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Bäckerei Café St. Goar

Juli 4, 2015

Es begann mit einem Exemplar in „Englischblau“, völlig ungeplant. Wie ich letzten Dienstag hörte, sind in etwa zehn Jahren aus einer Porzellankaffeekanne mittlerweile gut 1000 geworden, von denen 500 im Café ausgestellt sind. Er habe diese erste Kanne damals als Dekostück ins Schaufenster gestellt, erzählt Inhaber Jan Schnichels. Dann kamen Leute, die ihm weitere Kaffeekannen schenkten, weil sie in Zeiten von Elektrogeräten und Thermoskannen keinen Bedarf an Exemplaren aus Porzellan mehr hatten. Einer brachte sogar eine passende Tasse in Englischblau. Die meisten sind jedoch in Weiß. Sie haben Aufdrucke oder sind handbemalt, sind mit Blumen oder sonstigen Motiven dekoriert, in klassischen Stilen oder als Einzelmodell. Jedenfalls altmodisch. Manche tauschen ihre Kannen gegen einen Kaffee und ein Stück Torte ein. So entstand diese beeindruckende Sammlung, die dem Café seine Originalität verleiht, völlig zufällig.

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Der Betrieb ist noch ein traditioneller Familienbetrieb, das einzige „richtige“ Café und die einzige Bäckerei in St.Goar, in der noch alles selbst gebacken und frisch hergestellt wird – was heutzutage schon etwas besonderes ist. Die Bäckerei würde seit dem 17. Jahrhundert bestehen, erzählte Jan Schnichels mir und meinen beiden iranischen Gästen, denen ich mit einer Schiffstour ab Bingen etwas Rheinromantik vermittelt wollte. Der Gastraum rechts sei bis etwa 1960 ein Milchladen gewesen, dann hat man beide Räume zusammen gelegt und aus der Bäckerei ein Café mit Konditorei gemacht.

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Hier oben thront die erste Kanne:

Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

Geputzt werden die Staubfänger übrigens im Winter, wenn kaum noch Touristen unterwegs sind. Erst am 1. März beginnt hier die Saison. Dann sitzen hier wohl wieder vor allem Japaner, Russen, Amerikaner und sonstige Auswärtige. Ob das Lokal ansonsten auch ein Treffpunkt der Einheimischen ist, kann ich nicht beurteilen. Ich war jedenfalls nach einer Rheinfahrt auf der „Godesburg“ froh über diesen Fund, ist mir der Ort doch seit 40 Jahren wohl vertraut. Genauer gesagt: Die Burg Rheinfels, auf die man von hier schauen kann. Deren Geheimgänge und Türme haben wir Kinder auf mindestens einem Dutzend Ausflügen in den 1970er- und 80er-Jahren von Köln aus besucht.

Adresse: Heerstraße 95, 56329 St. Goar, Tel.: 06741 1635, post@cafe-stgoar.de, Homepage
Bäckerei Café St. Goar © Ekkehart Schmidt

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  1. Falschrum auf der “Godesburg” | akihart

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