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Café Wilder_Kopenhagen

November 12, 2017

Edel, aber ohne Dünkel. Authentisch, aber voll im Zeitgeist. Cool, aber zum Wohlfühlen. Teuer, aber nicht überzogen. Ein Café in einem gentrifizierten Viertel, aber um’s Eck von einem der berühmtesten Anarcho-Projekte  Europas. Drei Mal kam ich hier letzte Woche an der Kreuzung der Wildersgade mit der Sankt Annae Gade im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn per Rad vorbei: Beim ersten Mal auf dem Rückweg vom nahen Gelände der 45 Jahre alten Gesellschaftsutopie  „Christiania“, beim zweiten Mal auf dem Rückweg von einem Trip noch weiter raus über die Kanäle im Westen der Stadt nach O/restad – jedes Mal, ohne hier einzukehren. Stattdessen aß ich erst mittags gegenüber im „Café Sankt Annae 8“ das leckerste Sandwich seit Jahren, dann trank ich abends im süßen Café „Sweet Treat“ meinen abendlichen Espresso.

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Dieser Schriftzug faszinierte abends.

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Also war Samstag-Morgen klar, als ich mich fragte, welches letzte Highlight ich mir nach frühem Aufstehen im „Urban Hostel“ auf dem Weg zur Abgabe meines Leihrades im „Bedwood Hostel“ – in einem sehr engen Zeitfenster auf dem Weg zum Flughafen – gönnen würde: Einen kleinen Umweg zu einem bestimmt teuren und nur kurzem Frühstück im „Wilders“. Wenngleich mein guter MM-Reiseführer aus nicht nachvollziehbaren Gründen das Lokal nicht nennt, so war doch klar, dass sich ein Besuch lohnen musste, wird das Wilder doch bei tripadvisor immerhin an Nr. 147 der über 2000 Cafés und Restaurants der Stadt genannt.

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Ida hieß die Kellnerin mit wasserstoffblondem  Kurzhaarschnitt, jedenfalls laut Quittungszettel, die mir um 8.30 Uhr trotz offener Türen erst den Zutritt verwehrte (sie müssten noch vorbereiten, ehe es um 9 Uhr losgehe) und dann ein Morgenbro/t servierte. So saß ich erst einmal draußen in der Morgenstille, beobachtete dann einen jungen Lieferanten, der per Privat-Pkw mehrere Kürbisse für die Halloween-Deko und zwei Tüten vorgeschnittenen Brots anlieferte, von denen ich später ein halbes Dutzend ofenfrisch warm wirkende  Scheiben bekam.

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Ida komplimentierte mich halbwegs charmant vom frei gewählten Vierertisch zu einem Zweiertisch, wohl weil es bald sehr voll werden würde. Ich hatte mir vorab wohlüberlegt Zeit bis 9.25 ausgerechnet, ehe es zur Radabgabe gehen musste. Bis dahin kamen nur zwei Freundinnen einer jungen Mutter mit Baby, die sich ins Blickfeld auf den das Café dominierenden Akt mit Alkoholflaschen setzten, der mich faszinierte: Der Blick, die Brüste, die Flaschen.

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

Café Wilder_Kopenhagen © Ekkehart Schmidt

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Das Morgenbrøt kostete 69 Kronen, der doppelte Espresso 25 (also 9-10 EUR und 3,5-4 EUR je nachdem, ob ich den Kurs mit oder ohne Wechselstubenabzüge berechne). Das geht eigentlich im Vergleich zu ähnlichen Bio-Restaurants, in denen man für ein Felaffel auf Salat schnell 25 EUR zahlt – einem Erlebnis, das mich zwei Tage zuvor etwas traumatisiert hatte. Es gab großzügig je zwei dicke Scheiben Käse und Schinken sowie selbstgemachte Marmelade zu ausreichend Brot und einem Ei. Alles in Bio-Qualität. Dazu viel Schnittlauch und ein Schälchen grobkörnigen Salzes mit wiederum – aus unerfindlichen Gründen – viel Schnittlauch. Kein Saft, aber ich hatte Ida ja von meinem Missgeschick erzählt, am Vortag versehentlich Waldbeerensirup statt Saft gekauft zu haben und den nun mit Wasser verdünnt mit mir zu tragen (um ihn bis zum Check-In runter zu kippen).

Es war alles stimmig, ich konnte das Morgenbrøt wirklich genießen, ehe es weiter zum Bedwood-Hostel zur Rad-Abgabe ging. Und dann ab zum Airport – für einen Flug nach Frankfurt mit zwei Stunden Transitaufenthalt in Warschau, wo ich dann leider im Restaurant Grand Kredens und im Café Filtry deutlich weniger Ruhe hatte als hier.

Adresse: Wildersgade 56, DK-1408 København, Tel.: 0045-32 54 71 83, wilder@cafewilder.dk

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