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Höhengaststätte Rietburg_Rhodt

März 20, 2018

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

In der Saison fühlt sich das hier sicher anders an. Vorgestern im überraschenden Neuschnee war dieses manchen vielleicht „piefig“ oder bestenfalls „rustikal“ erscheinende Lokal aber meine Rettung: Die einzige Wärmemöglichkeit in weitem Umkreis für einen Papa mit frierenden Kleinkindern, der sich mit ihnen im Anhänger per Fahrrad von Rhodt zur Rietburg-Seilbahn und hoch auf 550 m Höhe gewagt hatte. Beim Betreten dieser altmodischen, aber authentischen Gaststube erlebte ich ein entspannendes Glücksgefühl. Wegen der Wärme, der Aussicht auf ein leckeres Mittagessen und weil mir klar wurde, dass ich wagemutig richtig entschieden hatte, obwohl unser Gastgeber im Hotel Rhodter Adler meinte, man würde wohl durch den Hochnebel kaum etwas von der phantastischen Panorama-Aussicht ins Rheintal mit seinen Weinfeldern sehen.

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Schon ziemlich frierend parkten wir unser Gefährt eingangs des Bergweges und hatten gute 400 Meter im Schnee bergauf zur Talstation der Rietburgbahn neben dem Schloß Ludwigshöhe zu laufen, ich dabei in stetiger Angst, dass sie nicht fahren würde. Denn dann würden wir erst weit unten in Edenkoben wieder eine wärmende Stube finden. Aber die Sesselbahn fuhr! Schon seit dem 4. März, vorerst nur sonntags, ehe es ab dem 24. März wieder täglich hoch geht. Durch den plötzlichen Schneefall befürchtete ich aber, dass sie heute geschlossen ist. Die Berggaststätte war nach zwei Monaten Winterruhe schon seit Mitte Januar wieder für Wanderer geöffnet (es gibt keine Autozufahrt) und heute sicherlich geöffnet, aber das hätten wir jetzt nicht laufen können. Was für eine Freude, die Zweisitzer mit Schutzbügel fahren zu sehen und uns dann mit Hilfe ebenfalls frierender Helfer drauf zu schwingen und ab in die Lüfte zu schweben…

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Acht Minute später und 220 m höher kamen wir an der Bergstation an, die direkt neben der enttäuschenden Burgruine liegt, an der aber etwa 2 Jahre nach Einrichtung der Seilbahn gegen 1955 eine Gaststätte als Umbau der dort schon länger bestehenden Pfälzerwald Vereinshütte entstanden war. Ein paar Stufen und wir gelangten an ein Törchen zur weiten Aussichtsterrasse.

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Lange hielten wir uns hier vorerst nicht auf, sondern sind gleich ab ins Warme der Gaststube, in der nur der Eingangsbereich mit den Toiletten vor drei Jahren saniert worden ist, wie mir später erzählt wurde. Den Kaugummi-Automaten übersahen die Kinder, auf mein – tatsächlich erfüllbares – Versprechen eines heißen Kakaos gepolt.

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Der Kakao kam prompt und wir wurden langsam warm. Anfangs waren wir  – neben einem Paar mir Hund – die einzigen Gäste, später wurde es voller. So ergab sich ein nettes Gespräch mit der Wirtin, Frau Weber.

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Die Speisenwahl war nicht ganz einfach: Keine Pommes! Wir nahmen Käsespätzle mit Salat und zwei Mal Bratwurst mit Bratkartoffeln und Ketchup, nachdem ich die Kinder überzeugen konnte, dass die höchst attraktive Eiskarte und die ebenso anziehende Kuchenvitrine höchstens etwas für den Nachtisch ist.

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Nach der Bestellung sind wir raus auf die Terrasse und schauten auf dieser „Aussichtsterrasse der Deutschen Weinstraße“ weit ins Land – nordwärts immerhin bis zum Hambacher Schloss, wenn auch nicht wie sonst bis Worms, Speyer, Strasbourg und sogar den Schwarzwald – erklommen kurz die Stufen zum Turm dieser für die Kinder doch entäuschenden Ruine, um schnell frierend wieder rein zu gehen, wo unser Essen nach keinen fünf Minuten auf dem Tisch stand.

Höhengaststätte Rietburg (c) Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Rietburg (c) Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

Die für Wanderer gedachten Portionen waren fast zu viel, zumal den Kindern die Bratkartoffeln nicht so recht schmeckten, aber ich war tapfer und hinterließ nur geringe Salatreste. Es schmeckte gut, wenn es auch kein Hochgenuss war – aber den sucht man hier auch nicht. Jedenfalls nicht bei Minusgraden, sondern Soulfood: wärmend, deftig, schmelzkäsig mit Ketchup… Bei warmem Wetter ist es dagegen sicher schwierig einen Platz mit Aussicht zu ergattern. Nicht nur beim Rietburgfest Mitte Juli. Aber dann fühlt sich der Ort sowieso ganz anders an: Sicher überfüllt und sehr deutsch, also in der unangenehmen Variante im Vergleich zu unserem Aufenthalt.

Ich zahlte 28,60 Euro, dann sind wir noch kurz zum Damwild im Wildgehege 100 m weiter oben in einer schönen Felslandschaft unter Bäumen, ehe es wieder per Seilbahn wieder runter und bei der Kälte schnellstmöglich per Rad zum Bahnhof und ab zurück nach Saarbrücken ging. Aber wir werden bestimmt im Sommer zurück kommen, sag ich mal.

Adresse: Rietburg, 76835 Rhodt unter Rietburg, Tel.: 06323-2936, Facebook-Seite

Höhengaststätte Rietburg_Rhodt © Ekkehart Schmidt

2 Kommentare
  1. das schönste am wandern ist die einkehr in eine gemütliche kneipe. mir geht es jedesmal so und nach dem lesen deines artikels hab ich den eindruck, dass auch du mit diesem zwischenziel unterwegs gewesen bist…
    best
    p.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Versuch über die Rhodter Dächer und den Schnee | akihart

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