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CairoComics Festival 2015

Oktober 26, 2015

Die Kairoer Comicszene ist sehr lebendig und kreativ, doch gab es bislang erst einmal im September 2014 eine vom Goethe Institut mit organisierte „Erste Ägyptische Comic-Woche„, bei der die Akteure zusammen kamen. Jetzt fand vom 1. – 3. Oktober ein erstes Comic-Festival statt, bei dem ich kurz vorbei geschaut habe. Mitbekommen habe ich nur die Stände im Innenhof des sog. „Greek Campus“ der American University in Cairo (AUC), einem Ort, an dem ich selber 1988/89 ein Seminar besucht habe. Mittlerweile ist die AUC in die westliche Wüste nach New Cairo umgezogen, aber der wunderbare alte Campus in historischen Gebäuden direkt am Tahrir-Platz wird zumindest für solche Veranstaltungen noch genutzt. Er passte gut als Veranstaltungsort, schließlich liegt der Campus direkt an der Sh. Mohammed Mahmoud mit all den revolutionären Graffitis, welche als Kunstform jugendlichen Aufbegehrens und Protests durchaus gewisse Ähnlichkeiten mit Comics aufweist. Wirklich regimekritische Zeichner und Arbeiten waren hier aber nicht zu sehen (dazu unten mehr). Neben den Ständen, an denen aktuelle Comic-Hefte und -Bücher sowie Poster zum Verkauf angeboten wurden, bot das CairoComics Festival einige Infostände digitaler Anbieter zur Eigenvermarktung, jede Menge Möglichkeiten zum Austausch, Workshops und Ausstellungen.

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

Der „Star“ des Abends – jedenfalls für mich – war natürlich Golo, der vom Institut Francais präsentiert wurde. Seine Comics und Graphic Novels vom alltäglichen Leben, vor allem auch die Porträts ägyptischer Handwerker sind sehr authentisch und witzig, ohne verletzend zu sein. Der 1948 in Frankreich geborene Autor, der von 1993 – 2001 in Kairo lebte und von dort nach al-Qurna bei Luxor umzog, gilt dagegen in dem Sinne als etwas überheblich, als er die Arroganz seiner Herkunftskultur, vor der er floh, nie so ganz abstreifen konnte (so die taz). Aber natürlich ist schon die Motivwahl aus den Augen eines Europäers etwas von Aussagekraft, deren Umsetzung dann leicht auch missverständlich sein kann. Für mich war seine Sicht eine Offenbarung, ich finde ihn nach wie vor wunderbar treffend. Leider sind seine Kairo-Novels nicht auf Deutsch erschienen.

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

Vielleicht war aber auch eine abwesende Person vielen Anwesenden präsenter als Golo: Magby el-Shafee, dessen Graphic Novel „Metro. Cairo Underground“ vor der Revolution verboten wurde, 2012 aber auf Deutsch erschien (Artikel in der FR).

CairoComics Festival 2015 © Ekkehart Schmidt

From → Anders leben, Kairo

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