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Midan Khazindan_Kairo

Dezember 8, 2015

Dieser Platz unmittelbar nördlich des Midan Ataba an der Schnittstelle zwischen Alt- und Neustadt, hat sicher bessere Tage gesehen: Tage, in denen vom Kairener Hauptbahnhof am Midan Ramsis über die Sh. Clot Bey (sprich: Khulud) nicht nur ländliche Besucher in Richtung Sh. Muski und den Basaren strömten, sondern auch die klassischen Ägypten-Touristen. Die Straße verband mit ihren modernen Geschäftshäusern quer durch das alte koptische Viertel die beiden Pole der Stadtentwicklung in der Regierungszeit Muhammad Alis: Hauptbahnhof und Midan Ataba, lange bevor der Khedive Ismail das Projekt der Neustadt begann.

Der große Platz am Nordostrand der Ezbekiya-Gärten ist in den 1990er-Jahren durch bedeutende Projekte des Metrobaus sowie der Erneuerung der Kanalisation stark beeinträchtigt worden. Zwei bedeutende Bauwerke am Platz zeugen von einer erhabeneren Vergangenheit: Das Eden Palace Hotel und das 1930 entstandene Kaufhaus Sednaoui.  Von Süden her grüßt auch die Kuppel des „Tiring“, dem anderen berühmten Kaufhaus im Viertel, das jedoch seit etwa den 1970er-Jahren von Squattern genutzt wird, die hier kleine Werkstätten betreiben – ähnlich wie im ehemaligen Hotel Continental Savoy, das man durch den halb zerstörten Ezbekiya Park jetzt durch die Bäume durch gut sehen kann.

Wagt man sich in die Gassen hinter dem Kaufhaus, betritt man schnell altstädtische Strukturen. Zu empfehlen ist aber auch ein Gang entlang der von heruntergekommenen Arkadenbauten gesäumten  Sh. Clot Bey nordwärts zum Midan Ramsis, wo die Nähe der Altstadt, in welche diese Straße als eine der ersten neustädtischen Durchbrüche vor 1870 geschlagen wurde, fast schon bedrohlich wirkt. Östlich der Straße dominieren Kleinbetriebe der Schuh-, Textil- und Möbelproduktion, westlich dagegen Werkzeugläden und Handwerkerbedarf. Ebenfalls östlich der Straße finden sich koptische Kirchen und Läden für religiösen Bedarf, zm Beispiel Bekleidungsgeschäfte für Taufen.

Läuft man dagegen südöstlich weiter in Richtung Ataba wird die Menge der mobilen Bekleidungsverkäufer immer dichter, ehe ein Quartier mit weiteren ehemaligen oder völlig heruntergekommenen Hotels, einem Bekleidungsmarkt, aber auch Gold- und Uhrengeschäften beginnt – entsprechend der zentralen Lage des Viertels, das ein heutiger Besucher normalerweise von der südwestlich gelegenen Neustadt am Midan Obera her betritt, wenn er sich nicht per Taxi direkt ins Herz der Altstadt am Midan Hussein fahren läßt.

Verwendete Quelle: Morgan, Ihab: Kairo. Die Entwicklung des modernen Stadtzentrums im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Bern 1999, S. 128f

Midan Khazindan_Kairo © Ekkehart Schmidt

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  1. Midan Ramsis_Kairo | akihart

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