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Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj)

Februar 19, 2018

Nachdem die farbliche Wärme meines Posts zum Schnippeln von Orangenschalen noch ein paar Tage in meiner winterlich vergrauten Psyche wirkte, erinnerte ich mich heute an ein Rezept, das diesen Effekt noch potenziert. Die Mutter meiner jüngsten Kinder hat uns vor vier Jahren eine persische Marmelade auf der – für Deutsche überraschenden – Basis von Möhren gekocht, die in ihrer Heimat sehr beliebt ist: مربای هویج ایرانی‌. Der Moraba-ye Hawidj (gesprochen: Hawidsch) genannte Brotaufstrich wird dort mit Butter zum Frühstück gegessen, manchmal mit persischem Tabrizi-Käse (der dem griechischen Feta-Käse ähnelt) oder auch mit Joghurt. Diese Art der Marmelade gibt es offenbar – sogar in dieser Nutzungskombination – auch in Italien. Geschmacklich ist das tatsächlich etwas Besonderes: Der eher süßliche Geschmack von Möhren, verstärkt durch Zucker, wird kombiniert mit der Säure von Zitronen oder Ascorbinsäure, der leichten Bitterkeit von Orangenschalen und der Schärfe des Kardamom.

In den Blogs Kathys Küchenkampf, Labsalliebe und Noghl-e Mey fand ich folgende Angaben und Kochanweisungen, die ich nach unseren Erfahrungen angepasst habe:

  • 500 g Möhren
  • ca. 100 g getrocknete, klein geschnippelte Orangenschalen >> wenn verfügbar, dann entsprechend weniger Karotten)
  • Saft einer halben Zitrone oder Limette (bzw. 2 g Ascorbinsäure)
  • 250 g Zucker oder Gelierzucker (Iraner würden 500 g nehmen)
  • mindestens 150 ml Wasser (am besten mit einigen TL Rosenwasser gemischt, man kann auch Orangensaft nehmen)
  • 1/4 TL Kardamom gemahlen
  • Option: Pistazien und Mandeln

Ich empfehle eine gewisse Freiheit der Zubereitung (geht schon nicht schief!). Keine Frage ist für mich jedoch, das die Zutaten in Bioqualität sein müssen. Zwingend ist das aber nur bei sonst pestizidverseuchten Orangenschalen. Die Marmelade ist ansonsten relativ einfach zuzubereiten:

Zunächst werden die Möhren geschält und fein geraspelt. Je feiner, desto besser schmeckt dann auch die Marmelade.

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Dann gibt man Möhren, Zucker, Zitronensaft bzw. Ascorbinsäure und Wasser bzw. Rosenwasser in einen großen Topf und verrührt alles. Den Geschmack verfeinernd, aber nicht zwingend ist die Zugabe von klein geschnippelten, getrockneten Orangenschalen und gerne auch frisch geraspelter Orangenschale.

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Jetzt muss die Masse für ca eine gewisse Zeit (Kathy meint 2 Stunden, manche Iranerinnen sagen, das das viel zu lange sei, außer man kocht ohne Deckel) vor sich hin köcheln – also jedenfalls bis die Möhren schön weich sind. Zwischendurch sollte man gelegentlich umrühren, jedenfalls aufpassen. Etwa 10 Minuten vor Ende der Garzeit ist ein Viertel Teelöffel von im Mörser zerriebenen Kardamomsamen hinzu zu geben. Möglich ist – aus optischen wie geschmacklichen Gründen eine Option – auch die Zugabe von geraspelten Pistazien und/ oder Mandeln.

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Während die Masse kocht, wäscht man die Marmeladengläser heiß auf, spült sie gut ab und lässt sie trocknen. Die Marmelade wird dann kochend heiß eingefüllt, die Deckel werden zugeschraubt und die Gläser auf den Kopf gestellt, damit diese sich verschließen.

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

Nuschedjan – Guten Appetit!

Persische Möhrenmarmelade (Moraba-ye Hawidj) © Ekkehart Schmidt

One Comment

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  1. Orangenschalen schnippeln | akihart

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