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Guesthouse Milad_Kerman

August 28, 2016

„Oh Yes“ hat jemand an die Wand meines Zimmers geschrieben. Ja, tatsächlich: Es gibt sie noch, diese orientalischen Absteigen für 5 bis 8 Euro die Nacht, in denen ich mich an die Trampzeit von 1981 – 1993 erinnern darf, in denen ich unterwegs zwischen Istanbul, Konya, Teheran, Schiraz, Aleppo, Damaskus, Aquaba, Kairo und Kairouan kein Geld für bessere Unterkünfte hatte. Sie bieten ein gewisses Mindestmaß am sehr relativen Begriff „Komfort“: Ein Dach über dem Kopf mit eigenem Bett und relativ frischer Bettwäsche, Sicherheit, etwas Ruhe, jedoch weder Klimaanlage, noch Frühstück, Waschbecken oder eigene Dusche, geschweige denn einem geruchsfreiem Klo. Dass ich hier vor zehn Tagen so elend wie selten hab schlafen können, lag gleichwohl nur an meinen heftigen Zahnschmerzen.

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Tagsüber wirkt das Haus ganz OK, nachts gegen hab 12 Mitternacht, als ich ankam, hatte ich ein anderes Gefühl, fast schon demütigend, hier absteigen zu müssen. Aber ich hatte meine Gründe.

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Im ersten Stock die Rezeption mit freundlichem, jungem und modern wirkendem Mitarbeiter. Kurz nach meiner Ankunft wurde gleichwohl die Tür unten geschlossen und fortan hatte ich zu sehen, wie ich unauffällig im Treppenhaus oder aus dem winzigen Fenster meine Zigaretten rauchen konnte.

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Die zwei Etagen über der Rezeption waren sehr grau. Ab und an hörte ich Gesprächsfetzen von Leute, die hier wohl als Händler oder sonstwie ein Provisorium für einige Tage suchenden Leuten untergekommen waren. Gesehen habe ich keine Gäste.

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Zimmer 108:

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Seit wann das Haus existiert, kann ich leider nicht sagen. Angesichts der Fotos der Gründer hinter der Rezeption schätze ich einmal mindestens seit den 1990er-Jahren. Erwähnt wird es in meiner Reiseführersammlung erstmals in der Neuauflage 2012 des 2005 erschienenen Reise Know-How Iran. Der Name nimmt entweder Bezug auf einen Helden aus dem Schahnameh oder bedeutet – entsprechend des üblichen männlichen Vornamens – „Geschenk von Mithra“ bzw. „Geschenk der Sonne“.

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Am nächsten Morgen wirkte alles nicht mehr ganz so trist. Dennoch war die Küche so wenig einladend, dass es keine Frage war, zum Frühstück woanders ein Heißgetränk und etwas zu Essen zu suchen: Ich ging nebenan ins Akhavan Hotel, dessen eher desillusionierende Seitenfront ich schon aus einem Fenster sehen konnte,  und buchte dort für die Folgenächte für 40 EUR/Nacht: Eine der folgerichtigsten und glücklichsten Entscheidungen dieser Reise.

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Nach einer Nacht bn ich ins Hotel Akhavan nebenan gewechselt, dessen Seitenfront ich aus der Küche sehen konnte…

Adresse: Kh. Sadoughi, nahe Meidan-e Azadi, Kerman, Tel.: +98 341 2450617

Guesthouse Milad_Kerman © Ekkehart Schmidt

 

From → Hotels, Iran, Reisen

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  1. Akhavan Hotel_Kerman | akihart

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