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Sede do F.C. Porto Luxemburgo

März 30, 2018

Karfreitag ist Fisch Pflicht. Auch bei den portugiesischen Luxemburgern. Aber nicht Hering oder Lachs, sondern natürlich Bacalhau – also Kabeljau. Ob das jetzt Bacalhau à Porto oder eine andere Variante des Nationalgerichts war, die ich heute gegessen habe, weiß ich nicht. Es war jetzt im März erst mein dritter mittäglicher Besuch hier in diesem etwas versteckt liegenden Lokal in der Querstraße, die am Ende der rue Glesener neben der Polizei zur rue de Strasbourg führt. Hier kommt man nicht ständig vorbei, hierhin muss man gehen wollen.

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Heute war so ein Tag. Ich hatte eine Verabredung zum Mittagessen im der Persian Food Box und wurde nicht wirklich versetzt, kriegte aber doch kurzfristig eine Absage (schon zum zweiten Mal), die mich auf meinem Hunger sitzen ließ, wie die Franzosen sagen. Gepolt auf lecker Essen gehen fiel mir der Sitz des Fanclubs des Futebol Clube do Porto ein.

Das riesige, zweigeteilte Lokal zu Ehren des Champions League-Siegers von 1987 und 2004 sowie der Europa League 2011 ist offenbar zugleich Vereinslokal eines 1919 gegründeten (?) luxemburgischen Vereins der dritten oder vierten Liga namens AS Luxembourg Porto oder auch FC Amis des sports Luxembourg  mit oder ohne Namenszusatz „Porto Fëschmaart“. So genau habe ich das nicht verstanden, aber es ist der Verein des Fanclubs des FC Porto, wie ich einer Broschüre entnahm, die ich in meinem Stammcafé „Le Relax“ ausliegen sah. Er spielt in der Division 1 im District 2 auf seinem Platz in Cessange gegen Teams wie Jeunesse Junglinster, FC Red Black Egalité 07 oder Koeppchen Wormeldange und steht aktuell in der Tabelle auf Platz 5.

Das Lokal ist von 10 – 24 Uhr geöffnet und bietet von Montag bis Samstag ein Mittagsmenü mit Suppe und zwei Angeboten plus Getränk oder Dessert für 10 Euro. Sonntags steht eine grössere Vielfalt portugiesischer Spezialitäten auf dem Programm (von Cabrito assado über Lombo assado bis Vitela estufada).

Der Gast betritt zunächst eine Cafébar mit einem halben Dutzend Tischen und dem für portugiesische Lokale in Luxemburg üblichen Interieur – wie einem Eisschrank von „Ola“, drei Flachbildschirmen (Subito und tv1) oder drei Internet-Zockerpulten – und einem Tresen, an dem viele Männer sitzen. Alles ist in Blau und Weiss gehalten, den Vereinsfarben.

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Der FC Porto spielt im Estádio do Dragão (deutsch Drachenstadion) und oberhalb des Wappens befindet sich die königliche Krone mit einem Drachen, daher wird das Team auch die „Drachen“ genannt. Und also erklärt sich der stilisierte Drachen am Fenster dieses Lokals. Auf einer kleinen Theke im Übergang zum Restaurant liegt ferner die Zeitschrift des FC Porto aus, die „Revista Dragões„.

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Ich bin meist bei meinen mittlerweile vier Besuchen immer gleich das kleine Treppchen rechterhand hoch in den großen, hinteren, noch blaueren Restaurantbereich. Hier gibt es Vitrinen mit Trikots zum Verkauf, dazu viele Rahmen mit Trikots früherer Stars sowie Pokale. Insgesamt habe ich 70 Pokale über den vorderen Cafébereich und den hinteren Restaurantbereich verteilt gezählt.

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Bei meinem ersten Besuch blieb ich hier im Übergang beider Bereiche und fragte mich anhand all dieser, stark die Historie betonenden Einrichtungsgegenstände, seit wann es das Lokal gibt: Seit 2005 oder erst 2009? Beim zweiten Mal saß ich letzte Woche unten in der Cafébar. Es war schon nach 14 Uhr und das Lokal war fast voller als mittags – ein jetzt rein männliches Publikum. Zwei große Runden Kartenspieler und Zuschauer belegten den Raum. Hinter der Theke wie immer die einzige Frau.

Heute bin ich gleich ab nach hinten in die Tiefe dieses wunderbar blauen Bereichs mit einem Dutzend Tischen vor einer die Blicke anziehenden Wand neben dem Kücheneingang mit Flachbildschirm und antikem Schrank.

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

AS Luxembourg Porto oder auch FC Amis des sports Luxembourg - Porto Feschmaart

AS Luxembourg Porto oder auch FC Amis des sports Luxembourg - Porto Feschmaart

AS Luxembourg Porto oder auch FC Amis des sports Luxembourg - Porto Feschmaart

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Die Kartoffelsuppe mit Lauch und der Bacalhau mit Bratkartoffeln, Salat und Zwiebeln wurde sehr schnell gebracht. Ich kämpfte ein wenig mit Gräten, aber es schmeckte sehr gut.

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Zum Abschluss einen Espresso – was dann insgesamt 10 Euro kostete, wenn man auf ein Getränk während des Essens bzw. das Dessert verzichtet. Oder 9 Euro bei Suppe und Hauptgang. Sehr fair die Preise. Kaum war der Espresso gegen 13.45 Uhr serviert, setzten sich die Köchin, die Frau, die für Ordnung sorgt, abräumt und neue Tischtücher auflegt, und der Kellner, um endlich selbst zu Mittag zu essen.

Unter den Gästen dominieren wohl portugiesische Handwerker und Verkäuferinnen, jedenfalls manchen T-Shirts nach zu urteilen, die zum Beispiel auf Maler oder Service-Mitarbeiter von Luxus-apartmenthäusern verweisen

Ich sollte mal abends kommen, wenn ein Champions- oder Europa-League Spiel ansteht, um den folgenden Satz vollständig erlebt zu haben: „Casa do Porto no Luxemburgo local onde pode apreciar as diferentes especialidades portuguesas e em dia de jogo ver o grande FCP em grande ecrã.“ Oder samstags zur 2018 erstmals seit fünf Jahren möglichen Meisterfeier.

Nachtrag vom 7. Mai: Der FC Porto steht tatsächlich als portugiesischer Meister fest, obwohl sie gestern spielfrei hatten. Aber Benfica als ärgster Konkurrent, der zuletzt vier Mal nacheinander Meister wurde, hat nur unentschieden gespielt und so ist Porto zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr einzuholen. Zum 28. Mal Meister, mit dem 37jährigen Iker Casillas im Tor. Andere Spieler kenne ich nicht. Grund genug, heute vorbei zu schauen: Aber es war völlig ruhig. Wahrscheinlich hat man hier schon am Samstag gefeiert. Ich holte mir die Fußballzeitung „Bola“ und aß mal wieder das Menü mit Suppe, Fisch mit Reis und einem Kekspudding zum Dessert. Erstmals setzte ich mich ganz nach hinten (langsam habe ich mich eingefühlt, hineingetraut und in Küchennähe vorgearbeitet).

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

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Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Ob jetzt im Eingangsbereich ein neues Helden-Poster aufgehängt wird? Ich kenne in Luxemburg nur noch zwei andere solcher Fußballlokale: Im Grund findet sich in der rue Saint-Ulric das (allerdings selten geöffnete) portugiesische Lokal „Club Bracaenses FC CeBra 01“ und dann gibt es noch in Esch-sur-Alzette das Vereinslokal  des UJPE. Die sich ganz Borussia Dortmund und – wohl auch wegen Trainer Jürgen Klopp – dem FC Liverpool hingebende Kneipe „Beim Änder“ im Bahnhofsviertel hat dagegen kürzlich geschlossen.

Nachtrag vom 24. Mai: Ich war jetzt ein halbes Dutzend Mal dort und habe fast immer das Fischgericht probiert. Besonders lecker waren Congro em Caldeirada, Meeraal mit Kartoffeln und  Bacalhao y natas, eine Art überbackener Pfannkuchen aus Kabeljau mit Crème fraîche:

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Sede do F.C. Porto Luxemburgo © Ekkehart Schmidt

Adresse: 95 rue Adolphe Fischer, Luxemburg, Tel.: 691973613, 26 29 64 43

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