Zum Inhalt springen

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main

September 7, 2016

Vor einem Monat ist es mir wieder einmal ins Auge gefallen. Nicht zum ersten Mal. Diesmal habe ich in die Lobby geschaut, während ich gerade nebenan Gast in der Pension Alpha war. Aber: Nee, nicht meine Preisklasse. Oder? Das Haus  ist optisch schon auf den ersten Blick ein echtes Relikt, ein Überbleibsel aus einer Zeit, als man fast ausschließlich per Bahn gereist ist und an den Hauptbahnhöfen der Großstädte edle Hotels entstanden. Wenn man denn hier am Südausgang des Bahnhofs vorbei läuft…, was kaum noch jemand macht, es sei denn, das Ziel sind die Fernbusse der Mannheimer Straße. Heute gehen die meisten Reisenden durch den Hauptausgang zur U-Bahn und fahren in Hotels an attraktiveren Standorten. Oder kommen per Auto. So wurde mir jedenfalls klar, als ich einen Blick in diese Lobby warf: Wenn ich das nächste Mal in Frankfurt bin, übernachte ich hier. Es hat dann tatsächlich nur vier Tage bis zum 9. August gedauert, ehe wir hier in diesem zwischen Neubauten fast eingequetscht wirkenden Hotel mit Geschichte und Charme der Jahrhundertwende zu viert auf dem Weg in den Iran ein Zimmer belegt haben. Und es war für uns mit 122 EUR statt 170 EUR für’s Dreibettzimmer gar nicht so teuer. Oder sagen wir: Es ist zweifellos seinen Preis wert.

 

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Läuft man hier abends vorbei, sind die Rolläden oft hinunter gelassen, so dass einem im Trubel der Straße nicht bewusst wird, welch angenehme und ruhige Atmosphäre innen herrscht. Das historische Gebäude bietet viel mehr Zimmer, als es zunächst den Anschein hat: 100 Zimmer und Suiten verteilen sich über das Vorderhaus, aber auch das später angebaute Hinterhaus. In der Lobby und dem Treppenhaus merkt man dem Hotel die 110 Jahre seines Bestehens an. Gerade das Treppenhaus war kaum so zu sanieren, dass der alte Glanz zu neuer Wirkung kam. So wirkt es hier im Vergleich zu Neubauten für viele wahrscheinlich fast ein wenig schmuddelig. Dabei ist das pure Authentizität eines Hauses mit langer Hoteltradition: Das 1906 von der Schweizer Familie Franz Herrlein erbaute Haus, das damals „Hotel Monopol-Metropole“ hieß, überstand den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet, obwohl es direkt neben dem Hauptbahnhof steht. So konnte es im weiträumig zerstörten Frankfurt nach Kriegsende als erstes Hotel wieder eröffnen. Daher beherbergte es beispielsweise im Zuge der Konferenzen zur Währungsreform viele prominente Tagungsteilnehmer aus Politik und Wirtschaft. Auf der Homepage des Hotels finden sich eine Werbeanzeige und zwei Fotos der damaligen Zeit:

image_resizer1_800

dsc_0782_800

image_resizer2_800

Während man sich in der Lobby, im Frühstückssaal und im Treppenhaus noch sehr gut in diese Situation eines Luxushotels der 1940er-Jahre hineinfühlen kann, wenngleich hier heute vor allem chinesische und japanische Touristen sitzen, sind die Zimmer den Bedürfnissen des frühen 21. Jahrhunderts entsprechend saniert worden. Oder des späten 20. Jahrhunderts, jedenfalls ist der Stilbruch akzeptabel.

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

dsc_0833_540

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Wir bekamen mit Nr. 358 ein sehr ruhiges Zimmer, weil mit Fenster zum Hinterhof. Es hatte – was auf den Fotos nicht wirklich rüberkommt – eine sehr edle und großzügige Ausstrahlung, sogar mit einbauschrankbestückten Vorraum zum Bad.

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

dsc_0801_800

Den Charme der Jahrhundertwende hat sich das Hotel tatsächlich nicht nur im historisch wertvollen Baustil von Lobby und Frühstücksraum erhalten können. Die Ausstattung der Zimmer mit moderner Technik und halbwegs gehobener Ausstattung ist eine gute Mischung. Alles solide und in Ordnung.  Alles ist sehr sauber. Die Badezimmer sind renoviert, wenn auch nicht mit den teuersten Materialien ausgestattet. Natürlich sind auch die Zimmerausstattung und die Möbel schon älter, aber man spürt noch, dass dies einmal ein wirkliches Luxushotel gewesen sein muss, wenn es auch heute etwas aus der Zeit gefallen wirkt. Es machte Spaß, abends spät noch einmal vor die Tür zu treten und sich da als Teil von etwas besonderem zu fühlen.

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Auch der Frühstücksraum mit seinen alten Ölgemälden und gutem Büffet ist eine gute Mischung aus Historie und modernen Ansprüchen. Das Angebot sehr lecker, von Müsli bis Brötchen und Kaffee bis Orangensaft ein gehobener Standard.

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Fazit: Nicht nur die zentrale Lage am Bahnhof ist immer noch unschlagbar, gerade für frühe Abflüge vom Airport, den man vom Hotelportal aus in gut 20 Minuten erreicht. Man bekommt auch einen authentischen Eindruck von der Bedeutung Frankfurts aus der Zeit ehe der Flughafen und die Banken die Stadt verwandelt haben.

Adresse:  Mannheimer Str. 11-13, 60329 Frankfurt am Main, Tel.: 069 22737-0, Homepage

Hotel Monopol_Frankfurt/ Main  © Ekkehart Schmidt

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: