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Café Sweet Treat_Kopenhagen

November 26, 2017

Es ist 17.30 Uhr, mein erster Seminartag ist vorbei, auf dem Rückweg zum Bedwood Hostel radele ich über Christianshavn, wo ich am Vortag nach langem Herümstöbern durch Christiania eine nette Ecke mit Cafés entdeckt hatte, unter anderem dem Wilder und dem Sankt Annæ 8, um da den Tag Revue passieren zu lassen. Natürlich kein implantiertes Starbucks oder ein anderes Touridings (ja: der anarchische Freistaat ist ein touristical must have been geworden), sondern ein Lokal, das aus dem Stadtteil erwachsen oder zumindest mit ihm verwachsen ist. Einen Raum, an dem ich wirklich Leuten vor Ort begegnen kann und mich nicht als skeptisch beäugter Eindringling fühle, wie beim Café Hovlen, wo ich am Vortrag vorbei gekommen war und erst in letzter Sekunde entschied, nicht einzukehren.

Café Hovlen_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Das „Sweat Treat“ hatte ich am Tag zuvor nicht wahrgenommen, als ich mittags im Café Sankt Annæ 8 ein sehr überraschend leckeres Sandwich gegessen hatte. Ich kam jetzt durch eine Nebenstraße und entdeckte ein anderes Lokal. Unauffälliger, aber viel Intimität versprechend.  Ich spähte erst kurz hinein, sah zwei junge, unkonventionell wirkende Frauen und entschied mich, zumindest erstmal einen Espresso zu trinken. Kaum hatte ich diesen erhalten und zwei erste Fotos gemacht, ging ich mit der Tasse nach draußen, um eine zu rauchen. Mir fiel eine Banalität auf: Das Fenster, eine Scheibe aus Glas, trennt das Außen vom Inneren. Während das Interieur von Cafés wie diesem meist sehr durchdacht eingerichtet wurde oder – im besseren Fall – organisch gewachsen ist, ist der Sitzbereich draußen meist ein Provisorium, dessen Ausstattung mit den Jahreszeiten schwankt. In diesem Fall war der Sommer eindeutig vorbei.

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Fast schon fröstelte es mich. Zurück an meinem Tresen an der Scheibe fiel mir auf, wie sympathisch die Blumen und anderen Pflanzen beidseits der Glasfront das „Draußen“ und „Drinnen“ verbanden, ja überbrückten. Ich wartete mit einer – mich wegen den vielen liebevoll verspielt gestalteten Details sehr anziehenden – Theke im Rücken eine Weile, überlegend, wie ich die jetzt heimlich fotografieren könnte. Die Freundin der Thekerin war gegangen, aber letztere wuselte überall herum, räumend und wischend. Ich wollte nicht fragen, ob ich fotografieren darf, weil ich keine Begründung zu sagen gewusst hätte. Eine eher mausgraue Persönlichkeit, ihr Ding lebend, nicht groß auf Gäste wie mich achtend. Wohl die Inhaberin.

Ich fragte sie nach der Bedeutung dieses ungewöhnlichen Namens: „Süße Schleckerei“. Und sie erklärte, dass man hier auch ökologische Produkte wie Olivenöl, Kaffee oder Tee kaufen könne. Plötzlich ging sie raus und ich hatte für 2-3 Minuten freie Bahn.

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Leider bedeutete das, dass sie die Stühle und Decken herein holte, um das Café zu schließen: um 18 Uhr schon – eine blöde Überraschung. So kann ich nichts zum Leben im Café sagen. Und war wegen meiner Fixiertheit auf Fotos auch nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Dafür erlebte ich dann nebenan im Architekturmuseum die Nacht der offenen Museen und wurde in Bezug auf echte lokale Erlebnisse ausreichend entschädigt.

Adresse: Sankt Annæ Gade 3A, 1416 København K, Tel.: 32 95 41 15, info@sweettreat.dk, Homepage

Café Sweet Treat_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

From → Cafés, Kopenhagen, Reisen

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