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Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg

Mai 13, 2015

Plötzlich war da dieses Graffiti! Aber – husch – war ich im Stadtbus Nr. 8 schon vorbei gefahren. So ist das ja immer: Plötzlich ist da ein Graffiti und die Leute freuen oder ärgern sich, je nach Grad des Abgestumpftseins angesichts der Flut hässlicher Buchstaben-Pieces, die hier in Luxemburg freilich nicht so ausgeprägt ist, wie in manch anderen Städten. Echte gegenständliche „Bilder“ sind selten geworden. So sprang mir dieser Mann sofort ins Auge. Gestern bin ich in der Mittagspause extra wieder hin zu diesem Gelände westlich der Place de l’Étoile im Übergang zwischen City und Belair.

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Brachliegendes, schwer einsehbares Gelände war schon immer ideal für Graffitikünstler. Je nachdem, von wo man schaut: Hinter einer Häuserreihe an der Route d’Arlon mit einer Ausbildungswerkstätte von Co-Labor bricht das Hinterhofgelände plötzlich ab bzw. neben der parallel verlaufenden Strasse Val Saint Croix erhebt sich unvermittelt auf einer Länge von gut 100 Metern eine bewachsene Felswand. Etwas weiter entfernt führt eine Treppe. Auf dem frisch umzäunten brachliegenden Gelände wachsen Blumen, ein halbes Dutzend schon relativ staattlicher Bäume wurden gefällt:  Es bahnt sich scheinbar etwas an, vielleicht ein grösseres Bauprojekt (falls es sich nicht wieder einmal um ein Spekulationsgrundstück handelt). Zumindest noch Ende 2009 befand sich hier eine gepflegte Wiese sowie ein asphaltierter Parkplatz, wie man bei Google-Maps, deren Aufnahmen aus der Zeit stammen, schön sehen kann:

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Die Baumgruppe in der Bildmitte ist verschwunden.

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Der Mann vor rotem Hintergrund wurde also nicht erst vom Frühling – in Form von hochrankendem Efeu – überrascht, sondern vor allem und wohl deutlich früher durch die Baumfällaktion. Plötzlich im Licht spriesst und gedeiht die Natur nun wie befreit, der Mann aber wirkt wie nackt ertappt. Oder aber er ist erst nach Fällen der Bäume entstanden. Ich schaue mir die alte Garage, auf die er gemalt wurde und rund um die eine Art illegaler Parkplatz entstanden ist, genauer an. Er korrespondiert wohl mit einem Gegenpart, doch der ist unter dem wuchernden Efeu schon nicht mehr sichtbar. Das Graffiti wirkt dennoch frisch. Die anderen im Garagenhof am Ende der kleinen Stichstraße Rue Nicolas Simmer sind schon bei Google Maps zu sehen (Aufnahme vom September 2009).

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

Das ganze Gelände wird wohl über kurz oder lang zu einer Baustelle eines grösseren Immobilienprojektes. Vielleicht kann ich ja in einigen Monaten nochmal vorbei schauen. Mir jedenfalls machen so verbrachte Mittagspausen Spaß.

Doppelt bedrohtes Graffiti_Luxemburg © Ekkehart Schmidt

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