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Urban Art Biennale 2017_Völklingen

November 1, 2017

Meine kleine Feiertags-Radtour führte mich heute von Saarbrücken über Burbach und Luisenthal nach Völklingen, sowie von dort – nach einem Espresso in einer urdeutschen Gaststätte, die heute unter dem Namen „Serhat Toprak“ ein neues Leben führt und einer vegetarischen Pide mit Fritten im „Chicken House“ weiter über Geislautern und Groß-Rosseln ins französische Petite Rosselle und dann über Forbach und Spicheren zurück. Mich im Weltkulturerbe Völklinger Hütte kurz vor dem Ende der vom 9. April bis 5. November laufenden vierten Urban Art Biennale zwischen internationalem Künstler- und Bildungsbürgerpublikum Graffitis und andere Street Art-Werke anzuschauen, während ich mich vorher und nachher auf gut 35 km meist durch Wohngegenden bewegte, denen man immer noch die Strukturkrise des Untergangs der Bergbau- und Stahlarbeiterwelt ansah, war schon ein ziemlicher Kontrast.

Aber das ist ja auch die Idee der Ausstellungsmacher und Betreiber der heutigen Hütte: In diesen Kontext einen kräftigen Impuls hinein zu geben, in der Hoffnung, dass etwas ausstrahlt. Leider konsumieren die Besucher der Ausstellung nur vor Ort, nicht aber in der Stadt und Bewohner der Stadt sah ich drinnen keine, jedenfalls nicht, wenn ich meinen stereotypen Einschätzungen Glauben schenke. Die gut 150 Werke von 100 Künstler/innen aus 17 Ländern wurden im Herzen des Stahlwerks sowie open air im dahinter liegenden Gelände des „Paradieses“ gezeigt, wo man die Natur bei ihrer Rückeroberung der Kokszubereitungsanlagen nicht behindert.

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Mathias Baumgärtels Bananen kenne ich schon aus den frühen 1980er-Jahren in Köln, wo der 1960 geborenen Künstler vom Niederrhein mit ihnen künstlerisch wertvolle Orte kennzeichnete. In dieser Arbeit stopft er dagegen jemandem das Maul, der alles andere als künstlerisch relevant ist. „Please Love me“ (unten) ist eine Arbeit von „Herakut“, einer Zusammenarbeit von Jasmin Siddiqui (geb. 1981) und Falk Lehmann (geb. 1977), die unter den Namen „Hera“ und „Akut“ vorher schon individuell gearbeitet hatten.

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

„They Used To Do It In The Clubs“ heißt die faszinierende, fast monochrom orange-rote Arbeit des 1967 auf Mauritius geborenen „Mode 2„.

„Alias“ ist das Alias eines Berliners, der mehrschichtige figurative Schablonen fertigt und auf Wände platziert: Hier unter dem Titel „Dissident“ einen wütenden Jungen, der eine Sturmhaube trägt, wie Revolutionäre oder Gangster oder Sprayer es tun.

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Während sich der Amerikaner Ian Kuali’li (geb. 1977) in seinen beiden hier gezeigten Papierarbeiten von der Kultur seiner indianischen Ahnen und okkulter Symbolik inspirieren lässt, realisiert der 1985 geborene Kolumbianer „Wandapot“ Werke, die er Punk-Surrealismus nennt, so auch die „Virgen Ruda“:

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Der Pole Robert Proch (geb. 1986) führt einen in seiner Arbeit „Counting Fingers“ mit zwei Frauen und einem Kind an die Grenze zwischen Traum und Realität, vor allem durch die zwielichtig-rätselhafte Lichtstimmung, auf die man sich konentriert einlassen muss, um vieles zu entdecken.

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Und dann ging’s raus ins „Paradies“, in dem neben einigen neuen Arbeiten noch einige Werke der Urban Art Biennale 2015 zu sehen waren, während andere entfernt worden sind.

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

https://akihart.wordpress.com/2015/03/22/ammar-abo-bakr-auf-der-urban-art-biennale-2015_volklingen/

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Rubin 95 war dieses Mal der einzige Saarbrücker Künstler, dessen mit „Petas“ produzierte Arbeit „Free Tibet“ an einer halb zugewucherten Wand mich eher unangenehm an die von Styles dominierte Wall 4560 zu Hause am Staden erinnerte, wäre da nicht der hypnotisch wirkende Blick dieser Göttin.

https://akihart.wordpress.com/2015/03/22/ammar-abo-bakr-auf-der-urban-art-biennale-2015_volklingen/

https://akihart.wordpress.com/2015/03/22/ammar-abo-bakr-auf-der-urban-art-biennale-2015_volklingen/

Urban Art Biennale 2017_Völklingen © Ekkehart Schmidt

Die „Ad-Busting“-Arbeit des Franzosen „Ox“, der Werbetafeln beschneidet öffneten mir neue Perspektiven: So etwas würde ich auch gerne mal machen. Mein absoluter Höhepunkt der Biennale war aber die Arbeit „Positive Heritage“ des Chilenen „Mambo“ (geb. 1969), der mit seiner Collage aus Papier in einem abgekappten Schornstein eine Verbindung zu seinem Urgroßvater herstellte, der in Frankreich Kamine aus Backstein gebaut hat.

https://akihart.wordpress.com/2015/03/22/ammar-abo-bakr-auf-der-urban-art-biennale-2015_volklingen/

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