Zum Inhalt springen

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken

Juni 20, 2018

16 renommierte Streetart-Künstler (15 Männer und 1 Frau) aus acht Ländern haben seit März 2017 im Auftrag des Kulturministeriums riesige Wandgemälde an fensterlosen Wänden in der Saarbrücker City geschaffen (Fotogalerie). Die von den Kuratoren Patrick Jungfleisch und Benjamin Knur organisierte Freiluftgalerie, wurde im Oktober 2017 im Rahmen des Festivals Colors of Pop erstmals als zusammenhängender Parcours offiziell präsentiert. Hier zwei Beispiele dieser „Murals“ aus dem Nauwieser Viertel und einem in der Futterstraße:

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Das Projekt ist aber noch nicht abgeschlossen. Letztes Wochenende kam an einer Hauswand zwischen Landtag und Schloss ein weiteres großformatiges Werk der deutschen Künstlerin MadC dazu. Ich habe es heute früh in der Morgensonne abgelichtet:

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Der Entstehungsprozess des Werks an einer Brandmauer der Spichererbergstraße ist dokumentiert auf der Facebook-Seite des Artwalk.

Das Werk knallt sehr, ist sehr schrill… und ich muss mich erst noch dran gewöhnen (jeden Morgen komme ich hier auf dem Weg zum Bus vorbei). Aber zumindest im Dialog mit dem Rest der Berliner Mauer ist das Werk nicht isoliert in einem architektonisch-künstlerisch völlig anderen Umfeld. Aber die Meinungen zum Artwalk differieren insgesamt:

  • Ulrich Ludat: „Es handelt sich um eine lächerliche Unternehmung in einer ihren Ruf als Stadt mit Kunstwillen längst für obsolet erklärenden zur Mittel- bis Keine-Ahnung-was-Kleinstadt (mental!) abgesunkenen Agglomeration, in der diverse Akteure um ihr blankes Überleben ringen.“
  • Michael Hughes: „One of the best concepts Saarbrücken has ever realized! Professionally managed, creativity at it’s best with murals from some of the world’s most renowned Urban artists of our time!“

Am besten macht man sich selber ein Bild, zum Beispiel indem man an einem der organisierten Rundgänge teilnimmt.

MadC alias Claudia Walde, „die dem Namen zum Trotz kein bisschen verrückt ist und eine der international gefragtesten Graffiti-Künstlerinnen ist“, so die Saarbrücker Zeitung, ist eine gebürtige Hallenserin, die hier ohne Vorgaben arbeiten konnte. Und die 37jährige hat bewusst nichts gemalt, dass in irgendeiner Weise in Bezug zum Landtag steht. Sie ist für ihre leuchtend bunten Farben berühmt, die so wirken, als wären sie mit einem überdimensionierten Aquarellpinsel aufgetragen. Das ist kein Zufall. Die Künstlerin hat erst gesprayt, dann abstrakte Aquarellbilder gemalt, um dann zu beginnen, diesen Stil auf große Wände zu übertragen. Die Energie, Leidenschaft und Dynamik der klassischen Graffitikunst spürt man  freilich noch immer. Nur anders. Auch hier.

Nachtrag vom 4. Juli: Kaum zwei Wochen nach Vollendung des Murals ist der rechte untere Teil von einem Sprayer namens „IMC“ übersprayt worden, der ähnliches schon beim Artwalk-Bild von Reso Jungfleisch an der Musikhochschule machte. In der Saarbrücker Zeitung wird ein „Kenner der Szene“ zitiert, der vermutet: „Es ist der Protest einiger Sprayer gegen die Kommezialisierung und Entpolitisierung von Graffiti“.

Nachtrag vom 18. Juli: Kritiker des Werkes haben die Kommunalaufsicht eingeschaltet und fragen, ob diese Fassadengestaltung mit der  Landesbauverordnung vereinbar sei, weil sie in diesem Kontext mit dem barocken Schloss eine Verunstaltung sehen.

Verwendete Quellen: Buss, Silvia: „Dass man mal abschalten kann“, Saarbrücker Zeitung, 14. Juni 2018; dieselbe: Protest aus der Spraydose, Saarbrücker Zeitung, 4. Juli 2018; Buss, Silvia: Graffiti-Kritiker schaltet Kommunalaufsicht ein, Saarbrücker Zeitung, 18. Juli 2018

Mural von MadC im Artwalk_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: