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Ali Baba und die Erfrischungen_Witten

April 29, 2018

Der Wittener Stadtteil Annen hat eine über tausendjährige Geschichte, mit vielen Höhen und Tiefen. Gestern bekam ich davon einen Eindruck, als ich nach dem Frühstück vom Hotel Specht etwas in den Wohnvierteln zwischen den großen Industriebetrieben herumstöberte.

Seit Mite des 19. Jahrhunderts gab es hier die ersten Tiefbauzechen. Zum Kohlebergbau kamen Zechen dazu. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zu einer erste Krise, als erst viele Kleinzechen im Ruhrtal schließen mussten, ehe dann auch die Großzechen nordwärts wanderten. Nach dem 1. Weltkrieg ging es mit Annen wirtschaftlich bergab, nachdem alle Kohlezechen geschlossen waren. Es entstanden dann Rüstungswerke von Thyssen, das Stahlwerk F. Asthöwer & Co, die Wickmann Werke AG und ein Gussstahlwerk, in dem während des 2. Weltkriegs ein KZ-Außenlager für Zwangsarbeiter bestand. Vor allem wegen Thyssen zerstörten alliierte Bombenangriffe viel Bausubstanz. Nach dem Krieg entstanden Wohnsiedlungen für britische Besatzungssoldaten der Dortmunder Kaserne, die Anfang der 1990er-Jahre aufgelöst wurde.

So ist Annen heute eine Siedlung, in der sich kleinteilig und in schneller Folge Industrie- und neu bebaute Brachflächen sowie Wohngebiete von Arbeitern und Bürgern abwechseln. Von der Westfalenstraße zog es mich am Hotel (vor einem riesigen Real-und einem kleineren Lidl-Supermarkt auf dem konvertierten Gelände der ehemaligen Wickmann-Werke) südwärts in den noch sehr authentisch wirkenden Erlenweg, über den es zur parallel verlaufenden Annenstraße ging, in der man sich noch heimelig wie im Ortskern fühlen kann. Wäre da nicht ein ehemaliger Kiosk, der klar anzeigt, dass die Krise noch nicht überwunden ist.

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Wahrscheinlich haben sich hier die Arbeiter der Werke an der Westfalenstraße bis vor einem oder zwei Jahrzehnten nach der Schicht auf dem Weg in die Wohnviertel südwärts schnell etwas zu trinken holen können. Der Weg führt dann weiter, vorbei am Kronen-Eck an der Kreuzung mit der Annenstraße in die Holzkampstraße und unter einer ehemaligen Eisenbahnlinie namens „Rheinischer Esel“ durch (auf der heute ein Radweg führt), wo ich schließlich die Trinkhalle „Ali Baba“ entdeckte. Sie hat die Funktion des früheren Kiosks übernommen. Wohl mit einem türkischen Inhaber, der in der Namensgebung ein Klischee bedient, das aber durchaus mit seinem Angebot zu tun hat: Er bietet – wie die 40 Räuber – eine Schatzkammer mit allem, was man in der Nahversorgung im Wohnviertel so braucht, wenn der Weg zum Lidl oder Real zu weit ist.

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Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Ali Baba und die Erfrischungen_Witten © Ekkehart Schmidt

Verwendete Quelle: Wikipedia-Artikel „Annen (Witten)

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