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Café Norden_Kopenhagen

Dezember 1, 2017

Zwei edle Cafés dominieren den Amagertorv, den Platz mit Storchenbrunnen im Zentrum der Kopenhagener Altstadt, durch den man unweigerlich kommt, wenn man die zentrale Einkaufsstraße Strøget entlangläuft: Das Café Europa, das als Keimzelle der anspruchsvollen Copenhagen Coffee Academy gilt, sowie gegenüber, in einem 1896 von Richard Bergmann errichteten neoklassischen Bau mit spitzen Türmchen namens Højbrohus, das Café Norden. Ich schaute Mitte Oktober in beide kurz hinein und entschied mich für letzteres.

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Etwas befremdlich waren die Betonklötze, die das Café offenbar vor Anschlägen schützen sollten – und dann als gleich als Veranstaltungsposterfläche genutzt wurden. Ich schaute erst einmal durch die Fenster hinein, ob ich da wirklich meinen ersten dänischen Espresso trinken möchte. Es wirkte alles zu edel und unterkühlt für meinen Geschmack, aber mir gefielen die Baststühle draußen und die Schrifttype des Logos. Vor allem schien das Café in seiner Weise authentisch gewachsen edel zu sein, was etwas anderes ist, als wenn ein Café nicht klein anfängt, sondern schon so durchgestylt eröffnet wird, weil ein Investor viel Geld zur Verfügung hat. Die übelsten Lokale sind diejenigen, die per Design fälschlicherweise vorgeben, eine lange, ehrwürdige Geschichte zu haben. Leider konnte ich nicht herausfinden, wie alt es wirklich ist. Vielleicht 1993 gegründet, wenn ich deren Facebookseite im Nachhinein richtig interpretiert habe – aber ich ging davor Ort von aus, dass es Mitte des letzten Jahrhunderts entstanden ist – aber vielleicht bin ich da selbst dem Design aufgesessen…

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Während man sich draußen wie in Paris oder Mailand fühlen konnte, war drinnen vieles anders. Nur nicht auf den ersten Blick. Ich habe mich linkerhand hingesetzt und einen Espresso bestellt. Gegenüber ein Fenster mit Durchblick in die Küche oder Backstube, mit viel Brot in der Auslage. Dadurch fühlt es sich hier gut warm an. Trotz klassisch-modernem Design mit Stühlen aus Leder und Tischen aus Tropenholz ( wie es schien) und einem halb obersouveränen, halb arroganten Auftreten der schwarz-weiß gestylten Kellnerinnen. Dieser Kontrast scheint das Innendesign-Motto des Hauses zu sein. Die Karte zitiert nicht umsonst Paul Mc Cartney und Stevie Wonder: „Ebony & Ivory live together in perfect harmony“. Witzigerweise lief gerade „Supersticion“ von Stevie Wonder, als ich nir das Lokal genauer anschaute.

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart SchmidtCafé Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Das war sehr ungewöhnlich, meinen Espresso in einem Keramik-Kaffeehumpen serviert zu bekommen, dazu noch mit zwei guten Keksen. Er stammt vom lokalen „Coffee Collective„, geröstet in deren Mikro-Risteri in Frederiksberg.

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Ich bin dann die sehr schön geschwungene Treppe hoch, schaute zurück und wurde oben von einer ganz eigenen Caféwelt überrascht, die vor allem intimer war, auch gemütlicher gestaltet. Mich faszinierte vor allem die fein gearbeitete Stuckdecke. Oder war das geschnitzt oder appliziert?

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Ich kann natürlich nach einer Stunde mittags nicht sagen, wer sich hier sonst aufhält und ob unten eher der Bereich für die – bei meinem Besuch vor allem japanischen – Touristen ist. Eine Tomatensuppe kostet satte 150 Kronen (über 21 Euro), für dann schon fast preiswerte 165-170 DKK bekommt man ein Sandwich, für 210 ein Smørrebrød und für 220 kann man hier brunchen… Nichts für meinen Geldbeutel, wenngleich schon klar ist, wie teuer die Stadt ist. Wer neu angekommen ist und hier naiv glaubt, etwas essen zu können, das nur ein wenig überteuert ist, wird natürlich sein blaues Wunder erleben. Einen Kuchen aus einer der beiden säulenförmigen Vitrinen links und rechts der Theke für je 30-70 hätte ich mir noch leisten können, aber das war jetzt keine Option so früh am Morgen.

Adresse: Østergade 61, st., 1100 København K/ Dänemark, Tel.: +45 33 11 77 91,
Email: info@cafenorden.dk, Homepage

Café Norden_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

 

From → Cafés, Kopenhagen

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