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Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage

März 29, 2017

Als Übernachtungsort während einer Radtour zum Besuch von Projekten hatte ich mir für vergangenen Donnerstag ein Hotel ausgesucht, dessen Anblick mich schon vor einigen Jahren fasziniert hatte. Es liegt in Dirbach-Plage, der wohl ältesten, rein auf (Erholungs-)Tourismus ausgerichteten Ortschaft Luxemburgs. Damals wie heute zählen wohl vor allem Holländer und Belgier Stammgäste dieses Hauses an einem tatsächlich idyllischen Mäander der Sauer unterhalb eines hohen Felsens, den ich von der Straße zwischen der Bahnstation Göbelsmühle und dem Stausee bei Esch/Sauer erkletterte. Während hier im Ösling, wie die Luxemburger den Süden der Ardennen nennen, sonst fast alle bäuerlichen Ortschaften auf der Höhe nahe der Felder liegen, entstand hier auch im Tal eine kleine Siedlung, die bis heute vor allem aus Ferienhäusern besteht (offiziell gibt es hier 21 Einwohner/innen).

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

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Leider weiß ich nicht, was das für Bäume sind, die ihre Äste so bizarr in den Himmel strecken und deren Spiegelungen im Wasser von oben gesehen wie Wurzeln wirken. Als ich hier am späten Nachmittag ankam und meinen After-Work-Espresso gerade noch in der Abendsonne genießen konnte, haben mich die diversen Spiegelungen von Bäumen, Fenstern, Bögen und der Brücke im stillen Wasser der Sauer am meisten fasziniert. Im Kontrast zur glatten Wasseroberfläche übertönte das Rauschen des abrupt über das Wehr sprudelnden Wassers alle anderen Geräusche. Wenn es denn, abgesehen vom Abendgesang der Vögel, welche gegeben hätte. Drei Autos fuhren im Laufe des Abends auf den Parkplatz – ansonsten herrschte während meines gesamten 15-stündigen Aufenthalts die totale Stille.

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

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Die Brücke besteht aus Stahlträgern, auf die Betonplatten gelegt wurden. Ein Wanderweg führt über sie und die Terrasse, die man rechterhand durch Säulen direkt in den Wald verlässt. Ich sah hier nur zwei Mal Angler durchlaufen. Sie werfen die geangelten Fische wieder in die Sauer, erzählt Antons Lebensgefährtin, die hier an ihrem Laptop sitzend arbeitet.

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage  © Ekkehart Schmidt

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Die Inneneinrichtung entsprach in einer in beiderlei Beziehungen unausgereiften Mischung zwischen Anglerheim und anspruchsvollem Hotel nicht ganz meinem Geschmack. Aber ich fand ausgangs zur rückwärtigen Terrasse meine Ecke für’s Abendessen und Frühstück, in der ich mich wohlfühlte und dem ruhigen Gepaddel der Enten zuschauen konnte. Man braucht so etwas häufiger, als man gemeinhin denkt. Und ich fühlte mich an diesem Vorfrühlingsabend angenehm alleine, einmal ganz nur für mich.

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Eine – für einen sparsamen Restaurantbesucher wie mich – böse Überraschung bot dann allerdings die Karte mit Hauptgerichten ab 20,50 Euro, zum Beispiel Forelle. Das Drei-Gänge-Menü kostet 30 Euro. Ein Glas Wein dazu ab 5 Euro. Ich nahm dann einen Vorspeisensalat mit Chèvre chaud als Hauptspeise für 17,50 Euro, der zwar vom Koch mit echter Freude über einen der wenigen Gäste persönlich serviert wurde, aber ich hatte zu versuchen, vom Beilagenbaguette mit Butter satt zu werden. Das Zimmer war auch sehr klein, hatte aber alles, was man braucht, wenn man sich an einem Ort wie diesem sowieso weitestgehend draußen aufhalten möchte.

Es sei denn, man kommt als älteres Liebes- und/ oder Ehepaar, das ungestört bleiben möchte. Dass solche zur Stammkundschaft gehören, schließe ich aus den alten Filmfotos und Plakaten im fichtenhölzernen Treppenhaus, die Humphrey Bogart, Marilyn Monroe oder Rita Hayworth in 50er-Jahre-Liebesschmonzetten wie „Seduzione“ oder „La Signora di Shanghai“ zeigen. Und aus der dominant gespielten Musik: romantische französische Chansons, auf dass sich Holländer schon fast wie in der Provence fühlen. Solche Paare nehmen sicher eher die teureren Zimmer zum Fluss, während ich sparsam ein Zimmer mit Blick auf die Felsvegetation für 62 Euro bevorzugte (inkl. Frühstück).

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

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Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

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Anton, der mit seiner Lebensgefährtin seit einem Jahr das Hotel seines Vaters Ferdinand Rammelt fortführt, war mir ein sehr zuvorkommender, angenehmer Gastgeber. Also: Ehrlich um mein Wohlergehen bemüht und gerne Anekdötchen rund um das Haus preisgebend. Zum Beispiel die, dass der Gründer des Hauses vor etwa einem Jahrhundert einen kleinen Imbissbetrieb auf der anderen Seite der Sauer hatte und bei der Gemeinde um eine Ausschankerlaubnis für Getränke bat, die ihm jedoch nicht gewährt wurde, da sich dort schon andere Gaststätten befanden. Da sei er auf die Idee gekommen, das Flussufer zu wechseln, das bereits zu einer anderen Gemeinde gehörte: Von der bekam er die Erlaubnis, baute eine Brücke und errichtete seine Wirtschaft. Aus dem ursprünglichen Bau, von dem in meinem Zimmer noch eine Postkarte hing, entstand dann durch stetige Erweiterungen das heutige dreigeteilte Haus. Eine andere Anekdote erklärt, warum man hier zwischen Brücke und Wehr in tiefem Wasser baden kann: Hier sei versehentlich eine Weltkriegsbombe niedergegangen, die ein gut 3 Meter tiefes Loch erzeugt habe.

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage © Ekkehart Schmidt

Während meines Aufenthalts waren nur drei ältere belgische Paare im Hotel. Anton erzählt, dass die Belgier hier vor allem mögen, dass die Ardennen noch ursprünglich sind, nicht so touristisch vermarktet, wie zu Hause. Das Hotel bietet seit einigen Jahren auch „Chalets“, kleine nette Holzhütten mit eigener Küche auf den Wiesen gegenüber zum Übernachten an. Das kostet dann in der Hochsaison aber 80 bis 120 Euro die Nacht. Ist es bei der Badeoption im Sommer aber sicher wert.

Ebenfalls zum Hotel gehörend, aber stark sanierungsbedürftig, ist eine Café-Auberge im Ort: Die Diirbecher Stuff. Letztes Jahr haben Anton und seine Lebensgefährtin eine Etage auf das Hotel gesetzt. Sie wollen ihr kleines Juwel an der Sauer wohl schrittweise weiter entwickeln.

Adresse:  Dirbach Plage, L-9153 Dirbach, Luxemburg, Tel: 00352 269 59 239, mail: info@dirbach.eu, homepage: http://dirbach.eu/

Hotel Auberge de la Sûre_Dirbach-Plage  © Ekkehart Schmidt

2 Kommentare
  1. Immer ausgefallene Orte! 🙂 Bin grosser Fan deines Blogs… Danke und liebe Grüsse! Ex- Woxxie Christiane

Trackbacks & Pingbacks

  1. Café Bei der Gemeng_Rambrouch | akihart

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