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Restaurant Savane Plus_Ouagadougou

August 31, 2018

Es war, neben dem Belle Hotel, mein zweiter Fixpunkt in dieser unüberschaubar endlos und immer gleich wirkenden Agglomeration von schachbrettartig angelegten Vororten stark dörflichen Charakters. Und ich werde nie mein erstes Mittagessen hier vergessen: Riz sauce tomate. Nadège, meine Gastgeberin Mitte August, hatte mir das empfohlen. Zurecht: Es war eine Art sehr leckeres Gulasch à la burkinabé. Nur eben mit Reis und ohne Paprika, einer in Burkina Faso unbekannten Frucht. Nie vergessen werde ich das Restaurant Savane Plus aber vor allem wegen des Erlebnisses der im Sommer nicht täglich, dafür umso plötzlicher einsetzenden Naturgewalt von Staubstürmen, gefolgt von heftigen, manchmal alles überschwemmenden Regenfällen. Wohl gemerkt: mitten in der Savanne der südlichen Sahelzone. Vielleicht hat das Lokal deswegen den Namenszusatz „Plus“?

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

An dieser Kreuzung der Avenue Yatenga mit einem gewissen staubig-anarchischen „Wildwest-Charakter“ einer erst 25-jährigen Siedlung hat man sich viel Mühe gegeben, ein sauberes Refugium zu schaffen. Davon zeugt schon die klinisch sauber gehaltene Terrasse. Drinnen war es freilich mangels Tageslicht sehr düster. Der Kronleuchter (!) gab nur ein schummriges Licht ab. Egal. Was für mich zählte, war die Qualität des Essens und des Espressos. So war ich bestimmt 4-5 Mal in einer Woche hier.

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

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Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

An diesen heißen Tagen mit zum Teil weit über 35 Grad waren die Plastiktüten mit frischem, eiskaltem Wasser fast noch ein größerer Genuss als das Essen. Selten habe ich Wasser derart bewusst getrunken. Man beißt eine Ecke ab und nuckelt sich rein…

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Vor und/ oder nach dem Essen saß ich immer auch draußen am bunten Tisch vor dem Eingang linkerhand und bestellte beim Mann im isolierten Zwischenbau zwischen beiden Eingängen (wohl das „Café Express“ vom großen Schild) einen wunderbaren, mich stark an äthiopische Genüsse erinnernden Espresso, der draußen wegen des Staubs immer mit doppelter Untertasse serviert wurde. Rauchen war hier verboten, so bin ich mit der Tasse meist an den Straßenrand.

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Ich habe hier immer gerne bei einer Zigarette die Straße und den Coiffeur vor der Moschee gegenüber betrachtet – mit hunderten Fahr- und Motorrädern pro Minute dazwischen. Und unenndlich vielen Eindrücken im Detail. Am späten Nachmittag begann ein Mann immer einen Hähnchengrill anzuwerfen und mit Keulen zu bestücken. Per Wedel wurde der Kohle Luft zugeführt.

Am letzten Tag kam ein Fotograf vorbei, der wohl den Auftrag hatte, einen Flyer oder Internetauftritt zu produzieren.  Deshalb wurden alle Tische und Stühle, die sonst nur drinnen gestapelt stehen, nach draußen gebracht und aufgestellt, während ich mittendrin einen Tamarindensaft trank und dem Hähnchenmann zuschaute. Der Fotograf hatte sich wohl verspätet, weil sonst niemand auf die idiotische Idee gekommen wäre, kurz vor’m Sturm noch Tische rauszustellen.

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Es ging dann sehr schnell.

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

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Der Himmel wurde in Minutenschnelle schwarz. Die Leute beeilten sich, nach Hause zu kommen. Dann machte es Huiwuuusch und ein Tisch flog quer über die Terrasse. Ich stand auf, griff mein Glas Tamarindensaft, aber ehe ich es richtig in der Hund hatte, folgte eine heftige Sturmböe roten Staubs, die das ganze Dutzend Tische zur Straße fliegen ließ. Mein Glas entglitt mir – Peng und Schepperklirr – und ab ins Innere. Zum Glück wartete ich nur kurz, ehe die Entscheidung stand: Ich laufe jetzt diesen halben Kilometer zum Hotel, ehe ich hier für zwei Stunden im Regen festhänge.

Gute Entscheidung. Erst als ich im „Belle Hotel“ ankam, setzte der heftige Regen ein.

Restaurant Savane Plus_Ouagadougou ⓒ Ekkehart Schmidt

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