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Ahwa Badr_Kairo

Oktober 12, 2015

Ich weiß nicht, ob dieses wohl mindestens ein halbes Jahrhundert alte Tee- und Shishalokal wirklich „Badr“ heißt. Dafür waren wir vorletzten Sonntag einfach zu kurz dort und ich hätte klarer fragen sollen. Ich war einfach erst einmal froh, dass nach dem Besuch der Ibn Tulun Moschee und vor dem Suchen nach einem Taxi zum Flughafen überhaupt noch eine halbe Stunde Zeit blieb. Aber festhalten kann man schon einmal, dass es in Kairo Lokale gibt, deren Namen nicht auf einem Schild präsentiert wird. Das war mir so noch nicht aufgefallen. Auch 2008 nicht, als ich das letzte Mal hier in der Tiefe des Geländes unterhalb der Zitadelle war, das sich vom Midan Salah Ad-Din unterhalb der Befestigungsmauern in Richtung Südlicher Totenstadt erstreckt. Kaum jemandem wird bewusst sein, dass sich hier der ehemalige Rundkurs des Hippodroms befand, obwohl die beiden südwärts laufenden Parallelstraßen diesen grob nachzeichnen. Das Ahwa Badr neben der 1504 entstandenen Moschee von Qansuh al-Ghuri ist eines der in der Nilmetropole nicht so häufigen Terrassencafés, das  ausgangs des Markttreibens der Sharia Al-Imam wunderbar unter Bäumen liegt. Es wirkt trotz der Frische des Grüns etwas düster, was auch am Alter der Gäste oder der so deutlich in doppelter Ausführung drapierten ägyptischen Flagge liegen mag, die in dieser Zeit der Restauration nach missglückter Revolution einen Bedeutungswechsel erfahren hat: Während der Revolution 2011/12 wurde die Fahne gehisst um zu sagen, dass hier ein Volk ist, dass für das Land gegen einen Diktator und dessen System kämpft. Heute wir die Fahne fast nur noch offiziell an Regierungsgebäuden oder regimetreuen Einrichtungen gehisst, was in einem Teehaus wie diesem wirkt wie das Statement „Es ist endlich wieder Ruhe, die Macht hat sich selbige zurück erobert, das Volk fügt sich dieser besser“.

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Aber das sind nur wenig fundierte Interpretationen meinerseits nach einem viertägigen Aufenthalt, dem ersten, seitdem klar war, dass die Revolution gescheitert ist. Verschwitzt genossen wir mit dem Blick auf die 1567 entstandene Moschee von Mahmud Pasha unseren Tee, beobachteten ein wenig die alten Herren und verabschiedeten uns von Kairo.

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

Ahwa Badr_Kairo © Ekkehart Schmidt

From → Cafés, Kairo

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