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Kavarna Kozatzky_Kiew

Mai 16, 2015

Ein mit orangefarbenem Licht geflutetes Café ist schon etwa sehr ungewöhnliches, aber vielleicht ist diese Kavarna ja trotz ihres Namens (aus der Tschechei kenne ich diesen Begriff für Cafés) eigentlich eher eine Bar, oder zumindest eher ein Treffpunkt für Paare, oder genauer gesagt Männer und Frauen, die sich gerade erst kennen lernen und sich hier in Kiew zentral am Maidan verabredet haben, dafür einen unverfänglich-neutralen Ort wählen wollten und für die dieses Licht ganz passend schien. Es gibt am Maidan sonst nur eine (wirklich barmäßige) Bar, zwei Restaurants und ein lärmig-volles Kaffeehaus, das ein wenig versucht, Starbucks zu kopieren. Und ein McDonalds sowie einige einfach zu billig wirkende mobile Cafés direkt vor der Kavarna. Da ist diese, im Erdgeschoß des Kozatzky Hotels, schon die beste Wahl. Hotelgäste habe ich hier jedenfalls keine gesehen, aber es gibt hier zur zeit auch einfach kaum Touristen. So kann ich die Kavarna nur in dieser vom Krieg im Südosten und der Wirtschaftskrise geprägten schwierigen Zeit beschreiben, wie ich sie Ende März erlebt habe. Ein Refugium an einem von der Erinnerungskultur an die Euromaidan-Zeit geprägten Platz.

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Neben dem Licht sind die Pop-Art-Bilder ein dominantes Gestaltungselement der Inneneinrichtung, wobei man sich fragen, kann, was mit der Auswahl der bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Film und Musik ausgedrückt werden soll: In welchem gemeinsamem Kontext stehen Breschnew, Belmondo und Bond, James Bond?

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Von außen, spät am Abend von einem Spaziergang auf den Platz zurück kehrend, wirkt das auf die Straße strahlende orangene Licht sehr merkwürdig. Voyeurgleich ergänze ich die innen aufgenommenen Fotos durch die Scheiben, um etwas mehr Leben und Atmosphäre zu dokumentieren, als ich es vorher mittags erlebt habe – bei einem übrigens sehr guten Espresso.

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

Ich nehme an, dass die Kavarna seit Eröffnung des Hotels etwa in den 1970ern – damals noch „Roter Stern“ genannt – existiert und an der Inneneinrichtung nichts Wesentliches verändert wurde. Vielleicht ist das Licht die einzige Modernisierung gewesen, neben der Möglichkeit, sich über Breschnew lustig zu machen und ihm Ikonen der westlichen Kultur zur Seite zu stellen. Aber das vermute ich nur.

Kavarna Kosatzkij_Kiew © Ekkehart Schmidt

From → Cafés, Kiew

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