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Metro Dnipro_Kiew

Juli 21, 2015

Der Name Dnepr, Dnipro oder Dnjepr, wie er im Deutschen transkribiert wird, sagt einem Deutschen nichts. Fast nichts. Vielleicht: Einer dieser  langen Flüsse im Osten, jedenfalls stellt sich wohl kein Bild ein. Der Dnepr (ukrainisch Дніпро/Dnipro) ist ein von Russland über Weissrussland und die Ukraine ans Schwarze Meer führender Strom, der mit einer Länge von 2201 km nach der Wolga und der Donau sowie vor dem Rhein der drittlängste Fluss in Europa ist. Bereits in der Vergangenheit ist der Dnepr neben der Wolga einer der wichtigsten Flüsse Osteuropas gewesen. Schon die Wikinger erkannten die Möglichkeiten des Handels und errichten am Flusslauf verschiedene Siedlungen. So bekam der Dnepr bald den Beinamen „Bernsteinstraße“. Hier, am Zusammenfluss von Desna und Dnipro, auf halber Strecke des Handelsweges von den Griechen zu den Warägern, trafen sich viele Völker zum Tauschhandel. Lange vorher, im Jahr 1 nach Christus, reiste der Apostel Andreas von Griechenland aus den Dnipro hoch bis hier, um bei den Slawen zu missionieren. Doch dauerte es noch 9 Jahrhunderte, ehe Kiew tatsächlich zur Wiege der Orthodoxie in Russland wurde, sozusagen das russische Rom. Hier ließ sich Großfürst Wladimir der Erste 988 im Dnipro taufen, ein Moment, der als Geburtsstunde des russischen Reiches gilt. Auf der steilen Anhöhe über dem Fluss thront und glänzt das Höhlenkloster mit seinen goldenen Kuppeln auf Dutzenden Gebäuden. Heute teilt der Dnipro die Ukraine und deren Hauptstadt Kiew in zwei Hälften: diesseits am Westufer die altehrwürdige Stadt, jenseits die vorwiegend nach dem 2. Weltkrieg entstandenen Hochhaussiedlungen.

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro (c) Ekkehart Schmidt

Um zum Höhlenkloster zu kommen, nahm ich im März die rote Metrolinie, die vom Maidan über Arsenalna durch den Berg zum Fluss führt. Diese erste Kiewer Metrolinie endete dort 1960 an der Station Dnipro. Dort angekommen war ich trotz der Dominanz grauer Farben überwältigt von der grandiosen Präsenz des Flusses und der Atmosphäre dieses Aussichtspunktes. Die hier  über eine Strecke von 700 Metern über den Fluss führende Bogenbrücke wurde erst 1965 anstelle einer 1943 von der Wehrmacht gesprengten Brücke errichtet. Als weltweit erste ihrer Art führt sie auf zwei Ebenen den Straßenverkehr und die Metro über den Dnpr. Erst 1970 konnte die Linie hier weiter über den Fluss geführt werden.

Metrostationen in Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metrostationen in Kiew © Ekkehart Schmidt

Metrostationen in Kiew © Ekkehart Schmidt

Zwei Monumentalskulpturen flankieren diese Hochstation, die mit ihrem Fernblick ein beliebter Ort für Verliebte zu sein scheint. Es ist ein Sehnsuchtsort an einer Grenze, mit weitem Blick in die Tiefe des Raums, wie der Bosporus in Istanbul oder die Straße von Gibraltar. Der hier gut 500m, weiter südlich bis 1 km breite Dnipro ist ein nationales Symbol und taucht in vielen Sagen, Gedichten und Liedern auf. Einmalig ist auch, dass sich nördlich von hier, inmitten der Millionenstadt, entlang dicht bewaldeter Inseln Sandstrände befinden, die rege genutzt werden.

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew (c) Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metrostationen in Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

Metrostationen in Kiew © Ekkehart Schmidt

Metrostationen in Kiew © Ekkehart Schmidt

Meinen Weg zum Höhlenkloster fand ich von hier doch nicht. Oder sagen wir: Es wäre zu weit gewesen bei meiner knapp bemessenen Zeit. Also fuhr ich eine Station zurück.

Verwendete Quellen: Schäfer, Günther: Kiev. Rundgänge durch die Metropole am Dnepr, Berlin, 3. akt. Aufl. 2011, S. 21, 264ff.; Wikipedia-Artikel Metro Kiew und Dnepr; Mehr zum Thema Metrostationen in Kiew

Metro Dnipro_Kiew © Ekkehart Schmidt

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  1. Metrostationen in Kiew | akihart

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