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New Tam-Tam_Luxemburg

Februar 24, 2016

Die Fassade dieses Lokals in der rue de Strasbourg, 100 m von meinem Arbeitsplatz, fasziniert mich seit Jahren: Ist das echter oder Vintage-Jugendstil? Und was ist das für ein Name? Ich habe öfters einen Blick hinein geworfen, fand die kalten Fliesen und die Bestuhlung jedoch nie wirklich einladend und bin dann – mit Ausnahme eines Kurzbesuchs im März 2015 – doch immer zum „Le Relax“ weiter gelaufen. Dieser Tage bin ich dann mehrfach dort gewesen und entdeckte, dass es sich nicht nur um eine Art italienische Eckkneipe handelt, sondern zugleich um ein wirklich gutes Restaurant, das von Angestellten der Büros in der Umgebung gerne besucht wird.

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Was den Namen angeht: Ein Tam-Tam ist ein imposanter ostasiatischer Metallgong. Die naive Dekomalerei im Inneren verweist dagegen auf eine Art paradiesisch-ursprüngliches Arkadien, die in idealisierender Weise von Menschenhand geordnet wurde. Mit Terrasse, Tempel auf der Höhe und dem Porträt eines Indianers, der zwar eine Tasse mit dem Aufdruck Tam-Tam geniesst, jedoch ohne Gong. Die Kellnerin konnte mir den Namen heute auch nicht erklären. Das Lokal sei gut 30 Jahre, vielleicht 40 Jahre alt und es habe schon mehrere Besitzer gegeben, die das Lokal nie umbenannt hätten. Der Inhaber Sebastiano Luisi erklärt sich den Namen so, wie es auch der Duden nicht besser formulieren könnten „Hier wurde vielleicht immer schon großes Aufsehen, viel Getöse um unbedeutende Sachen gemacht?“ Ein Ort für großes Tam-Tam also 😉

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Die Gemälde, unterzeichnet von Aldo Correnti im Jahr 2000, sind übrigens echt. Wer der Maler ist, konnte ich jedoch nicht herausfinden. Jedenfalls war es ein Sizilianer, der hier lebte, aber schon lange zurück gekehrt ist, erzählt der Inhaber Sebastiano Luisi . Das Lokal ist – abgesehen von der Mittagszeit – ein Treffpunkt älterer italienischer Migranten, die hier nicht nur das Luxemburger Wort und Le quotidien, sondern auch La Gazzetta dello Sport lesen können. Serbische Migranten scheinen auch zu den Stammgästen zu gehören, jedenfalls liegt hier auch die Zeitung Vesti aus.

Abends geht es hoch her, wenn gut 20 grauhaarige oder zumindest angegraute Italiener Karten spielen und dazu Super Bock trinken – übrigens ein portugiesisches Bier. Sie machen tatsächlich großes Tam-Tam, argumentieren laut und unter Einsatz vieler Gesten, scheinen aggressiv, zwinkern sich dabei aber zu… Ähnlich wird es abends auch nebenan „Chez Toni“ und in der Brasserie „Le Coral“ sein, zwei weiteren von drei italienischen Lokalen in direkter Nachbarschaft der Häuser Nr. 13, 15 und 17. Die hinteren Räume von „Le Coral“ werden mittags zu einer gut besuchten Pizzeria. Im Tam Tam trifft sich aber eher die Community, da hängt auch schon ‚mal ein Aushang, dass ein Fiat 500 zu verkaufen sei.

Früher habe es in der Stadt jedoch mehr genuin italienische Cafés gegeben, erzählt Armand d’Antonio, der aus den Abruzzen stammende Herausgeber der Zeitschrift „Lëtzebuerger Gemengen“. Er meint damit Lokale, die Migranten über den Kontakt mit anderen ein Stück Heimatgefühl vermitteln. Die Möglichkeiten des Satellitenfernsehens und des Internets heben dies verändert. Zudem seien Portugiesen in die Lücke gesprungen.

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Inhaber-Koch Sebastiano Luisi hat mit seiner Küche Erfolg: Das Lokal ist mittags sehr gut besucht. Meist gibt es Penne oder Pasta, aber auch Lasagne, italienische Würstchen oder andere Fleischgerichte. Ich habe heute Pasta Aglio Oglio e Peperoncino probiert, die als Plat du jour mit einer Tortellinisuppe und Espresso zusammen für 11,20 EUR abgerechnet wurde. Man bekommt hier freilich auch für 3 – 5 Euro verschiedene Focaccia als Snack.

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Adresse: 13, rue de Strasbourg, 2561 Luxemburg, Tel.: +352 26 19 00 33, E-Mail: lsbrsarl@pt.lu

New Tam-Tam_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

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