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La Pause Traiteur_Paris

Januar 11, 2019

Vom Treffpunkt einsamer Kabylen bin ich gestern in diesem toten Winkel von Paris noch schnell die rue du Faubourg Saint Martin östlich der Gare de l’Est hoch gelaufen, weil ich fühlte, dass da noch etwas zu entdecken war. Und zu meiner Verblüffung hatte der Fund, den ich machte, genauso mit meiner eben zu Ende gehenden Reise nach Burkina Faso zu tun, wie die Cafébar vorher.

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

Auf der Schiefertafel eines etwas undefinierbar wirkeden Lokals fiel mir das Wort „Bissap“ und dann „Sandwich Omelette“ ins Auge: zwei aus den zwei Wochen in Ouagadougou völlig vertraute Begriffe. Der Hibiskussaft, den meine Gastgeberin produzierte, genauso wie mein tägliches Frühstück im Kiosk Café bleu auf der anderen Straßenseite. So blieb ich stehen und überlegte etwas unschlüssig, ob da noch die Zeit vor Abfahrt des Zuges nach Saarbrücken bleibt, auch hier noch kurz hinein zu schauen: 30 Minuten.

Da öffnete schon eine Frau mit buntem Turban die Tür, einladend strahlend, ob ich nicht hineinkommen möge. Sie hätten sicher etwas, was mir munden würde (oder so ähnlich). „Bon, alors le mot ‚Bissap‘ m’as fait hésiter“, sagte ich und ging also sofort auf sie ein und in’s Lokal. Ob sie aus Burkina Faso stammt, wo ich gerade herkomme? Nein, ihr Vater stamme aus Guinée/ Conakry (und ihre Mutter sei Französin). Da war noch eine Frau, die am Laptop gesessen hatte, jetzt aber zu uns kam: Jennifer Doudou. Sie sei aus Martinique. Bissap kenne man überall dort. Ihr Restaurant biete eine Küche aus der ganzen Welt, oder zumindest der afrikanisch geprägten, verstand ich.

Sie laden öfters Köche und Köchinnen ein, die ihre heimatlichen Lieblingsgerichte präsentieren: aus Sardinien, Algerien, Kamerun…

„Eh bien“, jetzt war ich drinnen und fühlte mich wohlig – warum also nicht ein Sandwich für die Reise mitnehmen? Es gab welche mit Hühnchen, Rindfleisch oder vegetarisch. Ich bekam in kleinen Schälchen drei Häppchen zum Kosten: alles sehr lecker, aber da ich kein Fleisch aus konventioneller Produktion mehr esse, bestellte ich die vegetarische Variante für 5.45 EUR und setzte mich linkerhand an einen von zwei Tischen. Das Lokal war ziemlich zugestellt von Kühlschränken und Theken. Während meine Bestellung zubereitet wurde, genoss ich die warme Atmosphäre, zückte meine Kamera und machte heimlich Fotos.

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

Ich bekam mein Sandwich und eine Flasche Bissap eingepackt, verabschiedete mich und wollte draußen noch ein Foto vom Lokal machen. Aber die beiden standen da hinter der Tür. So machte ich Alibifotos eines Anti-Macron-Plakats und wartete. Aber sie schauten mir länger als nur ein paar Sekunden nach und dann kam die Frau mit Turban raus, um eine Zigarette zu rauchen. Jennifer schaute auch und es ergab sich ein schönes Foto.

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

Jennifer hat das Lokal vor einem Jahr eröffnet, vor allem als Catering-Unternehmen. Dann verkaufte sie auch aus dem Fenster heraus für Laufkundschaft, ehe sie die für mich noch namenlose Guinéefranzösin einstellte. Auf Google Earth fand ich ein Foto vom März 2018, auf dem man die damalige Situation erahnen kann.

googleearthapril2018

Gemeinsam bei einer Zigarette wurde ich gefragt, ob ich die Fotos professionell verwende oder auf Facebook poste. Aber der Blick auf die Uhr zeigte: in 8 Minuten fährt mein Zug! Ich musste laufen, es wurde knapp, sonst hätte ich diesen Blog erwähnt. Im Zug Metz – Forbach aß ich zwei Stunden später mein Sandwich.

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

Ich versprach, beim nächsten Paris-Besuch wieder zu kommen. Postete diesen Text auf ihre Facebook-Seite und „verkaufte“ den Bissap meinen Kindern heute als Original-Mitbringsel aus Burkina. Schon korrekt, wie ich finde. Stimmte ja auch fast. Und schmeckte auch nur ein wenig frisch-saurer, als das etwas überzuckerte Original, jedenfalls das, bei dessen Zubereitung ich zuschauen durfte.

Adresse: 186 bis rue du Faubourg Saint Martin, Paris, Mail: m.me/lapausetraiteur, Tel.: +33 9 81 43 45 26,  Facebook

La Pause Traiteur_Paris © Ekkehart Schmidt

One Comment
  1. Noumbou permalink

    Très bon restaurant.j’apprecie la diversité culinaire et surtout le concept qui démarque ce restaurant des autresrestaurants parisiens.
    On se sent toute suite chez soi cartes car très bon accueil.
    Là cuisine est délicieuse
    Je vous recommande vivement.

    Un habitué.

    Gigi

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