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Boroumand Kolompeh_Kerman

September 12, 2016

Nachdem ich vor vier Jahren das Glück erlebte, die Produktion von Dattelkeksen in der südiranischen Stadt Kerman dokumentieren zu dürfen (Mahbubes Kolompeh), war es vor drei Wochen umso schöner, Mahbube in ihrer neuen Bäckerei erneut besuchen zu können und zu schauen, wie gut sich dieses private „business“ in schwierigen Umständen entwickelt hat. Aus den privaten vier Wänden heraus hat sich die 50jährige vor 1,5 Jahren insofern verbessert, als sie die Räumlichkeiten eines früheren Fortbildungszentrums für Lehrer aus den revolutionären Zeiten der frühen 1980er-Jahre angemietet hat, ohne die damalige Leuchtreklame zu verändern und dort nun mit sechs statt nur drei Mitarbeiterinnen deutlich mehr produzieren kann, als vorher: Gut 50 kg, also etwa 1000 Kolompeh am Tag, jeweils und nur auf Vorab-Bestellung. Sie produziert nicht auf Vorrat, es gibt kein Lager, alles wird am gleichen Tag verkauft, weil die Qualität des Produkts schnell sinkt, wenn man es lagern muss. Nur zu Feiertagen produziert sie vorab.

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Nicht nur die Handarbeit ist sehr aufwändig. Auch die Unsicherheit, von Tag zu Tag, über die Höhe der individuellen Bestellungen, ist schwierig zu managen. Oft gibt es Stress für die sechs Mitarbeiterinnen, von denen ich drei noch von 2013 kenne. Aber es gebe auch gute Gespräche, erzählt sie. Meist über familiäre Fragen, Probleme mit den Kindern oder den Schwiegereltern… Die Behörden kommen gelegentlich vorbei, um die Sauberkeit zu überprüfen – aber auch, um zu checken, ob hier Frauen arbeiten, ohne Männeraugen ausgesetzt zu sein.

Produziert werden heute neben Kolompeh, deren Produktion ich damals ausführlichst beschrieben habe, auch Kuchen namens „Komak“ und Pistazienkekse namens „Ghotab“, die für mich das Leckerste überhaupt sind, was ich in Kerman gegessen habe:

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Nach aufwändiger Produktion in Handarbeit werden die Ghotab in Öl frittiert und dann in kleine Kisten verpackt. Mahbube überlegt weiterhin – wie damals -, ob sie in weitere Maschinen investieren soll. Mit einer Maschine zum Kneten und Walzen des Teigs könnte sie statt 50 kg bis zu 200 kg am Tag produzieren. Die ihr so wichtige Qualität wäre aber nicht so gut. Das ist eine schwierige Entscheidung für Mahbube, die ihren seit 8 Jahren bestehenden Betrieb kontinuierlich weiter entwickeln möchte, ohne den Ruf ihrer Produkte zu gefährden.

Boroumand Kolompeh_Kerman © Ekkehart Schmidt

From → Iran

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  1. Mahbubes Kolompeh | akihart

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