Zum Inhalt springen

Zufrieden Bohnen ernten

September 11, 2016

Klingt so banal: Hab heute den Rest unserer Balkonbohnen geerntet… Und diejenigen, die noch so frisch waren, dass ich sie zu einem weiteren Eintopf verkochen kann, von denjenigen getrennt, die schon zu trocken waren und bei denen also mit gut 20 Minuten Aufwand die Spreu von den Bohnen zu trennen waren.

Zufrieden Bohnen ernten © Ekkehart Schmidt

Zufrieden Bohnen ernten © Ekkehart Schmidt

Ja. Aber das Ergebnis von fast einem halben Jahr täglichen abendlichen Gießens mit Frisch- und möglichst viel Brauchwasser der vier gut 2 m hohen Bohnenpflanzen war unter’m Strich doch so bescheiden, dass ich ein starkes Gefühl von Demut erlebe. Da habe ich also als Ergebnis von sehr viel Arbeit drei Eintöpfe kochen können, dazu bleibt ein Gläschen Bohnenkerne für ein Chilli ohne Carne, habe zwar das wunderbare Gefühl des Selbstanbauens von Lebensmitteln mitten in der Stadt zur Reduzierung von Transportkosten im Sinne der Selbstversorgungs-Visionen von Permakultur und der Transition Town Bewegung erlebt, aber ich hätte das gleiche Ergebnis von vielen Stunden Aufwand auch für etwa 1-2 Euro im Bioladen kaufen können.

Natürlich schmeckt Selbstproduziertes besonders gut, das befriedigt auch ungemein. Aber kann das eine Lösung unserer Nahrungsmittelproblematik sein, wenn ich mit viel Aufwand inmitten einer Großstadt gerade einmal einen Teil des Inputs für 3 bis 4 Mittagessen produzieren kann? Ich brauche dazu ja zumindest noch eine Zwiebel, eine Dose gestückelter Tomaten, zwei Möhren und zwei Kartoffeln. Und wäre ich ein Bauer, der vom Bohnenanbau leben soll: wie kann das ökonomisch aufgehen? Wohl nur als Bauer im armen Süden, der den reichen Norden beliefert. Und schon haben wir das Problem des enormen Verbrauchs fossiler Ressourcen für den Transport.

Ist, was die Bewegung als Strategie propagiert, nur Augenwischerei, andere Wege zu suchen? Hier im Norden müsste ich meine Ernte für 30-50 Euro das Kilo verkaufen, um einen nennenswerten Beitrag zu meinen Miet- und sonstigen Kosten zu erwirtschaften. Ähnlich klingt die Quintessenz für unseren Tomatenanbau: Drei Pflanzen mit 36 Früchten. Nur bei den Kräutern sieht das anders aus, da braucht man keine große Quantität, um ein großes qualitatives Plus beim Salat zu erreichen.

Oder müsste man sich besser vernetzen und austauschen?

Zufrieden Bohnen ernten © Ekkehart Schmidt

From → Anders leben

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: