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Café Chez Nadia_Esch-sur-Alzette

Dezember 19, 2016

Wer ist Nadia und warum habe ich so lange gebraucht, dort einmal einen Espresso zu trinken, obwohl mich der Name und das Äußere dieses Lokals auf Anhieb anzog, seitdem es mir vor etwa zwei Jahren erstmals ins Auge fiel und ich seitdem bestimmt ein halbes dutzend Mal vorbei gelaufen bin? Der rote Backsteinbau mit den vielen Schriftzügen wirkte irgendwie so belgisch auf mich. Dabei ist die alte Stahlmetropole Esch-sur-Alzette im tiefen Süden Luxemburgs vor allem eine italienisch-portugiesische Arbeiterstadt. Die Herkunft von Nadia Kaouane, die das Lokal führt, muss ich noch herausfinden. Es klingt nach einer Rumänin, die einen Maghrebiner geheiratet hat. Bei meinem Besuch letzten Mittwoch war sie nicht anwesend. Hinter der Theke standen zwei Frauen schwarzafrikanischer Herkunft, und auch in der Gaststube dominierten Männer portugiesischer Muttersprache von den Kapverdischen Inseln, Angola oder einer anderen ehemaligen Kolonie. Die Thekerinnen schüchterten mich, bei aller später erlebten Freundlichkeit, mit ihrem abschätzig empfundenen Blick ziemlich ein. Fast hatte ich das Gefühl, am falschen Ort zu sein.

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Die Café-Bar liegt in Bahnhofsnähe eingangs der Avenue de la Gare neben drei urluxemburgischen Geschäften mit dem merkwürdig klingenden Inhabernamen Kill. Die bunte Aufmachung der Wände und mancher Einrichtungsgegenstände im Inneren, die an den Stil der späten Hippiejahre denken läßt, steht in starkem Kontrast zur historischen Fassade, während andere Details sehr gutbürgerlich-spießig an die 1970er-Jahre erinnern.

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Am auffälligsten, neben dem Klavier und der Säule an der Theke, die im gleichen Stil bunt bemalt worden sind, ist die ungewöhnliche Figurengruppe rechts am Fenster.

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Da ich noch nie abends in Esch unterwegs war, habe ich keine Vorstellung vom abendlichen Betrieb hier, tippe aber auf eine Bar mit einem eher familiär-gemütlichem  Nachtleben. Nadia, die auf vielen Fotos auf der Facebook-Seite des Lokals posiert, erzählt mir hoffentlich bei Gelegenheit von ihrem Lokal.

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Worauf ich sie wohl nicht ansprechen werde, ist das Faktum, wie es kommt, dass einer der neun Beschuldigten einer aktuellen Gerichtsverhandlung gegen einen mutmasslichen Drogenhändlerring, der im Luxemburger Bahnhofsviertel aktiv war, das Café als Ort genannt hat, in dem er Kokain bekommen habe, wie das Lëtzebuerger Journal am 8. Dezember berichtete. „Als er aber Namen nennen sollte, wurden seine Angaben konfus“, heisst es. Wahrscheinlich hat er das also erfunden, um von der wahren Quelle abzulenken. Gut für den Ruf des Lokals war das jedoch sicherlich nicht.

Adresse: 6 Avenue de la Gare L-4131Esch-sur-Alzette, Tel.: 26532053

Zitierte Quelle: Welter, Pierre: Vergessliche Bande, Lëtzebuerger Journal, 08.12.2016

Café Chez Nadia_Esch-sur-Alzette © Ekkehart Schmidt

 

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  1. Kill Kill Kill | akihart

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