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Superkilen Nørrebro _Kopenhagen

Januar 17, 2018

Kreuzberg ist nicht das Nørrebro von Berlin, wie auch Nørrebro nicht das Kreuzberg Kopenhagens ist. Aber schneller als mit diesen Stereotypen kann ich euch hier nicht ins Bild setzen, um was für ein Viertel voller Diversität es sich bei Nørrebro handelt. Natürlich bin ich hier letzten Oktober hin geradelt, um mir mein Bild zu machen. Nach einen Espresso mit Käsebrot im Café Røde Roses im gentrifizierten Süden des Stadtteils kam ich an einem besetzten Haus vorbei, ehe sich an der Hauptstraße Nørrebrogade ein großer Platz öffnete, der nicht nur durch ein weiteres riesiges Mural beeindruckte (siehe Norrebro Murals), sondern weil man sich hier wirklich ein großartiges Beispiel für die Neuerfindung der Stadt als urbanem Lebensraum anschauen kann: Superkilen.

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Hier, wo sich beiderseits auf einem ehemaligen Bahngelände weite Flächen zwischen zwei Vierteln öffnen, hat eine Berliner Agentur im Zeitraum von 2010-12 neben einer Skaterbahn und anderen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche mit einem Denkmal auch ein klares statement für den Wunsch nach einem guten Zusammenleben installiert. Der rote Stern und Pfosten in den Farben von Jamaika sind Teil des Konzepts, auf das ich noch eingehen werde.

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Ich bin dann diesen etwa 1 – 1,5 km langen „Superkeil“ – so die Übersetzung von Superkilen – ein paar Hundert Meter in beide Richtungen entlang geradelt. Diese umgestaltete, ehemalig trennende Leerfläche zieht sich als Fläche für Fußgänger und Radfahrer, mit integrierten Sportflächen und Parkanlagen wie ein riesiger Spielplatz in Ost-West-Richtung quer durch Nørrebro. Man hat dort vor einigen Jahren verschiedenste Freizeitangebote aneinander gereiht und durch eine geschickte Farbgebung und innovative Designmuster miteinander verbunden. Jede der 57 im Stadtteil lebenden Nationalitäten ist durch ein landesspezifisches Objekt vertreten – vom russischen roten Stern über einen marokkanischen Brunnen bis zu einer armenischen Bushaltestelle. Das Angebot wird sehr gut angenommen, wurde 2013 mit einem Preis ausgezeichnet und hat wohl tatsächlich ein neues Gemeinschaftsgefühl geschaffen.

Und dann weiter nordwärts.

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Ich entdeckte hinter einem afghanischen Supermarkt die Spitzen zweier Minarette und fand in der Vibevej eine schiitische Moschee, etwas in Mittel- und Nordeuropa sehr seltenes im Vergleich zu den tausenden sunnitischen Moscheen. Wirklich bemerkenswert ist aber, dass man diesen 2015 fertig gestellten Bau so authentisch genehmigt hat, wie er geplant wurde, also nicht nur mit Auflagen, wie verstümmelten Minaretten etcetera, wie das in der Regel in Deutschland gehandhabt wird. Gegenüber der Imam Ali Moske befindet sich noch eine Koranschule namens Al Huda Skolen.

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Verwendete Quelle: Gehl, Christian: Kopenhagen, individuell reisen, Michael Müller Verlag, Erlangen, 6. Auflage 2017, S. 106

Superkilen Nørrebro _Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

 

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