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Bedwood Hostel_Kopenhagen

Dezember 16, 2017

Als früherer Fan von Jugendherbergen störte – um nicht zu sagen: nervte – mich das Aufkommen von Hostels in angesagten europäischen und nordafrikanischen Metropolen seit einem Jahrzehnt. Deren Gäste schienen mir zu einseitig von der Altersklasse der 17 bis 25-jährigen dominiert zu sein, die in meiner Wahrnehmung zudem zu sehr auf Spaß ausgerichtet waren. Nichts gegen Amüsement, aber diese Städte bieten meist mehr als nur ein paar abzuhakende Touri-Highlights und coole Kneipen. Mein erstes Hostel, Dina’s Hostel in Kairo, wo ich in den Jahren ab 2012 zwei bis drei Mal eine wunderbare Zeit verbracht habe, war wie das Brother’s Hostel nahebei, in dem ich 2013 ein paar Tage blieb, noch eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit mit etwa 30-50 Betten mit guten Kontaktmöglichkeiten zu einigen wenigen anderen Leuten, die in ähnlicher Weise wie ich reisten. Das fühlte sich exklusiv an und man hatte sich im Aufenthaltsraum etwas zu erzählen.

Das nächste Hostel, offiziell noch Edinburgh Central Youth Hostel genannt, das ich mit meinem ältesten Sohn etwa 2013 in Edinburgh buchte, war dann schon eine Massen-Herberge oben genannter Art, bei der mir die supereffiziente und – bei allem professionellem Smiling der Rezeptionskräfte – letztlich unpersönliche Art der Abfertigung gegen den Strich ging. Da ist man nur eine Nummer, einer von 200 bis 500 Gästen, die etwa 30 Euro die Nacht zahlen. Hier übernachteten keine Familien und im Aufenthaltsraum verlor man sich in der großen Anonymität von Leuten, die vor allem billig schlafen wollen. Ähnlich war das im gleichen Jahr im A&O an der Galluswarte in Frankfurt.

Zwei weitere solcher Hostels habe ich Mitte Oktober in Kopenhagen erlebt. Während das Urban House ein absoluter Massenbetrieb in einem entkernten, modernisierten Altbau war, hatte das Bedwood Hostel neben der Lage direkt am Nyhavn vor allem deshalb sehr viel Charme, weil es in mehreren, miteinander kombinierten historischen Altbauten eingerichtet war, in denen man sich wirklich wohl fühlte. Das hatte vor allem damit zu tun, dass man vom Nyhavn durch eine Gasse durch zwei Hinterhöfe zu gehen hatte, ehe man in einem sehr warmen Ambiente eines alten Fachwerkhauses ankam, das die zwei Inhaber mit viel Liebe zum Detail mittels Recycling und Upcycling manch origineller Gegenstände so eingerichtet hatten, dass es nirgendwo kitschig wirkte.

Bedwood Hostel Nyhavn Kopenhagen (c) Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Tagsüber wirkt dieser schmale, 500 m langgezogene alte Hafen – der aber im 17. Jahrhundert der „neue“ war und zum Amüsierviertel von Matrosen wurde- mit seinem Touri-Business ganz anders als abends, als ich hier am 11. Oktober ankam und hinter dem roten Kutter „Mary“ durch die Hofeinfahrt eines braunen Backsteingebäudes von 1756 meinen Schlafplatz suchte und in einer noch viel älter wirkenden Struktur eines historischen Warenhauses (pakhus) ankam. Da konnte man sich weniger wie in einem ehemals verrufenen Rotlichtviertel, sondern wie im 19. Jahrhundert fühlen, als hier ein paar Häuser weiter der Märchenautor Hans Christian Anderson lebte.

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Das Hostel liegt im hinteren Bereich des Guldmageres Hus, das zwischen einer Weinbar mit Tapas, einem Hummer-Restaurant und einem Eiscafé liegt.

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Ich habe mich erst einmal für einen Espresso hingesetzt, um in die Atmosphäre hinein zu schnuppern.

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Ich war 20-30 Jahre älter als die meisten anderen Gäste und hatte grad kein Smartphone zur Hand, um mit ihnen gemeinsam hinein zu schauen. Also mal im 1. Stock schauen, wie der Schlafraum ist. Ich hatte Bett 304 in Zimmer 3. Im Gang hingen Dutzende Original-Ölgemälde.

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Das war schon sehr originell mit diesen Hochbetten, die aber jeweils ein Sichtschutztuch hatten, wodurch man sich einerseits wie in einer Schiffskajüte fühlte, andererseits aber auch – einmal drin liegend – von den anderen Gästen gar nichts mehr mitbekam. Das Bad mit Duschen auf dem Gang. Die Nacht kostete 249 Kronen (33 Euro) plus 44 Kronen für das Frühstück – das ich aber nicht nahm. Ich trank stattdessen nur einen Espresso im Hof und lieh mir ein Rad, mit dem ich erstmal zum Café Norden und danach zur Kaffebar Hauser Plads radelte und von da zurück, wieder hier vorbei auf dem Weg nach Christiania. Das Hostel bot mehrere Dutzend Leihräder zu einem fairen Preis, die 200 m entfernt ausgangs des Nyhavn am Hauptkanal durch die Stadt aufgereiht standen.

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen (c) Ekkehart Schmidt

Bedwood Hostel_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Adresse: Nyhavn 63, 1051 Copenhagen K, Tel.: +45 6142 6146, Email: reception@bedwood.dk:   Homepage

From → Hotels, Kopenhagen, Reisen

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