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Café Hindenburg_Speyer

November 1, 2015

Hindenburg! In der Kombination mit dem Wort „Café“ klingt der Name des Generalfeldmarschalls, der während des 1. Weltkriegs quasi diktatorisch die Regierungsgewalt ausübte, in der Weimarer Republik Reichspräsident war und schließlich 1933 Hitler zum Reichskanzler ernannte, heute sehr unpassend. Es erstaunt zumindest, dass das unter diesem Namen 1915 entstandene Kaffeehaus bis heute so fingiert. Aber warum hätte man es auch in den letzte Jahrzehnten umbenennen sollen, wenn man es nicht 1945 getan hat? Es ist ein historisches Haus aus dem frühen 18. Jahrhundert, in perfekter Lage an der zum Dom führende Maximilianstraße in Speyer, immerhin der Kirche, in der im Mittelalter die deutschen Kaiser zu Grabe getragen wurden. Das Haus hieß ursprünglich „Kaffeehaus zum Feldmarschall von Hindenburg“ und wurde vom Namensgeber 1930 tatsächlich auch besucht. Die Caféterrasse wird dominiert von einem Denkmal zu Ehren der Toten des 1. Weltkriegs, in welches politisch heute sehr unkorrekte Sprüche eingemeißelt sind. Ich habe schon bei einem ersten Besuch mit der Großfamilie vor etwa fünf Jahren darüber nachsinniert, bei einem weiteren Frühstück mit Espresso letzten Samstag dachte ich, dass das so schon richtig ist. Wenn und weil es zum Nachdenken anregt.

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Frühstücken also nach einer Nacht im Hotel Domhof, deren Frühstück für 12,50 Euro etwas überzogen teuer wirkte: Hier bekamen wir Kakao, Cappuccino, doppelten Espresso mit Croissant, Crêpe und üppiger Käsebrezel zu dritt für einen Euro mehr.

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Das Innere des 2006 von Michele Papantuono, einem italienischstämmigen Pächter und seiner Familie, übernommenen Lokals wird dominiert von einer Eis-Theke neben Gebäck- und Kuchenangeboten, an denen vorbei man rechts zum eigentlichen Kaffeehaus mit einem großformatigen Deckengemälde gelangt.

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

Zurück zum Namenspatron: Zahlreiche Straßen, Plätze, Brücken und öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Kasernen wurden bis in die 1930er-Jahre nach Hindenburg benannt. In vielen Kommunen wurden dann seit dem Ende des NS-Regimes nach Hindenburg benannte öffentliche Orte wegen dessen NS-Belastung umbenannt. In manchen Orten gestaltete sich das schwierig. Ob es in Speyer eine solche Debatte gab, kann ich nicht sagen.

Adresse: Maximilianstrasse 91, 67346 Speyer, Tel.: 06232-75681, Homepage

Mehr zu Paul von Hindenburg: Wikipedia-Artikel

Café Hindenburg_Speyer © Ekkehart Schmidt

From → Cafés

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