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Cafe Melon. Kawiarnia_Warszawa

Juni 4, 2017

Dieses, vielleicht unscheinbarste Warschauer Café, das zugleich ein Laden für Porzellan aus den sozialistischen 1960er-Jahren ist, war das einzige während meiner  drei Tage in der polnischen Hauptstadt letzte Woche besuchten zehn Lokale, in dem ich ganz bei mir war und mich auch als Gast nicht als Fremdkörper gefühlt habe. Und also auch das einzige, in das ich ein zweites Mal zurück gekehrt bin. Das hat natürlich damit zu tun, dass es genau in jenem Teil des zugleich abgewrackten wie hip-gentrifizierten Stadtviertels Praga liegt, in dem ich besonders viel herumstöbernd Straßen abgelaufen bin. Wegen der Anziehungskraft dieses Quartiers östlich der Weichsel, die daraus resultiert, dass man hier noch das im Krieg unzerstörte alte Warschau erleben kann, während Altstadt und City am Westufer seit 1989 längst viel zu modern gesichtslos geworden sind, überlebt das Café durch Nostalgiker wie mich.

Cafe Melon. Kawiarnia_Warschau © Ekkehart Schmidt

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Natürlich wird hier auf Vintage und Retro-Style gesetzt, um Kunden anzuziehen, aber es wirkt nicht so, weil man ja in einem Laden voller Keramik, Gläser, Kristall, Plastiktelefonen der 1970er-Jahre und ähnlichem sitzt, der sehr privat wirkt. Im Gegensatz zum Schuster nebenan mit seinem Schuhschild, einem Graffiti und dem Emblem der Mannschaft von Legia Warschau, wird nur durch ein Tischchen mit Blumen signalisiert, was man anbietet.

Cafe Melon. Kawiarnia_Warschau © Ekkehart Schmidt

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Das Lokal existiert seit 4-5 Jahren und besteht im Zusammenhang mit einem Angebot an Apartments. Es gibt keine große Auswahl, aber das Wesentliche: Kaffee, Tee, Limonaden und Bier mit vergleichsweise niedrigen Preisen, dazu Gebäck und Kleinigkeiten zu essen. Früher gab es wohl auch einmal Fotoausstellungen, aber ich nehme an, dass man noch das richtige ökonomische Rezept zum Überleben finden muss. Gerne hätte ich mir auch eine Zuckerdose oder eine Kaffeetasse gekauft, aber es war dann doch nicht das richtige dabei.

Cafe Melon. Kawiarnia_Warschau © Ekkehart Schmidt

Cafe Melon. Kawiarnia_Warschau © Ekkehart Schmidt

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Ich konnte hier im Gefühl, dass da welterfahrene Inhaber mit ähnlicher Wellenlänge sind, einfach für mich meinen Espresso trinken, im Reiseführer lesen, im Tagebuch schreiben und fotografieren, ohne mich beäugt oder beobachtet zu fühlen. Das war viel wert.

Beim ersten Besuch letzten Montag lief „Goodby Yellow Brick road“, „Night Fever“, „My Sherona“ und etwas von den Beach Boys. Beim zweiten Besuch am Donnerstag saß ich vor allem draußen und hörte eher dem Verkehr zu. Unter einem dieser Gitter sitzend, die Passanten unter maroden Gebäuden vor abstürzenden Stuckteilen und Ähnlichem schützen, hatte ich natürlich Assoziationen an das Prag der 1990er-Jahre oder an den Osten Berlins. Ja: da ähnelt sich manches, wie das liebevoll gestaltete Klo oder die Strickbombe am Baum gegenüber, und doch kann man das Leben hier nicht wirklich über den gleichen Kamm scheren, Praga nicht in den Neu-Köllner Topf werfen – unter anderem deshalb, weil hier offenbar kaum Migranten leben.

Cafe Melon. Kawiarnia_Warschau © Ekkehart Schmidt

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Adresse: Inżynierska 3/ 7, 00-001 Warszawa/ Polen, Tel.: +48 22 619 12 54, Homepage

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From → Cafés, Reisen, Warschau

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  1. Hinterhoffußball in Praga | akihart

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