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Taverne l’aiglon_Luxemburg

Februar 16, 2016

Aigle heisst der Adler auf Französisch, aiglon sein Küken – eine Differenzierung, die man im Deutschen nicht macht, wenngleich dieser majestätische Greifvogel das Wappentier des Landes ist. In Luxemburg ist es der Löwe, ein roter Löwe, um exakt zu sein. Woher die Taverne an der Place Wallis im Übergang zwischen dem Bahnhofsviertel und Bonneweg seinen Namen hat, konnte ich bislang nicht herausfinden. Das Lokal hält beim Betreten leider nicht, was es äusserlich verspricht. Zum einen findet sich hier nicht mehr der alteingesessene Betrieb der vielleicht schon 60- bis 80-jährigen Fassade, sondern einen offenbar erst wenige Jahre alten Nachfolgebetrieb, der den Namen einfach übernommen hat. Zum anderen ist es innen sehr dunkel, graubeigebraune Wände dominieren. Im hinteren Teil ist gar nicht erst das Licht eingeschaltet. Die männlichen Gäste sitzen eh alle am Tresen bei einer noch als jung zu bezeichnenden Bardame. Ihr sozialer Status ist eher gering einzuschätzen (mehr dazu im Nachtrag).

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Vielleicht ist es ja Absicht, dass der hintere Teil nicht so gut beleuchtet ist. Rund um den Platz befindet sich heute nur noch ein Nachtlokal, das „Cabaret“ direkt neben der Taverne ist jedoch schon seit Jahren geschlossen. Die Toilettenwände freilich erstrahlen im Glanz ihrer jahrzehntelangen Abnutzung. Besonders schön: Die fein säuberlich Reihung an Kippenflecken auf der Fensterbank.

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Nachtrag vom 21.04.2016: Anfang April klärten sich für mich einige Merkwürdigkeiten des Lokals, wie die schlechte Beleuchtung hinten und der soziale Status der Gäste: Bei einer Drogenrazzia hat die Polizei hier einen mutmaßlichen Drogendealer festgenommen. Der Mann habe eine große Summe Bargeld bei sich getragen, die aus dem Verkauf von Drogen stammen soll. Anschließend wurde ein asylbewerberheim, in dem er untergebracht war, untersucht – allerdings ohne größeren Erfolg. Die Polizei erwischte in der Gaststätte darüber hinaus nach angaben des Luxemburger Wort mehrere Personen, die geringe Mengen Drogen bei sich trugen. Zudem beschlagnahmten sie „Materialien, die darauf schließen lassen, dass in dem Café Drogen umverpackt wurden“. Die Taverne wird in diesem Bericht, wie auch in einem passenderweise mit „Drogenhöhle“ überschriebenen Artikel im Journal, nicht beim Namen genannt. Ein retuschiertes Foto mit drei Polizeieinsatzwagen zeigt das Lokal jedoch deutlich.

Nachtrag vom 18. Oktober 2016: Das Lokal wird seit heute innen saniert. Hoffentlich passen sie das Interieur dem schönen Exterieur an.

Adresse: 12, rue de Bonnevoie, 1229 Luxemburg

Verwendete Quelle: ks: Weitere Drogenrazzia im Bahnhofsviertel, Luxemburger Wort vom 02.04.2016

Taverne l’aiglon_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

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