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Café Lellger Stuff_Lellingen

Mai 22, 2017

Gestern bin ich hier zum dritten Mal per Rad in fünf Jahren vorbeigekommen, erstmals im exklusiven Kreis angemeldeter Gäste – denn sonst kommt man nicht in Lellingens gute Stube. Das typische Dorflokal, in dem die Bewohner des Ortes mit heute exakt 113 Einwohnern fast immer unter sich blieben, hatte früher wohl nur am Sonntag offen. Vielleicht für die Tradition des Frühschoppens nach dem Kirchgang. In späteren, zunehmend locker werdenden Zeiten, konnte man auch werktags abends ein Bier trinken, falls ich das gestern richtig verstanden habe. Für die Inhaberfamilie ist das Lokal wohl eher eine Nebenerwerbsangelegenheit gewesen, wenngleich man online noch Spuren eines Angebots einer Auberge und einer Campingmöglichkeit findet. Lellingen liegt tatsächlich sehr idyllisch in einem grünen Tal der luxemburgischen Ardennen, am Zusammenfluss des Lellgerbaach und des Pëscherbaach, die sich im Ortskern an einer gepflasterten Furt vereinen, nur um rund 100 m weiter gemeinsam in die Klierf zu münden. Die älteste Brücke stammt hier von 1777.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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In der nicht zufällig als „weißes Dorf“ relativ bekannten Ortschaft – so gut wie alle Gebäude sind tatsächlich weiß gestrichen und bilden im Kern ein sehr authentisch wirkendes Ensemble – gibt es heute nur noch einen Hof und eine Wirtschaft. Der Scharll-Haff, ein Hof mit Milchkühen, wird seit 2010 von Roland Scharll, einem sehr sympathischen und – ja tatsächlich- coolen Jungbauern in Biolandwirtschaft betrieben. Ihn zu besuchen war das Ziel einer von etika und Velosophie organisierten Radtour, die uns gestern von Kautenbach hierher und weiter nach Wilwerwiltz führte. Vor dem Besuch kehrten wir in der Lellger Stuff ein. Mit Blick auf den Hof. Dieses simple Schild auf der Rückseite des in einen Felsen gesetzten Lokals, das man von Wilwerwiltz kommend sieht, hatte mich schon vor einigen Jahren so fasziniert, dass ich mich gestern ganz besonders auf diesen Besuch freute.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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So war ich überrascht, als das Lokal, von der demDorf zugewandten Seite kommend, ganz anders wirkte.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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Die Inhaberin, eine stämmige, pragmatisch-resolute Frau vom Typ „mit Haaren auf den Zähnen“ und zugleich durchaus „ihr Herz auf der Zunge tragend“, führt das Lokal seit dem Tod ihres Mannes vor wenigen Jahren alleine. Sie habe damals investieren wollen, aber die Bank machte für einen Kredit derartige eingreifende Auflagen, die sie nicht erfüllen wollte. Vor allem sollte sie eine neue Küche einbauen, obwohl sie in der alten immer wunderbar gekocht habe. Sie machte das dann wohl auf eigene Faust.

Im Eingang gibt es zwei Türen – wahrscheinlich ging es früher links ins Lokal, rechts in ein Lebensmittelgeschäfte. Jedenfalls stelle ich mir das seit dem Besuch des Cafe de la poste in Vianden so vor, wo es auch diesen doppelten Eingang gibt.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

Der Nebenraum, in dem wir saßen, wurde durch eine Faltziehtür immer wieder geschlossen, obwohl im Hauptraum niemand saß.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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Aufgetischt wurde uns erst eine Suppe, dann eine Schinkenplatte mit Salat und Kartoffeln: Gar nicht so deftig, wie es sich anhört. „Alles aus dem eigenen Garten“, betonte die Inhaberin: Kartoffeln, Möhren, Salat und Petersilie sowie die Eier. Und der Schinken sei keineswegs aus dem discounter, erklärte sie fast entrüstet auf meine Frage, sondern natürlich selbst produziert aus der Region. Dies wissend, schmeckte es mir besonders gut.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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A propos Garten: Neben zwei Salatbars, einem kleinen Teich und einer Volière für Kanarienvögel findet sich auch ein kleiner Hühnerstall. Der Versuch, dies alles etwas künstlerisch zu gestalten verweist darauf, dass Lellingen für sein Kunstfestival bekannt ist, das hier seit 1991 am Nationalfeiertag im Juni stattfindet (2017 am 23. Juni) und bei dem die Stuff ein wichtiger Ausstellungsort ist. Ferner gibt es ein so genanntes Loufest und ein internationales Quiltfestival, bei denen der Ort von Besuchern überschwemmt wird. Mal sehen, ob ich es dann mal dahin schaffe. Das sind dann wohl die wenigen Gelegenheiten, in denen die Stuff auch ohne Gruppenanmeldungen geöffnet hat.

Café Lellger Stuff_Lellingen © Ekkehart Schmidt

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Adresse: 3 Ierwescht Duerf, L – 9760 Wëlwerwolz-Lellingen (Lellgen), Tel.: ++352 920564

Verwendete Quelle: Wikipedia-Artikel „Lellgen
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