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Zukunftsmacher: Neue Banken braucht das Land!

März 24, 2016

Eine Banking-Initiative, die in 20 Jahren gut 50 Millionen Euro Kapital aufgebracht hat: Das klingt am Finanzplatz Luxemburg nicht besonders aufregend. Anders wirkt das, wenn man weiß, dass es sich um eine zivilgesellschaftliche Initiative handelt und auf der Basis strenger ethischer Kriterien gearbeitet wird. Über den vom Verein etika in Zusammenarbeit mit der Spuerkeess eingerichteten alternativen Sparmechanismus werden nachhaltige Projekte mit sozialem oder ökologischem Mehrwert in fast jeder Gemeinde finanziert.

KultOURDeppen © Ekkehart Schmidt-Fink

Die gut 1150 Sparerinnen und Sparer können sicher sein, dass ihr Geld nur in Projekte der Wiedereingliederung von Arbeitslosen, des sozialen Wohnungsbaus für Bedürftige, der Jugendarbeit und Kultur oder aber der biologischen Landwirtschaft, des Erhalts der Biodiversität, der erneuerbaren Energie und Energieeffizienz in Luxemburg investiert werden. Aus letzterem Bereich zu nennen sind die Förderung von neun Wassermühlen wie der Hessemillen oder der Bounsmillen, fünf große Windparks wie Burer Bierg sowie Hybridbusse von drei öffentlichen Transportanbietern wie Emile Weber oder Sales Lentz. All diese fast 200 Projekte, die von etika und der BCEE zinsvergünstigte Kredite erhalten haben, setzen sich für eine Zukunft ohne fossile Energien, Agroindustrie und Pestizide bzw. für ein solidarisches Miteinander im Gemeinwesen ein.

Bei einer Veranstaltung am 26. April können Interessierte sich im Beisein der Umweltministerin Carole Dieschbourg zehn von jungen Filmemachern gedrehte Kurzfilme zu Projekten wie Velosophie, Biekericher Geméisgaart, dem Kass-Haff, Co-Labor, Oikopolis oder EquiEnerCoop anschauen, die unter dem Motto „Zukunftsmacher“ für ein Wirtschaften ohne dominante Renditeorientierung stehen.

Wichtig ist dem von neun Institutionen wie der Caritas, dem Demeterbund, der ASTM oder Natur&Emwelt 1996 gegründeten Verein, dass über die Investitionen eine weitestmögliche Transparenz hergestellt wird. So werden seit 2009 kostenlose Tages-Radtouren durchgeführt, bei denen von etika und der BCEE geförderte Projekte im Rahmen einer entspannten Fahrt durch die Natur besucht werden. Die nächsten Velotouren führen am 16. April zum Migrationsmuseum in Dudelange und am 8. Mai zum Center for Ecological Learning (CELL) nach Beckerich.

„Zukunftsmacher wie diese engagierten Unternehmer, aber auch neue Banken zur Finanzierung ihrer Bedürfnisse werden benötigt“, findet etika-Präsidentin Magali Paulus. Sie erlebt und gestaltet etika als Teil einer weltweiten Bewegung. Daher werden am 7. Juni unter dem Motto „Neue Banken braucht das Land!“ Vertreter neuer ethischer Bankgründungsprojekte aus Österreich, Belgien und Frankreich eingeladen, vor einem interessierten Publikum ihre Erfahrungen auszutauschen.

Und am 26 Juni soll auf dem Biohof der Familie Kass in Rollingen nicht nur in einem familiären Fest mit Musik, Hofführungen und Kinderprogramm die 20 Jahre Engagement gefeiert werden, sondern auch mit der Anwesenheit von zwei mobilen Bio-Verkaufsläden gezeigt werden, dass innovative Projekte mit sozialer oder ökologischer Zielsetzung auch ökonomisch Sinn machen.

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