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Eva B. Café-Boutique_Montréal

Mai 22, 2016

„Bizarr und exzentrisch“ ist noch eine oberflächlich-zurückhaltende Benennung der Wirkung, die dieses Lokal vorletzte Woche auf mich machte. Fast wäre ich gar nicht hineingegangen, weil es wie ein besetztes Haus oder etwas anderes wirkte, zu dem ein Fremder eigentlich keinen Zutritt hat. Aber natürlich war es genau diese Wirkung, die mich unwiderstehlich hineinzog, um herauszufinden, was das für ein Haus ist.

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

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Aber einmal über die ja für viele durchaus abweisend wirkende Schwelle getreten, umgibt einen ein wohliges Gefühl des Willkommen-Seins. Durch all das warme, bunte Chaos aus Kleidern und Kunstobjekten, in das man eintritt,  zieht einen der Geruch von Kaffee und Gebäck gleich an einer Theke vorbei, die hier linkerhand völlig überraschend ins Auge fällt. Ist das jetzt eine Boutique, ein Kostümverleih, eine Kunstgalerie, ein Treff der lokalen buddhistisch-inspirierten Szene oder ein Café? Offenbar alles gleichzeitig.

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

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Ich schaue mich ein wenig im Erdgeschoss um, bestelle mir einen Espresso für 1 Dollar – der billigste der Stadt, wie es heißt – und laufe durch auf die Caféterrasse im Innenhof, die ich schon von einer dieser wohnzimmer- bzw. atelierähnlichen Räumen aus entdeckt hatte, die den Laden von jeder anderen Boutique unterscheiden. Es gibt deren etwa vier. Sie sind für Einkaufskunden gesperrt, man muss zum Beispiel auf dem Weg zur Toilette aber durch ein solches Wohnzimmer durch. Während die Ateliers wohl als solche genutzt werden, kann man die Wohnzimmer anmieten, beispielsweise für kleine Betriebsfeiern oder Geburtstage.

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

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Im Innenhof lerne ich eine Kanadierin kennen, die seit vielen Jahren in Berlin lebt und in ihrer Jugend oft hier war. Sie erzählt, das es hier damals noch kein Café gab. Jetzt kann man hier auf drei Ebenen sitzen, in Ruhe etwas trinken, erzählen oder arbeiten. Wenngleich ich wegen der räumlichen Nähe zum ehemaligen Hippieviertel der Stadt vermutete, dass das Lokal schon älter ist, entstand es doch erst 1987.

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

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Ein vergleichbar kreatives Universum wie Eva B habe ich bislang erst an der Porte de Clignancourt in Paris, in Camden Town in London oder im Tacheles in Berlin erlebt. Ich war eigentlich auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel, blieb hier dann aber doch eine gute Weile und stöberte herum. Sogar ein Regal mit antiquarischen Büchern gibt es hier. Und irgendwo in Eingangsnähe entdecke ich dann eine Treppe nach oben, von der ich nicht weiß, ob man da hoch darf.

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

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Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

Das dreistöckige Haus alleine ist schon eine Welt für sich. Im ersten Stock, der eher Ateliercharakter hat, entdecke ich dann, dass es – über einen Durchbruch – noch weiter in ein dahinter liegendes Nachbarhaus mit weiteren unzähligen Kleiderständern geht…

Eva B. Café-Boutique_Montréal © Ekkehart Schmidt

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Das überforderte mich dann doch…, in dieses weitere Reich an Second Hand und lokalen Designklamotten bin ich nicht mehr vorgedrungen.

Nachtrag: 2016 wurde in den Medien viel über eine ähnliche Kombination von Boutique und Café geschrieben: den Marché Noir in Paris. Der Markt, der sich auf Mode für Schwarze spezialisiert hat, ist im allerdings im Sommer aus dem eher klandestinen Untergeschoss des Comptoir Général umgewogen in das noble Flair einer Lokalität im hippen Marais (mehr dazu hier).

Adresse: 2015 Boulevard Saint-Laurent (etwas nördl. der Kreuzung mit der rue Ontario), Montreal, Quebec H2X 2T3, Kanada Tel.: (514) 849-8246, Homepage auf Französisch und Englisch

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  1. MURAL Festival_Montréal | akihart

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