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Grand Cafeteria Fil d’or_Ouagadougo

September 6, 2018

Nach zwei Abendessen in der Düsternis dieser schummrig beleuchteten Lokalität, hatte ich den Wunsch, mich hier einmal tagsüber aufzuhalten. An einem der letzten, dieser manchmal endlos fließenden Nachmittage im Vorort Tampoui, bat ich David, den Bruder meiner Gastgeberin, mich noch einmal hierher zu fahre. Ich wusste, dass es sich hier, in diesem seit zwei Jahrzehnten unendlich ausgefransten Vorort, um ein stadtplanerisches Projekt handelte, das ich interessant fand.

In den 1990er-Jahren, als Ouagadougou erst 700.000 Einwohner zählte, entschied man bei der Planung neuer Wohnviertel, dort neben der nötigen Infrastruktur (Schulen, Bürgermeisterei, Kirchen und Moscheen) auch Platz für kleine Parks („jardins“) vorzusehen, in denen den Bürger*innen  (kommunal betriebene) Cafés und Restaurants, aber auch Büchereien und ähnliches als Freizeitmöglichkeiten angeboten werden sollten. Heute, wo die Stadt drei Mal so groß ist, wollte ich mir einen solchen jardin anschauen.

Die ersten Abende im Jardin waren kulinarisch OK, wir aßen Pommes, frittierte Bananen und sehr leckere gebratene Leber, dazu tranken wir Beaufort, ein aus Kamerun importiertes Lagerbier. Aber in völliger Dunkelheit, mit Stechfliegen, die mich an die Malariagefahr erinnerten… Gut, dass einer von Dutzenden fliegenden Händlern mit Mückenspray vorbei kam.

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Erst bei Tageslicht erkannte ich am 18. August so richtig die Struktur des Geländes, das etwa so groß wie ein halbes Fußballfeld war: Es gab hier Caféstände, Küchen („buvette„), hinter uns eine Art DJ-Pult und eine Tanzfläche, eine Bücherei und weiter hinten die „Grand Cafeteria Fil d’or“ (dtsch.: Goldfaden).  In anderen Jardins gibt es wohl auch Spielplätze. Dieser Jardin liegt an einer Hauptstraße gegenüber dem städtischen Gymnasium („Lycée municipal“) und neben einem ähnlich riesigen Gelände mit einer Kirche.

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Wir setzten uns wieder vor die graue Wellblechhütte mit dem DJ-Pult linkerhand und ich war überrascht, wie bunt das Café und das Restaurant jetzt wirkten.

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Ich lief dann etwas herum.

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Die „große Cafeteria“ entpuppte sich als bescheidenes Lokal mit großem Schild. Aber vielleicht ist hier ja gelegentlich tatsächlich was los, nur nicht, als ich hier war.

Es gibt auch einige tatsächliche Gartenprojekte hier in Tampoui, eins davon wurde in einer Radiosendung vorgestellt. Hier jedenfalls ist man schon froh über die vielen Bäume. Angebaut wird nichts. Ich schaute noch gegenüber auf das Lycee-Gelände und nebenan in die Kirche, bei der mich vor allem die Verkaufsstände von Jesus- und MAria-Emblemen und Kreuzen faszinierten.


Grand Cafeteria Fil d'or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Kirche_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Kirche_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Kirche_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Kirche_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Kirche_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

Ein anderer solcher „Jardin“ befindet sich am Südwestrand der Barrages: Das Restaurant des Acacias, den idealen Jardin, so wie er wohl ursprünglich gedacht war, fand ich aber in der Innenstadt mit dem „Jardin Noces de Caanan„: einer echten satt grünen Oase, aber für ein deutlich wohlhabenderes Publikum.

Benutzte Quelle: Burkina Faso, Guide de voyage, Jaguar Editions/Guides Aujourd’hui, Paris 2010

Grand Cafeteria Fil d’or_Ouagadougo ⓒ Ekkehart Schmidt

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