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Modjtame-ye Ghamati Touristi „Sahel“

Oktober 10, 2016

Es geschieht nicht oft, ohne Badehose am Meer zu landen. Aber das war egal. Wir Erwachsenen durften eh nicht so ins Wasser, wie wir es gewohnt waren. Eigentlich wollten wir Ende September von Teheran aus nur einen Tagesausflug in die Berge machen und hatten entsprechend nur zwei Taschen voller Windeln, Wasserflaschen und ähnlicher Utensilien dabei. Doch dann liess ich mich – mit manchem Widerstand – auf die Spontanität meiner Lebensgefährtin ein. Nach zweieinhalb Stunden und 180 km Fahrt immer geradeaus kamen wir in der Abenddämmerung an die Uferpromenade von Mahmoudabad und ich sah das erste Mal seit 1970 wieder das Kaspische Meer. Damals war ich etwa so alt gewesen wie der älteste unserer beiden jüngsten Söhne jetzt. Es gibt schönere Stellen, aber für uns war es die bestmögliche.

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Meine Bedingung war: Erst eine Übernachtungsmöglichkeit finden, dann ans Meer. aber ich hatte keine Chance. Wir ließen erst die Kinder begeisternd juchzend die Brandung geniessen, dann fragten wir an der kleinen Bungalowsiedlung nach, die direkt hinter dem letzten Geschäft am Ufer lag: Bingo, wir bekamen sofort eine „Suite“, also ein Appartment, obwohl wir unsere Pässe im Hotel in Teheran gelassen hatten und Herr Shakeri, der Inhaber, uns daran erinnerte, dass wir hier in der islamischen Republik seien, das also eigentlich nicht gehe. Es ging dann doch. Und kostete 1 Million Rial, also nicht einmal umgerechnet 25 Euro die Nacht (Einzelzimmer gab es für 800.000 Rial, also 20 Euro).

„Modjtame-ye Ghamati Touristi“ bedeutet „Touristische Wohnsiedlung“, „Sahel“ heißt „Ufer“ auf Persisch. Hier an der Küste zwischen Mahmoudabad und Nur ist im Sommer sehr viel los, in der Nebensaison kommen auch an Wochenenden noch sehr viele Tehranis. Aber es war Mittwoch und so war die Anlage kaum belegt.

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Auf den Photos wirkt es spartanisch: Aber die Räume waren uns auf Anhieb sympathisch. Dazu eine gut ausgestattete Küche und eine Dusche, Plastikschlappen und ein Gasherd auf der Terrasse: Was will man mehr?

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Nachts regnete es heftig, aber am Morgen konnten wir doch noch einmal „baden“ gehen, also die Kinder beim Plantschen beaufsichtigen, ehe es auf den langen Weg zurück nach Teheran ging. Dazu brauchte man nur den Parkplatz zu queren und schon stand man am Meer. Baden ist in der islamischen Republik nur an wenigen Stränden erlaubt und dort meist nur an eigens abgetrennten Bereichen, jeweils einem für Männer und einem für Frauen (von denen hier nur noch die Stangen im Wasser standen). Gebadet wird geschlechterübergreifend komplett bekleidet.

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GPS-Koordinaten: 36.637304, 52.264475

Modjtame-ye Ghamati Touristi „Sahel“ © Ekkehart Schmidt

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  1. Restaurant Adam & Hewa_Polur | akihart

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