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Patisserie Barki_Kairo

Oktober 22, 2015

Sicher ein Dutzend Mal bin ich hier seit Ende der 1980er-Jahre vorbei gelaufen, zuletzt bei vier Exkursionen durch Kairo mit Studierenden der Ruhr-Universität Bochum 2008-13, aber erst bei einem Kurzaufenthalt Anfang Oktober habe ich mir diese vermeintliche Patisserie genauer angeschaut: Sie bietet mitnichten Konditoreiwaren und einen Kaffee kann man hier auch nicht trinken, wenngleich der Inhaber bei Nachfrage sofort einen Tee organisieren würde. Mir ist bei all den Momenten, in denen ich hier, vom Ataba-Platz in Richtung Eingang der Sharia Muski, die von der Neustadt zum altstädtischen Basar mit dem Khan el-Khalili führt, laufend vorbei kam, nie aufgefallen, dass sich hier trotz Persistenz der ursprünglichen Schilder längst ein anderes Geschäft etabliert hat. Das verwunderte mich jetzt schon, weil dieser kleine, durch eine Bedachung entstehende Platz an der Sh. El-Geish, in der ägyptischen Hauptstadt schon sehr einmalig ist.

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

Heute werden hier Kitschwaren aus Porzellan und Plastik verkauft – in Vitrinen, die sicherlich noch zum Originalmobiliar der Patisserie gehören. Wie die Metallstühle. Die Lage des Gebäudes inmitten eines städtischen Raumes mit einer Branchenkonzentration auf Hochzeitswaren und Kinderspielzeug sowie Wohnungseinrichtung hat wahrscheinlich dazu geführt, dass nach Schließung der Patisserie ein Händler offiziell oder clandestin den Laden mit seinen, hierher passenden Waren bestückt hat. Besonders erfolgreich wirkt der Laden nicht.

Ursprünglich war dies hier wohl ein für die europäisch geprägte Haute-Volée der Stadt angesagtes Lokal, in dem man Gebäck und Kuchen französischen Stils bekam, vielleicht vergleichbar mit dem Groppi (Groppi Gardens oder Groppi Heliopolis) oder dem Simonds, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sind, als sich Kairo mit dem Bau der Neustadt anschickte, ein „Paris am Nil“ zu werden. Der Name „Barki“ verweist auf möglicherweise libanesisch-syrische Wurzeln. Die Lage der Patisserie am Rand der Altstadt, genauer: am neustädtisch bebauten Straßendurchbruch der Sharia El-Geish durch die östlichen Ausläufer der Altstadt, war eventuell bis vor einem halben Jahrhundert noch gut geeignet. Dann hörte die Zielgruppe jedoch auf, zu Fuß in Richtung Basar zu laufen. Wer hier heute entlang läuft würde niemals vergleichsweise hohe Preise für exquisite Konditoreiwaren bezahlen – außer eventuell für eine Hochzeit. Möglicherweise hat das Barki also durchaus bis vor einem Jahrzehnt noch überleben können. Ich finde leider keine Quelle dazu.

Patisserie Barki_Kairo © Ekkehart Schmidt

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  1. Midan Ataba_Kairo | akihart

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