Umsiedlung der Bewohner des hiesigen Bancoville und die Errichtung von Geschäftsgebäuden an Stelle von kleinen Häuschen mit Gärten vorsah.

Das Projekt ging schleppend voran, wird jetzt aber systematisch umgesetzt. Als ich letzten Dienstag nach einem Besuch des Class Café ostwärts durch die Region jenseits der modernen Hotel-, Bank- und Geschäftsgebäude der Avenue eintauchte, gelangte ich in eine Riesenbaustelle. Auf der rückwärtigen Seite der Avenue dann dieses Mural:

Die Freiheitsstatue von Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Die Freiheitsstatue von Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Ob es offiziell initiiert wurde oder illegal entstand? Es ist gezeichnet mit „Marto“, entstand offenbar 2016, die stolze Frau hält aber ein Schild mit dem Datum 30/10/14 unter dem Arm, dessen Bedeutung mir völlig unklar ist.

Die Freiheitsstatue von Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Die Freiheitsstatue von Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

Die Gasse hier, parallel hinter den glänzenden Spiegeln der Hauptstraße nordwärts führend, bot eine für viele dieser nur potemkinsch-fassadenartigen Szenerien typische Rückseite mit linkerhand kleinen, schmutzigen Cafés und Speiselokalen, rechterhand Baustellen. Umso überraschender dieses moderne Mural, dessen Bedeutung sich mir noch nicht erschließt. Auf welches Datum in der Geschichte des Landes hier wohl Bezug genommen wird? Kritisch oder propagandistisch? Politische Graffitis habe ich bei meinen zwei Aufenthalten in  Ouaga nur drei Mal gesehen: „Justice for Norbert“, ein Spruch zum Revolutionär Sankara und zwei unleserlich gemachte Inschriften. Dies hier war aber das einzige Mural. Es kann also eigentlich nur ein Stück offizieller Propaganda sein. Wie auch immer: Es sprach mich sehr an.

Die Freiheitsstatue von Ouagadougou © Ekkehart Schmidt

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